Gerechte Empathie ?

Eine seltsame Debatte. Warum – liest und hört man in diversen Medien – nahmen die Menschen weltweit so leidenschaftlich Anteil am Schicksal der thailändischen Jungen in der Höhle und warum bewegt sie nicht im gleichen Ausmaß das Schicksal der Ertrinkenden im Mittelmeer? Warum, müßte man folgerichtig weiter fragen und den Zeigefinger à la Uncle Sam noch energischer vorstrecken, seid ihr nicht so gut und mitleidsfähig, wie ihr sein solltet? Warum zerreißt es euch nicht täglich das Herz angesichts der getöteten, vergewaltigten,  versklavten Frauen und Kinder überall in Afrika, Indien und sonstwo? Warum fangt ihr nicht schon heute an, die Welt, die so viel Elend produziert, zu einem Ort der Liebe und des Friedens zu machen, wo der Wolf neben dem Lamm liegt und dessen Öhrchen leckt, statt es zu fressen?

Fast alles Grauen, das uns aus der offenbar fehlkonstruierten Menschwelt anweht, ist medial vermittelt. Die Fülle der Bilder macht uns anscheinend empfindlich und stumpft uns zugleich ab. Vor dem Medienzeitalter gingen die Leute wie zum Jahrmarktsvergnügen zu öffentlichen Foltern und Hinrichtungen, verbrachten ganze Tage, zuweilen strickend, um die arbeitende Guillotine herum, verlustierten sich im alten Rom angesichts menschenfressender Löwen und Tiger. Waren sie, unsere Vorväter und -mütter, noch böser und mitleidloser als wir, die wir dem Sterben vor Libyens Küste im Fernsehen zuschauen, ohne uns, Jeremiaden singend, die Kleider zu zerreißen?

Der Mensch, mahnt der Dichter, sei nicht nur edel und hilfreich, sondern vor allem  g u t. Also ein – horribile dictu – „Gutmensch“. Das ist wenn schon kein Befehl, so doch eine dringende Empfehlung. Ist er doch Gottes Ebenbild und sollte dem Vorbild keine Schande machen. Aber was wissen wir von Gottes Güte, an der nicht nur die Einwohner Lissabons während des Erdbebens 1755 zweifelten sondern auch die in den Baracken von Birkenau auf ihr Ende Warteten oder die Todgeweihten in den Hospizen krebskranker Kinder? Wir wissen nichts. Vielleicht ist Gott mit dem Teufel identisch, was manche Gnostiker schon in den frühen Jahren des Christentums glaubten. Und unter den über 7 Milliarden Menschen heute finden sich wahrscheinlich viel mehr kleine Eichmänner und Breiviks als Mütter Teresas. Das weltweite Ausmaß des Grauens läßt das vermuten. Die Bereitschaft junger Männer etwa, auf Befehl zu morden und zu vergewaltigen, erscheint als maßgeblicher Bestandteil der menschlichen DNA, ohne den keine Kriege funktionieren würden. Aber sie funktionierten und funktionierten bekanntlich wie geschmiert. Ohne sie, glaubten einige auch sehr kluge Denker, gäbe es keine Geschichte, keine Veränderung. „Vater aller Dinge“ nannte der alte Heraklit den Krieg. Erst die „Bombe“ veranlaßte kürzlich die Ächtung des Krieges, ohne ihn allerdings abzuschaffen.

Bei den Jungs in der Höhle waren wir mitfiebernd, weil es eigentlich wie ein Abenteuerfilm war, mit Happy End dazu. Für viele Menschen im digitalen Zeitalter ist alles Video. Die Welt schrumpft auf den Smartphone-Screen. Wirkliche Todesfälle und ausgedachte können viele nicht mehr auseinanderhalten. Schwarze Menschen in kippenden Schlauchbooten sind keine Vorlage für Filmisches. Besser wäre es, sie ertränken ungefilmt, denn ihr Tod ist keine Tragödie, sondern der Gipfel anonymer Banalität. Es wurde schon vorgeschlagen , die Gesichter der Boat-People nicht zu verpixeln, um ihnen jene Individualität zu geben, mit der der Beobachter ihres banalen Elends sich identifizieren könnte. Und überhaupt – warum verdienen die Menschen auf den Schlaubooten mehr Aufmerksamkeit als jene, die in ihren Dörfern zurückblieben und dort massakriert werden oder verhungern? Weil seltener gefilmt oder fotografiert wird, was dort an Grauenhaftem geschieht.

Der böse Ausdruck „Hypermoral“ drängt sich auf, wenn man jenen begegnen will, die einem mehr Empathie mit den Ertrinkenden abfordern. Schwer kann man den Verdacht loswerden, auf den Rettungsschiffen der NGOs träfen sich auch rettungswillige Menschen, die unter der Schuld der Großväter immer noch in der Weise leiden, daß sie diese Schuld zu ihrer eigenen machen. Ihr Handeln unter der großen Schlagzeile „Refugees welcome“ wäre ein Entsühnungsversuch, dessen vertrackte Dialektik aber auch darin bestehen könnte, immer mehr Elende und Verzweifelnde aus dem Innern des Kontinents an dessen nördliche Küste zu locken, wo sie Schlimmeres erwartet als das zu Hause vorgeblich nicht Ertragbare. Aber davon wissen die meisten, die sich auf den Weg durch die Wüste machen, offenbar nichts. Sie sind zudem eine Art „Elite“, mit mehr Geld für die Schlepper ausgestattet als die armen Verwandten. Zu sehr leuchtet und blendet sie „Europa“. Ein Leuchtfeuer, das nicht zuletzt von den Rettungsschiffen entzündet wird.

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Afrikas furchtbare Fruchtbarkeit

Als der Papst, der einmal den Spitznamen „Pillen Paule“ erhalten sollte (Paul VI), den Gläubigen vor 50 Jahren den Gebrauch von Antibaby-Pille und Kondomen verbot, damit der alttestamentarische Befehl „Seid fruchtbar und mehret euch“ erfüllt werde, ahnte er nicht, daß er zumindest zwei Katastrophenstränge beförderte, die beide, vom afrikanischen Kontinent ausgehend, bis heute als AIDS und bis in unabsehbare Zeit als Migrationsbewegung die Menschheit sowohl verstören wie ihre Führer ratlos machen.

Man muß aber dem Papst seine Gläubigkeit und Unwissenheit, beide regelmäßig im Verbund auftretend, zugute halten, teilt er sie doch mit den meisten seiner als säkulare Politiker agierenden Zeitgenossen. Außerdem wäre es übertrieben, das Verbot der wirksamen Empfängnisverhütung  allein verantwortlich zu machen dafür, daß die afrikanische Bevölkerung gerade dabei ist, sich wieder einmal zu vervielfachen. Lebten in Europa 1950 550 Millionen Menschen, waren es in Afrika 230 Millionen. Hundert Jahre später (2050) werden es in Europa 700 Millionen sein, in Afrika 2,5 Milliarden.

Es gibt die Zukunft für Afrika nicht, die man ihm noch vor wenigen Jahrzehnten vorhersagte. Der Ressourcenverbrauch allein, die Instabilität seiner korrupten Regierungen, der anhaltende Aberglaube, der religiöse Fanatismus der islamischen Landesteile, die interne Versklavung der Afrikanerinnen (Beschneidung, Kinderehen, vorenthaltende Bildung etc.) innerhalb der archaischen Patriarchate wird verhindern, daß die, die noch Kraftreserven in sich fühlen, sich nicht auf die Reise nach Norden machen.

Die Wurzeln dieser komplexe Katastrophenlage stammen aus einer uralten Kultur und sind viel älter als die Verbrechen des Kolonialismus, der den Kontinent unter der Maske der globalisierten Welt bis heute hemmungslos ausbeutet. Man weiß, daß die korruptesten und ärmsten Staaten jene sind, in denen die Sklaverei und der Sklavenhandel sich auf uralte Traditionen schon lange beriefen, ehe die Europäer (Bartolomè de las Casas, Dominikaner und „Apostel der Indianer“) auf die Idee kamen, den Reichtum der Neuen Welt statt mit einheimischen Indios mit widerstandfähigeren, sklavereiaffinen Afrikanern auszubeuten

Alle späteren nachkolonialen Versuche sog. „Entwicklungshilfe“, den Kontinent mit Geld an die anderen Weltteile heranzuführen, scheiterten kläglich. Die brutalen einheimischen Clan-Häuptlinge und Herrscher füllten nicht nur ihre Taschen, sie vermehrten auch das Elend ihrer Völker, indem sie sich mit den Multis des Westens verbündeten, um an der Ausbeutung der Menschen und Bodenschätze beteiligt zu werden. Im Konfliktfall führten und führen sie grausame Vergewaltigungskriege u.a. mit Kindersoldaten gegeneinander, wie gerade im Südsudan.

Diesem Elend kann offenbar nur entkommen, wer flieht, die Sahara durchquert, sich in ein Schlauchboot setzt und hofft, daß europäische Humanisten zur Hilfe eilen, ehe er ertrinkt. Die „nur“ aus dem Elend fliehen, wissen nicht, daß Elend in Europa kein Asylgrund ist. Aber der Druck, der sich gegen Europas Mauern preßt, wird nicht nur den Afrikanern nicht helfen, wird Massaker und Hungersnöte nicht abmildern, er wird letztendlich das Europa, das wir kennen,  zerstören. Dort denken politische Beobachter gerade darüber nach, ob all dies eine Kanzlerin das Amt kosten könnte. Entweder sie haben das wahre Ausmaß der Bedrohung nicht erkannt oder sie verweigern die offene Diskussion über deren unauslotbare Tiefe. Die westlichen Völker, wird nämlich befürchtet, könnten alle Regierenden von ihren Höfen jagen, die ihnen unter Inanspruchnahme der Predigt christlicher Nächstenliebe und verfassungsrechtlicher Bedenken die Rettung einer Welt zumuten wollen, die nicht zu retten ist. Und sie könnten überall solche Herrscher (sog. „Populisten“ à la Donald T.) installieren, die all den Humanismus, all das christliche Erbe vom Tisch wischen und die Festung Europa uneinnehmbar machen – auch mit Waffen. Dann würde aus dem Mittelmeer endgültig das Rote. Und Afrika sich selbst überlassen.

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Susanna und die Wölfe

Mädchen in Deutschland mögen gegenwärtig den Blick abwenden von Schlagzeilen oder TV-Nachrichten, die das Martyrium und den Tod ihrer Schwester Susanna aus Mainz betreffen, weil solches schlechterdings nicht zu verarbeiten wäre und Verleugnung bzw. Verdrängung der einzige Schutz in einer Welt, die die Wolfsnatur nicht nur junger Männer für eine gottgegebene und hinzunehmende Tatsache des Lebens akzeptiert. It’s a man’s world mit allen Konsequenzen. Das weiß auch die katholische Kirche, denn der Gott, der den Mann als sein Ebenbild schuf, schuf ihn auch als Wolf. Wer immer unter ihren Priestern dem Drang seiner Hormone nicht widerstehen konnte, wurde lange verständnisvoll behandelt und der weltlichen Justiz vorenthalten. Männer, wo auch immer in den traditionellen Gesellschaften, verstehen ihr Patriarchat sehr gut und billigen ihm auch in frommen Milieus klammheimlich seine gewalttätigen Potentiale zu. Völlig unverstellt, man könnte sagen: schamlos, tut dies der Koran.

Aus dem Reich, das von der koranischen Überlieferung geprägt ist, stammen jene jungmännlichen Rudel, die vor knapp drei Jahren der Einladung einer Frau (!), der deutschen Kanzlerin, folgten, um sich in einem Land der von ihnen verachteten Schamlosigkeit, Sittenlosigkeit, Glaubenslosigkeit nach Möglichkeiten sinn- und lustvollen Weiterlebens umzusehen. Sie verstanden vieles von dem, was sie sahen und erlebten nicht. Vor allem verstanden sie nicht die Rolle der Frauen in diesem Land. Wie auch, denn ihr heiliges Buch forderte sie auf, die Frau als Acker zu betrachten, in dessen Furchen sie jederzeit ihren Samen legen könnten und die auch mal zu verprügeln sei, wenn sie sich verweigerte. Und die deutschen Politiker und Träger dessen, was sie stolz „Willkommenskultur“ nannten, verstanden nicht, was die Fremden nicht verstanden, nicht verstehen konnten. Die hatten anscheinend einen Glauben, wie wir einen Glauben haben. Religion veredelt immerhin den Menschen. Sie wurden als Flüchtende mit weitgebreiteten Armen aufgenommen und würden ihre Dankbarkeit schon zeigen. Daß sie ihrer Kultur aber nicht einfach entkommen konnten, wurde ignoriert, und diese Ignoranz entsprach dem verbreiteten politischen Leitspruch, daß nämlich nicht sein könne, was nicht sein dürfe. Wir schaffen das. Basta!

Dann trat die List der Vernunft in Gestalt der AfD auf den Plan. Dieser Partei muß man zubilligen, daß sie in ihrer kruden Programmatik und in ihren öffentlichen Wortbeiträgen sowohl die Überreste des Faschismus in diesem Land zum Vorschein brachte, die nun nicht mehr zu verleugnen sind, daß sie aber auch zu einem ungetrübten Blick auf die Kultur des Islam zwang, dem sich die Wortführer der „Altparteien“ auch mit dem Slogan „Der Islam gehört zu Deutschland“ verweigert hatten. Der Islam ist das, was die AfD im Kern auch ist: faschistisch. Man kennt sich. Hamed Abdel-Samad gebührt Dank, diesen Aspekt im Islam herausgearbeitet zu haben. Wenn wir ihn nicht verstehen oder nicht verstehen wollen, wird zwar nicht unbedingt die Houellebecq-Dystopie eines islamistischen Deutschland Realität, aber weitere Opfer der Wölfe werden nicht zu vermeiden sein. Noch leben die dazu von welchem Gott auch immer bestimmten Mädchen. Die Wölfe genießen unterdessen den Schutz des Rechtsstaates, der auch die Mädchen schützen sollte. Bei seinem nächsten Versagen werden wir wieder verzweifelt die Köpfe schütteln und zu der Einsicht gelangen, daß Opfer wohl sein müssen, um die Willkommenskultur zu retten. Weibliche Opfer.

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Der Treck der Wölfe

Um angesichts der Mädchenmorde junger Männer, die als Flüchtlinge ins Land gekommen waren, den immer wieder beschworenen und beklagten Generalverdacht von eben den Flüchtlingen als Gruppe wegzuleiten, beeindruckten Experten aus Polizei und Rechtswesen das aufgebrachte Volk mit einer Statistik. Die besagt, daß überall auf der Welt junge Männer zwischen 14 und 29 einen ausgeprägten Hang zu Gewalt und Verbrechen hätten – verglichen mit anderen Bevölkerungsgruppen. Das verschiebe und verzerre die Gewaltstatistik zuungunsten der Flüchtlinge, denn die jungen Männer machten nun eindeutig die Mehrheit der Geflüchteten aus, die seit dem Spätsommer 2015 ins Land kamen. Es wäre aber daran zu erinnern: Das Gefahrenpotential war bekannt. Wer seinerzeit vor ihm warnte (auch der DREYZACK) war Rassist, Nazi, AfD-Sympathisant oder Schlimmeres.

Wer sich mit dem Islam und seinen Kulturen etwas auskannte, wußte seit langem, daß in ihnen die bizarr anachronistische Ausprägung des Patriarchats ein hohes Maß an Frauenverachtung implizierte, das vergleichbare Haltungen und Traditionen der katholischen Kirche weit übertraf.  Letztere hat sich dem Zivilisationsprozeß der sie umgebenden Gesellschaft Schritt für Schritt anpassen müssen, ohne allerdings moderne, mit den Menschenrechten kompatible Standards bisher erreicht zu haben. Für den Islam gilt seit seiner Fundamentalisierung in den letzten Jahrzehnten das Gegenteil. Er weist die Zumutung, seine eigene Aufklärung zuzulassen, brüsk zurück mit dem durchaus zwingenden Argument, eine solche zerstöre die Grundlagen der Religion. „Islam“ heißt „Unterwerfung“ unter das Geoffenbarte und den Propheten. Aufklärung ist das Gegenteil: sich seines eigenen Verstandes bedienen (Kant). Dem aber hält der tradierte Gott sowenig stand wie die heiligen Schriften.

Wenn nun angesichts der Vergewaltigung und Ermordung des Mädchens Susanna in Wiesbaden durch einen syrischen Asylbewerber die AfD-Frontfrau Alice Weidel behauptet, die toten Mädchen Maria (19), Mia (15) und Susanna (14) – die Taten sind nur die  grausame Spitze eines Berges von Untaten – seien in Wahrheit die Opfer der Angela Merkel, dann ist der erwartbare Aufschrei so schrill wie schuldbewußt und verlogen zugleich. Wir, die wir uns an die endlosen Trecks auf den Autobahnen, Gleisen und Straßen erinnern, wissen heute, daß in diesem Zug des Elends neben wenigen Frauen und Kindern auch ein Treck von Wölfen mitzog, geprägt von ihrer Kultur und Religion, die ihnen zwar die Schändung züchtiger Musliminnen verbietet, nicht aber die Achtung vor westlichen Schlampen und Huren nahelegt. Übereinstimmend war die männliche Jugend des afghanischen Dorfes, aus dem einer der Täter stammt, der Meinung, eine Frau, die ihren Mann verläßt, gehöre gesteinigt.

Wer das Flüchtlingsdrama von 2015 zu verantworten hatte, berief sich gern auf das humane, wenn nicht christliche Fundament unserer „Leitkultur“. Man hielt den Islam, der zu Deutschland gehören sollte, für eine Religion wie andere, seine Kultur für altehrwürdig und achtenswert und die in seinem Namen seit 9/11 begangenen Verbrechen für seinem Wesen grundfremd. Wer den Islam angriff, griff nach dieser Meinung das ganze monotheistisch-patriarchalische Gebäude an, das Dach Gottes, worunter man auch in Deutschland friedlich miteinander leben wollte. Es galt, den gemeinsamen Kampf gegen den gemeinsamen Feind zu führen: die Ungläubigen. Spätestens seit der Kölner Silvesternacht konnte der Eindruck nicht gänzlich beseitigt werden, man sei auch bereit, für dieses Ziel einige Menschenopfer, genauer: Frauenopfer, zu bringen. Kollateralschäden eben. „Einzelfälle“ sollten es sein, auch wenn sich massenhaft wenn auch abgestuft Angst auf den weibliche Hälfte der Bevölkerung senkte  – Angst, die den bisherigen Opfern nicht half, den Wölfen zu entkommen. Sie boten sich ihnen sogar mit Hilfsangeboten in den Lagern an, aus dem selben Mißverständnis jener Wir-schaffen-das-Naivetät heraus, die das Gute wollte und das Böse mit Beute fütterte.

Nicht alle Opfer sind weiblich, ähnlich wie im MeToo-Komplex, aber Mädchen und Frauen passen bevorzugt ins Beuteschema der Testosterongepeinigten. Für die haben die Repräsentanten der patriarchalen Ordnung, auch wenn diese ins Gerede gekommen ist, seit je viel Verständnis, wenn nicht Sympathie. Aus aktuellem Anlaß warnen sie nun wieder in peinlichen Gebetsmühlen-Suaden vor bösen Vergeltungsgedanken und Verallgemeinerungen, weil sie vor allem sich fürchten vor einem Erstarken der AfD. Die Beschwörungen, sich nicht vom Bösen verführen zu lassen, werden aber nicht viel helfen. Die AfD wird vom Islam und seiner Frauenverachtung, die sie im Innersten teilt, gestärkt. Die Bayern-Wahl wird den Beweis liefern. Die Tränen, die Frau Weidel über das Mädchen Susanna weint, sind die eines Krokodils, auch wenn die Aufforderung an die Kanzlerin, sie möge zurücktreten, gar nicht so abwegig ist, wie sie zunächst klingt.

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Timor clericalis oder: Die Furcht der Herren

Der Vatikan hat soeben das Nein zur Priesterweihe für Frauen bekräftigt. In der Zeitung L’OSSERVATORE ROMANO schrieb der Präfekt der Glaubenskongregation, Luis Ladaria, an der entsprechenden Aussage von Johannes Paul II von 1994 dürfe es keinen Zweifel geben. Jene Aussage sollte seinerzeit alle entsprechenden Diskussionen ein für allemal beenden. Ursache der aktuellen Bekräftigung des Dogmas war nun wohl einiges Gegrummel innerhalb der Kirche und Angst vor Ungehorsam, wie einige sachkundige Beobachter, etwa die Journalistin Christiane Florin, vermuten.

Bestätigt hat die zentralen Aussagen zur Frauenordination  im Schreiben von Johannes Paul („Ordinatio sacerdotalis“) auch Papst Franziskus, der Hoffnungsträger aller sich selbst als fortschrittlich verstehenden Katholiken, zu denen auch Frau Florin gehört. Einer seiner Bewunderer, der Regisseur Wim Wenders, hat gerade einen Film über den Papst gedreht, der jetzt in den Kinos anläuft.  Wenders spart alles aus, was dem progressiven Image Franziskus‘ schaden könnte. Also auch die „Frauenfrage“.

Beobachter, die von außen auf die katholische Kirche schauen, wundern sich über die Unmengen an Beton, der angerührt wurden, damit es in dieser Frage keinen Dammbruch gebe. Die diesem Beton beigegebenen Argumente – die Frau ist nur ein unvollkommener Mann (Thomas von Aquin), Jesus war ein Mann, die Apostel waren Männer, Adam war das Ebenbild Gottes, nicht Eva – können nur Kopfschütteln oder Fremdscham hinsichtlich ihrer Hervorbringer erzeugen. Man war in den frühesten Tagen des Christentums schon weiter, von Jesus selbst ganz zu schweigen. Auf ihn sich bei der Rechtfertigung der Patriarchenherrschaft zu berufen, bedeutet hinsichtlich der Gleichheit aller Menschen, die er predigte, eine infame böswillige Verhunzung seines Evangeliums. Nicht daß Jesus männliche Genitalien und vielleicht einen Bart hatte, macht ihn zum unüberbietbaren Vorbild für alle Priester, sondern daß er ein M e n s c h mit einer großartigen neuen Lehre war. Mensch – wie jede Frau. Das Beharren der Kirche auf dem Kriterium der Geschlechtlichkeit resp. „Höherwertigkeit“ des Männlichen qua Phallischem ist der jahrtausendealte Abwehrreflex gegen eine mögliche Entmachtung durch das Weibliche. Die „Jungs“ wollen nicht nur unter sich bleiben, wie Christiane Florin flapsig bemerkt, und auch das Weibliche könnte sie nicht entmächtigen, weil es selbst zur Macht strebt (daran denken die kritischen Katholikinnen gar nicht), sondern weil als tiefste und mächtigste Schicht im männlichen Seelenleben ein Trieb wirksam ist, der sie zu den Frauen als zu den Weibchen treibt. Indem sie als quasi Sklaven dem Trieb folgen, bertreten sie den Bereich der Lust als Sünde und der Bestrafung als Verlust des Seelenheils. Das sagt ihnen die Geschichte von Adam und Eva. Eva als die große Verderberin und Todbringerin beherrschte das Denken der Kirchenväter wie Tertullian. Deswegen errichteten sie das jungfräuliche Gegenbild Maria. Indem sie auch die Unreinheit (Blut!) der Frauen fürchten, fürchten sie das Unbeherrschbare, Unreine in sich selbst. Bestätigt wird ihnen die Berechtigung dieser Furcht durch die scheußlichen Mißbrauchsfälle in ihren Reihen, die Franziskus aufs heftigste geißelt. Wer kann schon sagen, das könne ihm nicht passieren!

An dieser Stelle, in der Furcht vor der erotischen Macht der Frauen, treffen sich männliche Christen und Muslime am innigsten. Sie zogen quasi gemeinsam in den Krieg gegen das andere Geschlecht, um es sklavenmäßig zu unterwerfen und zu bändigen, um aber auf jeden Fall seine sexuelle Selbstbefreiung zu verhindern. Und heute sehen sie all diese Bemühungen gefährdet. Deshalb geißelt der „fortschrittliche“ Franziskus auch die Gendertheorie.

Christiane Florin gehört zu den Katholikinnen, die als kritische der Kirche und den alten Männern treu bleiben. Mit hilfloser Gebärde fordert sie den „Weiberaufstand“ (so der Titel ihres letzten Buches) und weiß zugleich, daß sich nichts ändern wird. Auch unter Franziskus nicht. Ändern könnte diese Kirche nur ein Auszug der Frauen. Sie müßten begreifen, daß diese Kirche, wie schon Nietzsche diagnostizierte, sich weit von ihrer Gründergestalt entfernt hat. Aber die endlosen Zeiträume des Patriarchats, den christlichen Abschnitt eingeschlossen, haben die Unterwerfung und Preisgabe der eigenen Würde als freie Person zum konstitutiven Element des weiblichen Charakters gemacht. Einzelne Individuen, auch Gruppen, die das verstanden haben und sich befreien wollen, werden für die Masse nichts bewirken. Als „Women for Trump“ sich im Wahlkampf organisierten, um dem Pussygrabber zur Macht zur verhelfen, hätte man begreifen müssen, daß die breite Masse der von Sklavenmentalität Durchdrungenen in absehbarer Zeit nicht zu erreichen, gar zu verändern ist.

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MeToo – eine Art Zwischenbilanz

Als „Sehnsucht nach Verschleierung“ ironisierte der DREYZACK am 29. Januar 2018 die Reaktion der Studentinnen der Berliner Alice-Salomon-Schule auf das Gomringer-Gedicht „Avenidas“, das eine Außenwand ihrer Schule schmückte. Die Ironie bedauern wir heute ganz ohne Ironie. In einem Brief an ihren Senat hatten die jungen Frauen geschrieben, das Gedicht erinnere sie „unangenehm daran, daß wir uns als Frauen nicht in die Öffentlichkeit begeben können, ohne für unser körperliches Frau-Sein bewundert zu werden. Eine Bewunderung, die zu Angst vor Übergriffen und das konkrete Erleben solcher führt“.

Vor ein paar Tagen las man im Lokalteil einer Zeitung, die in einer  deutschen Universitätsstadt erscheint, folgende Meldung: „Nach mehreren sexuellen Übergriffen auf Frauen hat die Polizei in der Nacht zum Sonntag einen 17-Jährigen festgenommen. Laut Bericht steht der Jugendliche im Verdacht, innerhalb kürzester Zeit in jener Nacht seine Opfer sexuell bedrängt, belästigt und sogar genötigt zu haben. Gegen 3.05 Uhr konnte ein Streifenteam den Verdächtigen festnehmen. En Taxifahrer hatte einige der Attacken des Jugendlichen beobachtet und war eingeschritten. Er hatte ein Opfer in Sicherheit gebracht und die Polizei verständigt. Während die Beamten Zeugen befragten, erschien eine weitere Frau und schilderte, daß wenige Minuten zuvor der junge Mann auf sie zugekommen sei und sie sofort unsittlich berührt habe. Es ergaben sich Hinweise darauf, daß der Täter auf der Flucht zwei weitere Frauen belästigte.“ Wenn dem Leser dieser Nachricht jene vom Einbruch eines Wolfs in ein Schafsgehege im Baden-Württemberg in den Sinn kam, dem 40 Schafe zum Opfer fielen, dann mag das politisch total Inkorrekte dieser Assoziation verstörend wirken, zumal wenn man die fast verlegene Information des Zeitung am Ende des Berichts hinzuzieht, bei dem Täter habe es sich um einen somalischen Asylbewerber gehandelt.

Zu lesen wäre die Notiz aber – und das führte zum erweiterten Nachdenken über die Brief der Studentinnen an den Senat – mit den Augen einer Frau, die den Wolfs-Vergleich wahrscheinlich nicht so abwegig findet und der beruhigende Polizei-Statistiken über die Häufigkeit solcher Ereignisse ziemlich egal sind. Sie könnte auf hohe Dunkelziffern verweisen und brauchte nach der Kölner Silvesternacht noch nicht einmal den eigenen Hinweis auf die Problemgruppe junger männlicher Asylanten. Das Phänomen ist zwar so alt wie das Patriarchat, wird gegenwärtig  aber unübersehbar verschärft durch die Migranten-Komponente. Man erinnert sich u.a. an den Freiburger Fall und den in der Siegaue bei Bonn. Es geht um jene existentielle Grundbefindlichkeit der spezifischen sexuell konnotierten Angst in der weiblichen DNA, die von den Studentinnen artikuliert wird.

Männer „guten Willens“ müßten sich eigentlich veranlaßt fühlen, dem nachzudenken, auch wenn daraus diffuse Schuldgefühle entstehen könnten. Die wären angebracht. Es gibt nämlich diese „kollektive“ männliche Schuld, und kein Mann, der unvoreingenommen in seine Triebsphäre hineinhorcht (sofern er sich diesem unangenehmen Geschäft unterzieht) wird den in ihr schlummernden Wolf nicht bemerken. Wer ihn nicht zähmen kann, wie jener 17-Jährige, dem auch seine Kultur die Zähmung zumal im Land der ohne männliche Begleitung herumlaufenden „Huren“ nicht nahelegt, wird im Zweifel in jenen Rausch verfallen, der auch den Wolf Gattungs-entsprechend überwältigt haben mag. „Blutrausch“ nennen das die Biologen – beim Wolf.

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Ist der Trumpismus ein Putinismus?

Beide Verfallsformen demokratischer Herrschaft wollen die über 70jährige Friedensordnung zerstören, um Neues, das das Alte wäre, zu schaffen. Amerika soll „again“ groß und stark werden u.a. auf Kosten seiner alten Verbündeten; Rußland soll wieder das Imperium in den Grenzen der UdSSSR werden auf Kosten seiner Rand-Völker.

Cui bono? fragt der Lateiner. Wem nutzt das? Schulterzucken. Die Frage geht ins Leere. Niemand. Der Schaden hingegen für die jeweiligen Völker wird beträchtlich sein, wahrscheinlich Abschied von aller Menschlichkeit, wie der Erste Weltkrieg gezeigt hat, über dessen Sinn und Nutzen schon zu seinem Beginn niemand Antwort zu geben wußte. Dennoch wurde er in Gang gesetzt. Den wahren Motor hinter dem damaligen offenkundigen Irrsinn und dem heutigen kann der Beobachter wenn überhaupt nur finden, wenn er sich in einen (Massen-)Psychologen verwandelt.

Kürzlich wurde ein höherer Verwaltungsbeamter der russischen Enklave Kaliningrad nach dem Eindruck gefragt, den die Inaugurationsrede Putins, deren martialisches Vokabular alles andere dominierte, auf ihn gemacht hatte. Die „großartige Rede“ habe der Welt gezeigt, daß Rußland stark genug sei, einen Krieg zu verhindern, verkündete der Beamte. „Sollte er aber doch stattfinden, werden wir ihn gewinnen.“ Wie sein oberster Dienstherr ist er durchdrungen von den Metaphern der Feindschaft, des Kampfes, des glorreichen Sieges noch in Zeiten, in denen es keine Sieger mehr geben kann.

Klaus Theweleit hat in seiner umfangreichen Studie über den soldatischen Mann Anfang der 1980er Jahre („männerphantasien“) einen reaktionären Autor (Ernst v. Salomon) mit dem Gedanken zitiert, Kriege würden geführt, „solange noch das tierische Erbteil im Blut kreist“ und daraus abgeleitet, daß der Krieg ersehnt wird, „weil er allein es erlaubt, daß der so strukturierte Mann mit sich selbst, seinem fremden, ‚urmenschlichen‘, ‚tierischen‘ Innen identisch werden kann, ohne daß es ihn verschlingt.“ Wohlgemerkt, Theweleit bezieht sich auf Männer, nicht auf Menschen allgemein. Der Soldat ist der Mann schlechthin. Theweleit: „Der Phallus, auf dem sich das ‚Ich‘ erhebt, ist ein Soldat. So erscheint das Soldatische lediglich als Fortsetzung des Kulturverständnisses, das wir in der europäischen Geschichte an der Arbeit sahen: Natur, Weiblichkeit und schließlich das eigene Unbewußte zentralistisch zu unterwerfen.“

Trumps Ideal einer bis an die Zähne bewaffneten Zivilgesellschaft, die das Alltagsleben als Krieg begreift, worin jeder bereit sein muß, sich gegen seinen Nachbarn als Nachbar, gegen seine Schüler als Lehrer, gegen den Verkehrssünder als Polizist mit tödlichem Erfolg zu wehren, ist eine Variante dieses archaischen Soldatentums. Wer so denkt, hat die Zivilisationsprozesse der letzten 350 Jahre rückwärts übersprungen. Der Kampf aller gegen alle, des Menschen als Wolf des Menschen, soll wieder ganz im Sinne des „tierischen Erbteils“ zu obersten Verhaltensnorm werden, allem bibelbeltischen Frömmigkeitsgehabe zum Hohn. Vom Christentum blieb dort nur noch der rachsüchtige Vatergott, über dem blutigen Fleisch des Sohnes schwebend und den Gedanken nahelegend: Mit weniger als mit diesem Tod habe ich mich nicht abfinden lassen. Auch dieser Gott entspricht dem soldatischen Ideal „gerechter“ Rachefeldzüge. Er rächt eben die gegen seine Gebote begangenen Sünden. Auch er ist ein neutestamentliches Produkt männlich-soldatischen Denkens, das eine breite blutige Spur auch durch das Alte Testament wie durch den Koran zieht.

So finden sich der in den Schoß des Orthodoxen Kirche zurückgekehrte ehemalige KGBler Putin und der von den Wählermassen der Evangelikalen getragene Pussygrabber-Kapitalist Trump in männlich-harmonischer Konfrontation wieder unter dem Zeichen des Kreuzes. Wir haben als Europäer oder als Christen, so scheint es, nicht mehr die Wahl zwischen beiden. Nur noch gegen beide. Der Putinismus ist das Verwesungsprodukt des Stalinismus; der Trumpismus das Gespenst einer Demokratie, das über ihrem amerikanischen Grab spukt. Die Amerikaner brauchen anscheinend keine Demokratie mehr, weil die nur sinnvoll für die „Eliten“ sei. Denen nämlich nützt die Freiheit der Rede und der Gedanken, weil einzig sie noch eigene Gedanken haben, die auf Freiheit angewiesen sind. Fake News sind die gewöhnlichen Produkte, behauptet aber der demokratisch gewählte Präsident. Für die anderen, ist er überzeugt, für die Massen, die in der Wahrheit sind – für deren Freiheit und Selbstbewußtsein sind die Gewehre da und „Fox News“.

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