Letale Pneumonie

Der Patient, der bisher nur schwitzte, hustete und krächzte, nichts Besonderes bei einem Kettenraucher, muß nun doch wohl auf die Intensivstation. Seine Lunge hat ein Loch, das sich stetig vergrößert und dessen Ränder als lodernde Feuer vom Weltraum aus zu beobachten sind.  Dr. Macron, und nicht nur er,  ist jetzt anscheinend dort, wohin Greta Thunberg alle Politiker dieser Welt schon seit einem Jahr schicken will: in Panik. „Unser Haus brennt!“ schreit er, aber keine Feuerwehr weit und breit. Im Gegenteil: der Brandstifter Jair Bolsonaro glaubt an sein Recht als Waldbesitzer und verbittet sich jegliche Einmischung. Dieser Wald gehört ihm Und außerdem wurde er von seinem Volk gewählt. Dieses Volk möchte dort, wo bisher der Wald seit Jahrtausenden hirnlos vor sich hin wucherte, nützliche Dinge tun: Rinder züchten, um sie nach Europa und China zu transportieren, Soja anbauen, um diese Rinder zu ernähren, Gold und Bodenschätze aller Art aus dem Waldboden kratzen, damit aus dem armen Brasilien ein reiches Land werde. Das hat Bolsonaro versprochen. Deshalb wurde er gewählt. Ein Schelm, wer jetzt etwa denkt. der Brasilianer sei wohl nur ein Klon des Donald aus dem Norden. Auch der wurde gewählt, um sein Land „great again“ zu machen. Und jetzt hat die Welt den Salat. Sogar die Kanzlerin bedauert, was sich gerade  in den Lungenbläschen der Erde abspielt, aber wie immer hält sie sich mit Wort und Tat zurück.

Eigentlich müßte die Weltgemeinschaft sich zu einer Invasion Brasiliens entschließen, ein strenges Rauchverbot erteilen und den Präsidenten als Feuerwehrmann in angemessener Schutzkleidung an die Front schicken. Diese Invasion wird aber so wenig stattfinden wie die Errichtung einer globalen Öko-Diktatur. Dann lieber die Sintflut. Und die steht, auch wenn es zur Zeit so heftig lodert, bevor. Die suizidale Tendenz von Homo sapiens sapiens kann trotz aller „Weisheit“ nicht mehr übersehen werden, bestätigt der brasilianische Biologe und Amazonas-Experte Antonio Donato Nobre: „Die Menschheit begeht Selbstmord. Um diesen Irrsinn aufzuhalten“, fährt er fort, „müßten wir eigentlich einen Ausnahmezustand verhängen. Doch Brasiliens Regierung ist in den Händen der Abholzer. Und auch alles andere, was die Regierungen der Welt bisher unternehmen, ist völlig unzureichend und heuchlerisch.“ Und er ist weiterhin ganz bei Greta, wenn er fordert: „Der Rest der Welt muß aufhören, Soja, Rindfleisch und Edelholzer zu konsumieren, für die der Regenwald abgeholzt wird.“

Die Entzündung der Weltlunge verstärkt die letalen Tendenzen im Umgang der Menschen mit ihrem einzigen und einzigartigen Habitat. Als ginge es nicht schon schnell genug. Als wollten wir es endlich hinter uns bringen. „Irrsinn“ nennt es Nobre. Im Zeitalter der Wissenschaft und der allgegenwärtigen Medien kann man nicht umhin anzunehmen, daß die „Methode“, die in diesem Irrsinn steckt, nicht mit Nichtwissen, sondern nur mit dem erklärt werden kann, was Sigmund Freud angesichts der universalen und geschichtsbeherrschenden Kriegslust „Todestrieb“ nannte. Der Trieb steuert uns in die Katastrophe, und gleichzeitig verhindert ein ebenso universeller Verdrängungsmechanismus, daß wir uns das Ende schonungslos vor Augen führen. Die Abholzer und Bolsonaros stecken in unendlich vielen Menschen, und es scheinen immer mehr zu werden. Das Kraut dagegen? Wohl kaum die Demokratie, wie wir sie kennen.

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