Mülheim – oder: wie wird Mann Vergewaltiger?

Der Feminismus ist davon überzeugt, daß die gesellschaftlich gewollte und akzeptierte Frauenrolle den Mädchen nicht angeboren ist, sondern im Sozialisationsprozeß vermittelt wird. Heraus kommt eine Frau, die sich je nach Kultur und Milieu den Erwartungen vor allem der Männer, die in der Regel von den Müttern geteilt werden, entspricht. Diese Erkenntnis stammt aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts und wurde durch Simone Beauvoir populär.

Blickt man heute auf das Sexualverhalten junger Männer und pubertierender Jungen, so könnte man zu dem Schluß kommen: Männer werden als Vergewaltiger geboren und erst im Sozialisationsprozeß, der auch ein Zivilisierungsprozeß ist, zu  empathiefähigen, liebesbegabten, im Zweifel sogar ritterlichen Mitgliedern der Gesellschaft. Bleibt der Prozeß aus oder vermittelt er sogar Inhalte wie Frauenverachtung und Potenzgehabe im Verein mit Aggressivität und Dominanzgebaren, kann herauskommen, was gerade in Mülheim, auch an anderen Stellen etwa im Ruhrgebiet, in Freiburg, München, Velbert passiert ist: Männliche Wolfsrudel suchen sich ein oder mehrere weibliche Opfer aus, die etwa in den Chatgruppen nicht als Menschen klassifiziert werden, sondern als Wesen, die man jagen muß, die man zum Sex benutzen kann wie Dinge.

Das dahinter zu vermutende Frauenbild prägt die meisten Kulturen dieses Planeten, die christliche eingeschlossen, die ihren patriarchalen Grundkonsens auch gar nicht verbergen. Wertvoll sind Mädchen und Frauen vor allem als Töchter und Gattinnen – also als des Mannes Eigentum. Das wenigstens unterscheidet sie vor allem in gegenwärtigen muslimischen Gesellschaften nicht von Sklaven, die allerdings wissen, daß sie Sklaven sind. Das Eigentum an ihnen wird aber nicht nur benutzt, etwa zum ehelichen meist lustlosen Verkehr und damit zur Reproduktion, sondern auch beschützt und verteidigt. Darin besteht dann die „Ritterlichkeit“.

Wenn die Frauenbewegung etwa in Gestalt von #MeToo in der westlichen Kultur etwas bewirkt hat, dann zuerst die Bewußtwerdung solcher Unterdrückungsverhältnisse, die nicht auf die „menschliche Natur“ oder „Gottes Wille“ zurückzuführen sind, sondern auf Machtverhältnisse, denen es vor allem um Privilegien der Männer geht. Im Geschlechterverständnis etwa des Islam ist die Frau dazu da, die sexuellen Bedürfnisse des Mannes zu befriedigen. Ist sie dazu bereit, ernährt und beschützt er sie, andernfalls darf er sie mißhandeln oder verstoßen. Der Koran bzw. Allah spricht nur zu den Männern als Subjekten und gibt ihnen Anweisungen hinsichtlich des Verhaltens ggü. den weiblichen Objekten. Auch wenn die Muslime es leugnen, ist Allah genau so ein „Mann“ wie Jahwe oder dessen christliches Pendant „Gottvater“. Mit Frauen zu sprechen ist unter Allahs und seines Propheten Würde. Auch der aus Lehm geformte menschliche Mann darf über seine „Dienerin“ (so ihr „Beruf“ seit der vom Koran kopierten Genesis-Erzählung) verfügen. Das tun allenthalben Väter mit Töchtern und taten die Jungs in Mülheim. Sie verfügten als geborene und in der Pubertät scharf gewordene Testosteronbomben über ein minderwertiges Objekt: eine junge Frau.

Minderwertig ist aber die Frau auch im traditionellen Christentum, wovon die Katholikinnen ein Klageliedchen zu singen haben, zuletzt im Verein „Maria 2.0“. Sie sind keine Männer, haben weder Penis noch Hoden und sind deshalb (!) unwürdig, das Wort des so bestückten Gottes bzw. seines Sohnes zu verkünden. Der Kult der Männlichkeit, wie er in allen Religionen anzutreffen ist, besitzt als Kehrseite die männliche Gewalt, vor allem die sexualisierte. Dies haben die Söhne der  bulgarisch-türkischen Familien so verinnerlicht wie die Sinti-Jünglinge, die das Ruhrgebiet auf der Suche nach Mädchen-Opfern verunsicherten und deren Prozeß gerade in Essen stattfindet. Kultur und Religion gehen mit Frauenverachtung vielfach grausame Bündnisse ein, die die gepredigte „Menschenliebe“ und Marienverehrung vergewaltigungsbereiter Priester als Heuchelei einer Institution desmaskierten. Die hat als Kernbestand den Glauben an den einen, den männlichen Gott in Interesse einer männlichen Welt gegen alle Kritik bis jetzt bewahrt.

Psychologen und erfahrene Juristen wissen, daß auch die Mülheimer Vergewaltiger jene zivilisierende Domestizierung nicht erfahren haben, die Voraussetzung einer empathiefähigen Mitmenschlichkeit wäre und daß dies im Heim oder im Gefängnis nicht nachzuholen ist. Idealistische Jugendrichter glauben hingegen an die unbegrenzte Formbarkeit der jungmännlichen Psyche etwa in Einrichtungen wie „Kurve kriegen“. Sie nehmen die potentiellen weiblichen Opfer in Kauf. Deren Flehen und Jammern während der Untaten drang nicht einmal, das zeigte der Essener Prozeß, unter die alleräußerste Seelenhautschicht der Täter. Die haben es nicht gelernt und werden es auch nicht lernen. Sie sind als freistreunende Jäger weiblicher „Objekte“ der weiblichen Hälfte der Gesellschaft nicht zuzumuten. Manchmal bleibt nichts als Wegsperren, das vorgeblich gegen die Menschenwürde verstößt –  gerade um der Menschenwürde Willen

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2 Antworten zu Mülheim – oder: wie wird Mann Vergewaltiger?

  1. Welt 4.0 schreibt:

    Tja! Wer „erwachsene“ Verbrechen begeht, sollte auch so behandelt werden.
    Eltern die reflexhaft leugnen, haben ihren Job offenbar verfehlt.
    Die Würde und damit die Seele des Opfers wurde angetastet.
    Dieser erste Artikel des GG ist „unsinkbar“, von daher kann dieser auch nicht durch irgendein anderes Gesetz (z.B. Strafmündigkeit) umgangen werden.
    Nun befinden sich Justiz und Gesetzgeber in einem Dilemma.
    Würde vs. Strafmündigkeit.
    Ich persönlich bin für Artikel 1, denn sie wussten was sie tun.
    Mildernd ist zu rechnen, dass auch die Seele der Täter beschädigt wurde.
    Wir sehen in unserer Gesellschaft Taten von Kindern, die sonst nur aus Afrika von gebrochenen Kindersoldatenseelen verübt werden.
    Unsere Gesellschaft sollte schnell überlegen was es ist, das Kinder auf diesen, selben Stand bringt.
    Die Antwort ist naheliegend und steckt in fast jeder Hosentasche eins 12 jährigen, mit unbegrenzten und unkontrollierten Zugriff auf alle Inhalte des www.
    Dies entschuldigt absolut nichts, zeigt nur wie naiv und blauäugig Politik und Gesellschaft gegenüber dieser Massendroge sind.

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  2. dreyzack.com schreibt:

    That is enjoyably poop lamination because victory. dreyzack.com
    http://bit.ly/2NK5KQx

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