Sarrazins Phobie

Es brennt. Damit es noch mehr brennt, braucht es einen Brand-Beschleuniger. Den haben die Grünen in Gestalt des Erfolgsautors Thilo Sarrazin ausgemacht. Sie sind sich einig mit den anderen Parteien (außer der AfD), daß man das, was der Mann da in seinem neuen Buch („Feindliche Übernahme“) beschreibt, nicht schreiben darf.  Ob es einen Tatbestand halbwegs treffend charakterisiert oder nicht – es befördert den „dumpfen fremdenfeindlichen Rassismus und Populismus“ der AfD und Geistesverwandter. Was „der Islam“, den es nach jüngsten Verlautbarungen gar nicht gibt, eigentlich sei (nämlich viele Islame), spielt keine Rolle. Ob der Islam den „Fortschritt behindert“ oder „die Gesellschaft bedroht“, wie Sarazzin nahelegt, soll besser nicht diskutiert werden. Wegen der Brandgefahr nämlich.

Sarrazin ist der Vorzeige-Islamophobiker. Er hat eine Phobie angesichts der grünen (Farbe des Propheten) Gefahr entwickelt, die den Gebärmüttern der Musliminnen entspringe. Als bekennender Statistiker rechnet er aus, wann die Muslime in Europa die Mehrheit erworben haben werden und sich die Houellebecq-Dystopie (in dessen Roman „Unterwerfung“) von einem muslimischen Europa verwirklicht. Nicht sicher kann man sein, ob unser Phobiker, der sich die Mühe machte, den unlesbaren Koran (der fürs stille Lesen nicht gemacht ist) zu lesen, auch die Hadithe (Überlieferungen der Sprüche Mohammeds) zur Kenntnis genommen hat. Dort fände er nämlich außer dem Versprechen der posthumen 72 Jungfrauen für die Gläubigen auch die Empfehlung, als Minderheit in der Diaspora sich ruhig zu verhalten und bis zum Machtanspruch auf den Mehrheitsstatus zu warten. Denn daß mit den Offenbarungen Mohammeds die Menschheit zum Heil und nicht zur Hölle zu führen sei, ist, wie im analogen Missionsgedanken der Christen, ein Kern-Anliegen der die einzige Wahrheit Glaubenden.

Daß das Buch und sein Autor die derzeitige zu beobachtende mediale Erregung, das Um-sich-Schlagen der Islam-Experten erzeugt, verweist darauf, daß es sich bei allem Kritikwürdigen im Detail doch um etwas im Buch zur Sprache gebrachtes sehr Unbehagliches handelt, was die westlichen Kulturen mit dem Islam assoziieren. Er ist nämlich Fleisch vom eigenen Fleische des „jüdisch-christlichen Abendlandes“, ein allzu naher Verwandter, ein Plagiat bei Lichte besehen, ein zurückgebliebener Vetter, quasi in der Pubertät einer Kultur steckengeblieben (im europäischen Mittelalter etwa) und der aus dieser Zurückgebliebenheit, die ja Sarrazin thematisiert, haßerfüllt wütet gegen jene, die ihm immer wieder ihre kulturelle, technologische und militärische Suprematie vor Augen geführt haben. Das notorische Beleidigtsein ist nur das auffälligste Symptom. Sie schlagen zurück mit Terror (nicht alle, natürlich!), was immer Ausdruck von Verzweiflung und Hilflosigkeit ist. Wenn 1967 ein Ministaat wie Israel binnen einer knappen Woche die vereinigten arabischen Heere zu Paaren treiben konnte, führt aus solcher Demütigung offenkundig nur Terror heraus, nicht etwa die Frage, wie es zu solcher Unterlegenheit kommen konnte, wenn man doch den richtigen Glauben besaß. Sie klammern sich an die Offenbarung ihres Propheten und lassen nicht ab von der Hoffnung, eines Tages die Sieger zu sein. Wenn Sarrazin recht hat, was naheliegt, hoffen sie auf die Gebärmütter ihrer Frauen, wenn schon die männlichen Krieger so kläglich versagten.

Auch an uns wäre es, dabei mitzuwirken, die Musliminnen von dieser nachgeordneten Gebärmaschinen-Tätigkeit zu befreien. Denn dies – das wäre vor allem zu begreifen – macht das wahre Elend des Islams aus: daß er in der dunkelsten Phase des Patriarchats steckengeblieben ist, wo auch die Europäer jahrhundertelang steckten. Wenn es ihm nicht gelingt, seine Frauen zu ebenbürtigen, vollwertigen Menschen zu machen, die wegen koranischer Prügelsuren keine Ängste mehr haben müssen, wird es keinen Fortschritt zu einer Ebene der Menschenrechte geben, der elementaren Rechte, die die islamische Erklärung der Menschenrechte weit unterhalb jener Ebene an die Kompatibilität mit der Scharia gebunden hat.

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