MeToo – eine Art Zwischenbilanz

Als „Sehnsucht nach Verschleierung“ ironisierte der DREYZACK am 29. Januar 2018 die Reaktion der Studentinnen der Berliner Alice-Salomon-Schule auf das Gomringer-Gedicht „Avenidas“, das eine Außenwand ihrer Schule schmückte. Die Ironie bedauern wir heute ganz ohne Ironie. In einem Brief an ihren Senat hatten die jungen Frauen geschrieben, das Gedicht erinnere sie „unangenehm daran, daß wir uns als Frauen nicht in die Öffentlichkeit begeben können, ohne für unser körperliches Frau-Sein bewundert zu werden. Eine Bewunderung, die zu Angst vor Übergriffen und das konkrete Erleben solcher führt“.

Vor ein paar Tagen las man im Lokalteil einer Zeitung, die in einer  deutschen Universitätsstadt erscheint, folgende Meldung: „Nach mehreren sexuellen Übergriffen auf Frauen hat die Polizei in der Nacht zum Sonntag einen 17-Jährigen festgenommen. Laut Bericht steht der Jugendliche im Verdacht, innerhalb kürzester Zeit in jener Nacht seine Opfer sexuell bedrängt, belästigt und sogar genötigt zu haben. Gegen 3.05 Uhr konnte ein Streifenteam den Verdächtigen festnehmen. En Taxifahrer hatte einige der Attacken des Jugendlichen beobachtet und war eingeschritten. Er hatte ein Opfer in Sicherheit gebracht und die Polizei verständigt. Während die Beamten Zeugen befragten, erschien eine weitere Frau und schilderte, daß wenige Minuten zuvor der junge Mann auf sie zugekommen sei und sie sofort unsittlich berührt habe. Es ergaben sich Hinweise darauf, daß der Täter auf der Flucht zwei weitere Frauen belästigte.“ Wenn dem Leser dieser Nachricht jene vom Einbruch eines Wolfs in ein Schafsgehege im Baden-Württemberg in den Sinn kam, dem 40 Schafe zum Opfer fielen, dann mag das politisch total Inkorrekte dieser Assoziation verstörend wirken, zumal wenn man die fast verlegene Information des Zeitung am Ende des Berichts hinzuzieht, bei dem Täter habe es sich um einen somalischen Asylbewerber gehandelt.

Zu lesen wäre die Notiz aber – und das führte zum erweiterten Nachdenken über die Brief der Studentinnen an den Senat – mit den Augen einer Frau, die den Wolfs-Vergleich wahrscheinlich nicht so abwegig findet und der beruhigende Polizei-Statistiken über die Häufigkeit solcher Ereignisse ziemlich egal sind. Sie könnte auf hohe Dunkelziffern verweisen und brauchte nach der Kölner Silvesternacht noch nicht einmal den eigenen Hinweis auf die Problemgruppe junger männlicher Asylanten. Das Phänomen ist zwar so alt wie das Patriarchat, wird gegenwärtig  aber unübersehbar verschärft durch die Migranten-Komponente. Man erinnert sich u.a. an den Freiburger Fall und den in der Siegaue bei Bonn. Es geht um jene existentielle Grundbefindlichkeit der spezifischen sexuell konnotierten Angst in der weiblichen DNA, die von den Studentinnen artikuliert wird.

Männer „guten Willens“ müßten sich eigentlich veranlaßt fühlen, dem nachzudenken, auch wenn daraus diffuse Schuldgefühle entstehen könnten. Die wären angebracht. Es gibt nämlich diese „kollektive“ männliche Schuld, und kein Mann, der unvoreingenommen in seine Triebsphäre hineinhorcht (sofern er sich diesem unangenehmen Geschäft unterzieht) wird den in ihr schlummernden Wolf nicht bemerken. Wer ihn nicht zähmen kann, wie jener 17-Jährige, dem auch seine Kultur die Zähmung zumal im Land der ohne männliche Begleitung herumlaufenden „Huren“ nicht nahelegt, wird im Zweifel in jenen Rausch verfallen, der auch den Wolf Gattungs-entsprechend überwältigt haben mag. „Blutrausch“ nennen das die Biologen – beim Wolf.

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Eine Antwort zu MeToo – eine Art Zwischenbilanz

  1. Asylbewerber schreibt:

    Bis auf den vollkommen unkorrekten Begriff „Asylanten“, inhaltlich und sonst sehr gut

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