Der Triumph des Berserkers

Die Welt sei aus den Fugen, zitierte auf dem Münsteraner Kirchentag jemand Hamlet, und die Fugenränder rieben sich zunehmend schmerzhaft aneinander. Die Fugen, die die Welt tausendfach gliedern und jederzeit sich in Risse verwandeln können, aus denen die glutflüssige Lava des Krieges quillt, sind das, auf das wir tagtäglich starren, auf den Heiland hoffend, der alles seinem Namen gemäß wieder heil macht. Dieser Heiland oder Erlöser ist immer wieder mal gesehen, gar erlebt worden, etwa vor ca. 2000 Jahren, aber die Risse wurden immer größer, die Glut der Kriege immer heftiger und es schien, als wären alle Heilande, die die Hoffnung und die Frömmigkeit der Menschen herbeizitterten, gescheitert. Sie kamen bis heute auch nicht zurück, wie sie versprochen hatten.

Bis sich in den Tiefen des nordamerikanischen Westens die dort im Elend des Rustbelts wie einst Israel in Ägyptenland mehr schlecht als recht Vegetierenden, bis diese Erniedrigten und Beleidigten sich aufrafften und erkannten, daß der Heiland im Fleisch des Donald T. schon geraume Zeit unter ihnen lebte –  nein, nicht so ganz wörtlich „unter ihnen“, aber in einem Turm, einem Tempel, von  wo aus er auf das sündhafte Treiben der Menschen herabsah. Getrieben von seiner Berufung zum Retter entschloß er sich, zu ihnen hinabzusteigen und Politiker zu werden und sein Land und alle, die ihm folgen wollten, „great again“ zu machen.

Er machte sich zunächst daran, das Böse zu bekämpfen, den Teufel, der verkleidet als kugelrunder kleiner Kerl, als „Rocket Man“, die Welt in den nuklearen Höllenschlund stürzen wollte. Donald T. zeigte ihm seinen „größeren Knopf“, der Teufel wurde sich seines deutlich kleineren bewußt und bat winselnd um Gnade. Donald T. will niemand Böses. Er will das Gute. Er wird die Gnade gewähren als Zeichen für alle Teufel dieser Welt. Wer aber nicht an ihn und sein Evangelium vom wieder großen Amerika glaubt, der wird der Gnade nicht teilhaftig werden. Amen.

Und dies sollten jene bärtigen Turbanträger sich zu Herzen nehmen, die wiederum, solange Donald der Erlöser sie nicht eines besseren belehrt, den Teufel im Juden inkarniert sehen, in Israel, von wo aus nun wiederum er, der Jude, die Welt beherrschen wolle, wie sie behaupten. Die Bärtigen geben zwar vor, das verhindern zu wollen, aber Donald belehrt die Welt, daß sie lügen. Sie wollen einzig mit ihrem Gott an der Spitze nämlich das, was sie den Juden unterstellen: einen Weltstaat ihres Gottes errichten. Das sei ferne, sagt der Apostel. Davor sei unser Rustbelt-Messias! Letztendlich wird er auch diese Teheraner Satane dazu bringen, die Knie vor ihm zu beugen und ihn und das Geld anzubeten.

Er hat die Menschen durchschaut und sie verstanden, wie es sich für einen Messias gehört. Sein Reich ist ganz von dieser Welt, und deshalb kennt er deren Gesetze und Rechte. Zuallererst das Recht des Stärkeren. Seine hellhäutigen blonden Vorfahren aus dem Wikinger-Reich waren einst, in Bärenfelle gehüllt, brüllend über ihre Feinde hergefallen. Man nannte sie auch „Berserker“. Ihre einfache, ja schlichte Kriegskunst scheint sich wieder zu bewähren. Die Dekadenz der Diplomatenepoche scheint endlich überwunden. In einer Mischung aus Heiland und Wikinger steht Donald T. vor uns. Wenn er sein Werk vollendet hat und alles wieder groß ist, bedarf es der Drohung des großen Knopfes nicht mehr. Es scheint so, als sehne sich die Menschheit nach diesem donaldesken Frieden. Es gibt natürlich Ausnahmen, aber die werden angesichts der Berserker-Erfolge immer weniger. Wetten…?

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2 Antworten zu Der Triumph des Berserkers

  1. Alfredo Nobello schreibt:

    Sorry Blödsinn.
    The Donald hat damit soviel zu tun wie Herr Dr. Kohl mit der Dt. Einheit.
    Kim wusste, dass er nur mit Nukes ernstgenommen werden würde. Das ist ihm gelungen. Die SZ berichtete, dass die „Little Rockets“ wahrscheinlich aus Russland bzw. China stammten. Kim also aller Wahrscheinlichkeit zwar Sprenköpfe, aber keine Raketen hat. Deal für den Pussygrabber. Leider ist das Gedächtnis der Menschen kurz.
    Für China und Russland ist der Clown 🤡 im WH ein Geschenk: also macht ihn stark. Den Volkstribun von Putins Gnaden. Mit allen Mitteln.
    Die Agenda von Kim heißt Machterhalt.
    Da kommt der Clown gerade recht.
    Jeder ernsthafte Weltpolitiker weiß mittlerweile, dass man ihn nur ein bisschen die Eier kraulen muss und schon hat er Kreide gefressen und ist so leicht zu spielen wie eine Kinderföte.
    Vielleicht ist dieses Maß an Wahnsinn dann doch Nobelpreis würdig, eben weil kein Kalkül, sondern ausschließlich „Gefühl“ den Mann leitet. Totale Crasyness. Mag sein, dass die Welt daran genesen wird. Der Pate selbst führt (nicht).
    Das wirft ein Bild auf diese Welt wie sie verrotteter nicht sein könnte. MAGA wird das jedoch nicht werden, sondern MAW……die USA werden sich über Generationen nicht davon erholen. Die Lachnummer des Jahrhunderts.
    Auf Dauer wird es nicht funktionieren, weil Falken und Lobbyisten ihre eigenen Agenden haben und wenn der Clown weg gefegt sein wird (es gibt 1.000 objektive Gründe) dann ist das Vakuum riesig. Dann heißt es Köpfe einziehen und Bilanz ziehen. Der Schaden ist jetzt schon gewaltig.

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  2. Anonymous schreibt:

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