„Wir schaffen das nicht!“

Dies ist das Glaubensbekenntnis der Groko, ehe sie überhaupt zustandegekommen ist. Ein resigniertes Schulterzucken angesichts der Aufgabe, den Klimaschutz mit wirkungsvollen, auch mit schmerzlichen und kostspieligen Maßnahmen in Angriff zu nehmen. Schulterzuckend stehen wir verlegen vor unseren Kindern; erröten müßten wir vor unseren Enkeln, die unsere Kinder in die Welt gevögelt haben werden, ohne ihnen Flugunterricht zu geben, die sie nicht gefragt haben werden, ob sie auf dieser erhitzten Müllhalde,  die wir alle ihnen hinterlassen werden, leben wollten.

Das Gesicht des Menschen, der im Anthropozän den ehemals einzigartig schönen Planeten zugrunderichtet, ist das blöd grinsende des Donald Trump. Zu diesem Exemplar mit dem Titel „Genie“ als Selbstbeschreibung ist der Homo sapiens degeneriert. Der Rest, der noch halbwegs bei Vernunft zu sein scheint, wie Stephen Hawking, kapituliert vor dieser letzten Ausgeburt des irregewordenen Kapitalismus und empfiehlt die Emigration nach Alpha Centauri, dem nächsten der Sterne in der Galaxie. Der ist nur den Klax von 43 Lichtjahren weit weg. Nichts wie hin!

Wir glauben, hinter dem Erfolg des besagten Kapitalismus stehe eine Art darwinsches Naturgesetz, wonach das beste System das erfolgreichste ist – oder umgekehrt. Die ganze Welt ist nach dem Zusammenbruch des real existiert habenden Sozialismus kapitalistisch geworden, sogar China. Wer nicht mitmacht oder mitmachen kann wie die Afrikaner, wird mit Rückständigkeit und Armut bestraft. Die Afrikaner rächen sich ihrerseits am Rest der Welt, indem sie soviel zu Hunger und Rückständigkeit verurteilte Menschen produzieren, daß man ausrechnen kann, wann das ganze System kollabiert, weil sein Energieverbrauch und sein Müll alle Dimensionen sprengt. Kinder sind aber der einzige Reichtum, der den Afrikanern geblieben ist. Müssen wir ihnen den nicht gönnen?

Wir leben in der Gegenwart und sonst nirgendwo. Das „Prinzip Verantwortung“ (Hans Jonas) ist uns so lästig wie die Aufforderung, sexuell treu zu sein. Wir glauben, indem wir immer hektischer in SUV-Autos und Ferienfliegern unterwegs sind, daß wir hier und heute eine schöne Zeit mit unseren technischen Spielzeugen verdient haben, nämlich „Spaß“, und verdrängen die Sintflut, von der wir wissen, daß sie mit Sicherheit kommt. Wir warnen vor Arbeitslosigkeit, wenn wir den Wachstumswahn verteidigen, und meinen den Profit. Wir sind noch nicht einmal in der Lage, die Geschwindigkeit auf den Autobahnen zu begrenzen, weil dies unsere beliebtesten Spielzeuge entwerten würde. Wir beklagen steigende Flugpreise und sollten uns doch freuen, wenn diese ins Unbezahlbare stiegen.

„Nur ein Gott kann uns retten,“ sagte einst Martin Heidegger. Er hatte recht. Dumm nur, daß sowohl Heidegger wie der große Teil der denkfähigen Menschheit weiß, daß es diesen Gott nicht gibt. Aber die Groko, sofern es sie geben wird, scheint auf ihn zu setzen. Vielleicht beten sie, wenn sie ihren Koalitionsvertrag unterschreiben, heimlich zu ihm, und bekennen sich öffentlich zu ihm, wenn sie die Formel sprechen „Sowahr mir Gott helfe“. Diese uralten Beschwörungsformeln im Angesicht einer Katastrophe, die wir schon ganz allein bewältigen müßten, zeigen die totale Hilflosigkeit der Spezies. Wer heute noch religiös ist, mag als ehrenwerter Vogel Strauß durchgehen, der doch nur glaubend die Schöpfung bewahren will, obwohl das mit der „Schöpfung“ als Produkt eines göttlichen Handelns schon lange nicht mehr aktuell ist. Dieser Mythos in seinen Resten mag aber das geheime Vertrauen befördern, der Schöpfer werde schon dafür sorgen, daß alles nicht so schlimm kommt. Schließlich ist die Schöpfung ja sein Meisterwerk, das zu zerstören seine Allmacht nicht wird zulassen können.

Es sieht also, global gesehen, nach Resignation aus, was die Machbarkeit der Rettung betrifft; das aber ist dem Glauben nicht abträglich – im Gegenteil. Sonst gäbe es ja keine Hoffnung.

 

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