Homo terribilis und/oder Homo suicidalis…

sind, wie der bekannte Ornithologe Peter Berthold befürchtet, die Nachfolge-Aspiranten des gegenwärtigen Homo sapiens sapiens.  Der führt, versteht man Berthold richtig, seit einigen Jahrzehnten einen zunehmend gnadenlosen und unübersehbar erfolgreichen Kampf um Lebensraum für sich gegen seinen eigenen Ursprung – die Natur. Mit äußerster Effizienz rottet er alles auf dem Planeten mit ihm konkurrierende Leben aus, tierisches wie pflanzliches, weil er davon überzeugt ist, anders die Milliarden-Zahl seiner nachwachsenden Individuen nicht ernähren zu können. So schuf er u.a. die industrielle Landwirtschaft. Seit dieser Erfindung und der bekannten Nebenwirkungen der synthetischen Pestizide (besonders „wirksam“: Neonicotinoide) geht die Artenvielfalt rasant zurück. Schon 1962 warnte die Biologin Rachel Carson vor dem Verstummen des Frühlings, wie es jetzt wahrscheinlich geworden ist. Alle Vögel sind nämlich schon bald nicht „da“, sondern  tot. Und die, von denen sie lebten, die Insekten, dto. Dies kümmert trotz seiner apokalyptischen Dimension am wenigsten jene, die Wahlkämpfe um Steuererleichterungen, atmende Flüchtlings-Deckel, Digitalisierung und höhere Renten führen. In ihren Politikern, so der Eindruck, versammelt die Menschheit all ihre Inkompetenz, Phantasielosigkeit, Kurzsichtigkeit und ihren Materialismus.

Als Exemplar dieser negativen Auslese präsentierte sich jüngst der deutsche Landwirtschaftsminister. Um sich die Stimmen seiner bayerischen Bauern zu sichern, verging sich Christian Schmidt in der Brüsseler Glyphosat-Abstimmung nicht nur gegen die Fairness-Regeln der Politik, sondern gegen alle Nachhaltigkeits-Forderungen im Naturschutz. Wahrlich ein schwarzer Bock im grünen Garten. Sein Ziel sind offenkundig Neuwahlen, denn wenn die SPD sich nach diesem Affront auf Groko-Verhandlungen einläßt, ist ihre Glaubwürdigkeit endgültig dahin. Bei diesen Neuwahlen würde – so scheint in München weiter spekuliert zu werden – die CSU mit Hilfe ihrer dankbaren Bauern wieder aus dem Tal der Alt-Wahlen herausfinden. Danach werden wir sehen – oder die Sintflut.

Dahinter steht ein Kalkül, das keines ist, weil es aus dem Unbewußten gesteuert wird: Bis die Erde zur Wüste geworden ist, wo dann auch der Mensch nur noch eine klägliche Existenz fristen würde, dauert es noch eine Weile, zumal auf unserer nördlichen Halbkugel. Außerdem ist diese ganze ökologische Schwarzmalerei viel zu abstrakt. Ich, Christian Schmidt und alle meine christlichen Glaubensgenossen, wir glauben einfach nicht an eine kommende Erde als verwüstete. Am Ende wird Gott verhindern, daß es so kommt, denn nicht nur Jesus hat den Missionsbefehl erlassen, wofür sich die indigenen Völker herzlich bedanken, sondern Gottvater selber, so verstehen wir ihn wenigstens, hat uns ermutigt, uns die Erde untertan zu machen. Oder haben wir das nicht richtig verstanden?

Wissenschaftler denken seit einiger Zeit darüber nach, warum anders als früher die Ergebnisse ihrer Forschungen von der Masse der Laien zunehmend  in Frage gestellt werden mit der schlichten Bemerkung: „Das glaube ich nicht“. Oder: „Das habe ich in den sozialen Medien anders gelesen. Und der Präsident sagt auch, daß alles eine Erfindung der Alt-Medien ist, Fake eben“. Man zeigt den Flat-Earth-Gläubigen, in den USA nicht selten und meist Trump-Anhänger, Bilder aus dem Weltraum von der blauweißen Erdmurmel in der Schwärze des Alls, und sie bestehen darauf, daß die Erde eine Scheibe ist. Das sehe doch jeder täglich, wenn er durch die Gegend fahre. Auch die Kugel ist also Fake.

So irre sind Teile der „weisen“ Spezies Homo im fostfaktischen Zeitalter geworden, daß alle wundergläubigen Fatima-Pilger, die die Kugel-Erde, um die der Papst herumfliegt, schon lange in ihr Bibel-Weltbild integriert haben, nachgerade als Exponenten der Aufklärung erscheinen.  Sie glauben, daß die Schöpfung ein Ziel hat: das Reich Gottes. Daß der Mensch daraus eine Wüste machen könnte, dürfte auch ihnen bald aufgehen. Hoffentlich.

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Eine Antwort zu Homo terribilis und/oder Homo suicidalis…

  1. Terminator II schreibt:

    Die Menschen sind einfache zu dumm und haben es schlicht nicht verdient zu überleben.
    Der Mensch ist das einzige Lebewesen der seine eigenen Lebensgrundlagen zerstört. Kein Tier macht das!
    Sollen die Menschen dich verrecken.

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