Trumpismus und Erotik (zum #MeToo)

Wir dürfen nicht vergessen: An der Spitze der freien Welt steht ein Mann, den man als Summe und Repräsentanz all jener dauergeilen Filmmogule, Konzernspitzenlüstlinge und Büroböcke in Chefsesseln ansehen muß, weil er das Pussygrabbing als hinnehmbares männliches Verhalten in den Kodex der Politik und ins Zentrum der Macht eingeführt hat. Auch dafür und nicht trotzdem haben ihn Frauen gewählt. Ihr Wahlverhalten erscheint heute als zynisch umgedrehtes „Me Too“: Bitte mich auch! Raffinierter hätten es sich die hartgesottensten Frauenverächter dieser Welt, die sich von Trump nun den Weg weisen lassen, nicht ausdenken können. Alles was Frauen jetzt im Hashtag beklagen und anklagen erfüllt demnach ihre heimlichsten Wünsche. Die Welt, auch große Teile der weiblichen, ist kontaminiert von der widerlichen Spielart des trumpistischen Patriarchats. Wer, wie jüngst ein britischer Soziologe mit Blick auf #MeToo in Großbritannien (Rücktritt von Verteidigungsminister Fallon), von einem „Sieg des Feminismus“ spricht, hat die Fatalität, die mit der Welle der Anklagen zutage getreten ist, nicht verstanden. Nicht zu verbergen ist nämlich mehr die weibliche Komplizität im Dienst der eigenen Karriere und Machterweiterung. Sie gleicht durchaus der mit den katholischen Kirchenfürsten, denen Weiblichkeit seit alters eine mindere Form von Menschlichkeit ist.

Eins der modernen Standardwerke zum Thema Macht, Gewalt und Erotik ist „Der heilige Eros“ (L’Érotisme, 1957) von Georges Bataille.  Dort heißt es u.a.: „Die Stimmung elementarer Gewaltsamkeit beherrscht alle Äußerungen der Erotik. Das Gebiet der Erotik ist im wesentlichen das Gebiet der Gewalttätigkeit, der Vergewaltigung. In der Erotik geht es immer um die Auflösung jener Formen des sozialen, geregelten Lebens, welche die diskontinuierliche Ordnung der Individuen ausmachen.“ Solche Gedanken sind so schockierend wie zielführend, wenn es um die Klärung des ungeheuer verbreiteten Phänomens sexuelle Gewalt in der Welt geht – und eben auch in der westlichen, angeblich zivilisierten und nicht nur in Indien oder Afrika.

Im Jahr 2000 erschien in den USA von R. Thornhill und C.T. Palmer „A Natural History of Rape„. Ausgehend von der These, die Interaktion von Genen und Umwelt  bringe jegliches Verhalten, also auch (sexuelle) Gewalt, hervor, wird die männliche Vergewaltigung als Produkt der Evolution verstanden. Demnach haben Männer immer die weiblichen Gegenüber als Objekte ihres elementaren Reproduktionsbedürfnisses, worin sich ihre Männlichkeit auswies, verstanden. Subjekt solchen Verhaltens war der auch von Frauen bewunderte „tolle Hirsch“, der auch, was immer sich ihm verweigerte, ggf. mit Gewalt nahm. „Come out bitch. I want to fuck you!“ befahl der aus dem Herzen der Vergewaltigungskultur, Afrika, Zugereiste kürzlich einer in den Bonner Siegwiesen campierenden Studentin. Er war sicher, daß es sich nicht um ein Verbrechen handelte, wie seine Einlassungen zur Tat nahelegen. Sondern um so etwas wie ein natürliches männliches Recht.

Der Islam hat, wie es seine Art ist, aus dem so komplexen wie gefährlichen Geschlechterverhältnis eine Konsequenz nach dem Vorbild der Lösung des gordischen Knotens gezogen. Er befiehlt die rigorose Trennung der Geschlechter im öffentlichen Raum und versucht, die Gefahr einer möglichen Restanziehung aus der Ferne durch die Verhüllung des weiblichen Körpers zu bannen. Die Geschlechter werden in die Ordnung der Familie und der Ehe gesperrt in der Hoffnung, daß dann „nichts passiert“ oder nur das „Erlaubte“. Da ist Allah dann generös. Zu Hause kann der Ehemann mit seiner Frau oder seinen Frauen (fast) alles machen, was er will. So soll, hoffte wohl der Prophet, der Druck aus dem Kessel genommen werden. Fakt ist, daß die islamische Welt eine Hölle der täglichen sexuellen Gewalt und Sklaverei ist, die zu beschreiben immer mehr Frauen aus dieser Kultur den Mut haben. Diese Hölle wäre einen Hashtag wert.

Nicht wenige feministische Aktivistinnen und Theoretikerinnen geben den Frauen eine gehörige Mitschuld am Elend der täglichen sexuellen Gewalt. Sie sollten nicht auf schnelle und grundlegende Änderungen im Verhalten männlicher Alphatiere wie Trump und Weinstein warten, zumal es in der Regel Mütter sind, die ihrer männlichen Brut, meist im Glauben, einer natürlichen Ordnung zu folgen, jenes völlig unangebrachte Gefühl männlicher Überlegenheit und Großartigkeit vermitteln. Männer. die mit solcher abwegigen Selbstüberschätzung ins Leben starten, werden von diesem regelmäßig bestraft. Und das sollten doch auch die Mütter nicht wollen.

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