Böse Bombe

Der Friedensnobelpreis 2017 geht an Ican, eine Organisation, die sich für die Ächtung, das Verbot, die Abschaffung von Atombomben einsetzt. Als Obama sich als frisch gewählter Präsident für das gleiche Ziel aussprach, bekam er prompt den gleichen Preis. Darüber freuten und freuen wir uns wieder. Warum auch nicht? Mit der Bombe kann man, betrachtet man die Potentiale der Atommächte, den Planeten in kürzester Zeit menschenfrei machen. Das will doch niemand.

Wir sollten das nukleare Untier deshalb verbannen und auch vergessen, wie man es herstellen kann. Alle Gebrauchsanweisungen, auch die in Pjöngjang befindlichen, werden verbrannt, die bestehenden Bestände entsorgt, vielleicht in Anatolien. Dann atmen wir tief durch, konzentrieren uns auf den Bau sauberer und doch auch sehr effizienter Bomben, wie sie kürzlich Trump in Afghanistan abwerfen ließ, und führen wieder anständige Kriege ohne Strahlungsschäden mit unkalkulierbaren Folgen für alle Zukunft. Mit der Afghanistan-Bombe („Mutter aller Bomben“) kann man Nordkorea auch plattmachen, zumal es sich dann nicht mehr wehren kann. Vielleicht kann man auch die Krim zurückerobern, ganz konventionell. Aber Vorsicht, denn die Russen besitzen den „Vater aller Bomben“. Den schmeißen sie dann auf Manhattan mit schlimmeren Folgen als 9/11.

Und mit den Israelis wird es auch Probleme geben. Deren Bombe gibt es offiziell gar nicht, obwohl jeder weiß, daß es sie gibt. Sie werden sagen, nö, unsere Bombe, die wir gar nicht haben, kriegt ihr nicht. Wo kämen wir da hin? Ins Mittelmeer wahrscheinlich, wie es schon 1967 geplant war. So, mit den bombenlosen Juden im Mittelmeer in Schlauchbooten auf dem Weg nach Griechenland, läßt sich der Nahostkonflikt auch nicht lösen. Und Ausnahmeregelungen für Nordkorea und Israel, damit die nicht zu Klump geschlagen werden von ihren Nachbarn, sind auch nicht das Ei des Kolumbus, denn nun würden beide ihre atomfreien Nachbarn bis zum Sankt Nimmerleinstag erpressen können.

Die Guten Menschen, die bei Ican arbeiten und dafür den Preis bekommen haben, auch als Reaktion auf das Kriegsgeschrei von Kim Jong Un und Donald Trump wahrscheinlich, haben nicht verstanden, daß die Bombe kein Untier ist, kein böser Geist, sondern ein Friedensengel, den irgendein lieber Gott zu den Menschen geschickt hat  Der Engel durfte in Hiroshima und Nagasaki Proben seines Könnens abliefern, um die ziemlich mißlungene weil lernresistente Krone der Schöpfung davon abzubringen, sich immer wirkungsvoller konventionell zu massakrieren wie zuvor in beiden Weltkriegen. So entstand das paradoxe historische Phänomen, das als „nuklearer Frieden“ in die Geschichte eingehen wird, sofern es noch eine geben kann. Diesen nun über 70 Jahre währenden Frieden zwischen den großen und mittleren Mächten würde die Verbannung der Bombe mit ziemlicher Sicherheit beenden. Dafür mußte – so ist wohl das Kalkül jenes Gottes zu interpretieren – an den Einwohnern Hiroshimas und Nagasakis ein grausames Exempel statuiert werden. Ein Opfer, wie es Götter bekanntlich lieben. Es darf nicht umsonst gewesen sein. Begreifen wir die Bombe als Geschenk!

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Eine Antwort zu Böse Bombe

  1. Dr. Seltsam schreibt:

    War klar, dass exakt diesee Beitrag kommt. Trotzdem gut

    Gefällt mir

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