Die Wahl und die Islamophobie

Hat wenigstens das Wahlergebnis etwas mit dem Islam zu tun? Offenbar wenig oder nichts. Die AfD ist „rechtsradikal“, „faschistoid“, „fremdenfeindlich“, „dumpfbackig“ und was sonst noch. Der Vorwurf, sie sei islamfeindlich, habe deswegen Wähler angezogen, wurde zuletzt anders als früher kaum vernommen. Haben die AfD-Kritiker vielleicht bemerkt, daß man mit dem Vorwurf „Islamfeindlichkeit“ oder gar „Islamophobie“ niemand mehr in die Schmuddelecke stellen kann, also dorthin, wo man die AfD gerne hätte?

Es scheint so, als hätten auch die Opinion-Leader in Medien und Politik allmählich begriffen, daß der Islam keine Religion für das private Gebetskämmerlein oder für den harmlosen Moschee-Gang am Freitag ist, sondern im Kern eine politische Bewegung, die Staaten zwingt, Apostaten polizeilich zu schützen, weil diese sich als Islamkritiker hervorgetan haben. Keine andere Religion in der westlichen Hemisphäre veranlaßt die Polizei dazu, wie im Falle Rushdie, Hamed Abdel-Samad, Seyran Ates, Ayaan Hirsi Ali und vieler anderer, Bürger vor Mörderbanden zu schützen, die von höchsten religiösen Autoritäten losgeschickt werden, um Menschen zu töten, die sich nicht ans vorgegebene Glaubensschema halten. Ob das „Normalität“ sei, fragte einigermaßen entrüstet die ZEIT, „daß in Deutschland die Verfechter einer liberalen, also reformerischen und dezidiert demokratiefreundlichen Islam-Theologie nicht frei leben können?“ Und daß die Reform-Muslime wiederum bezichtigt würden , mit ihrer Kritik am „Betonislam“ die „rechte Islamophobie“ zu schüren, sei „vollends fatal“.

Wer immer die Tatsache eines erzpatriarchalischen, gewaltbereiten, im theologischen Grunde unreformierbaren Islam relativiert und verharmlost („gehört zu Deutschland“), wer „Islamophobie“ unkritisch als Kampfbegriff benutzt und mechanisch den „Rechten“ zuordnet, wie es dieser ZEIT-Artikel tut,  vertritt implizit – um auf das geheimste Motiv jeglicher Islam-Rechtfertigung zu kommen –  auch das Interesse verwandter Religionen, deren Gewaltbereitschaft einzudämmen den Westen einige Jahrhunderte gekostet hat und die jetzt um ihre Daseinsberechtigung kämpfen. Unterdessen warnt die Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam, Susanne Schröter, vor einer „Pathologisierung der Islam-Kritik“, wie sie sich im Begriff „Islamophobie“ ausdrücke.  Auch eine neue und lange vermißte Einsicht, nachdem hemmungslos den Kritikern auch in serösen Medien unterstellt wurde, sie litten bezogen auf den Islam unter einer Phobie, seien also krank. Wer sich vor dem Islam fürchtet wie viele AfD-Wähler, ob er nun Muslime persönlich kennt oder nicht, ist eher als Realist denn als Kranker einzuordnen.

Bezogen auf das Wahlergebnis muß also festhalten werden, daß die Unsicherheit und die Angst, die auch zu ihm geführt haben, sehr wohl mit dem Islam und der Religionszugehörigkeit der (männlichen) Migranten, nicht so sehr mit diesen als Flüchtlingen, zu tun hat. Sie sagen selbst, man begegne ihnen mit Mißtrauen, weil sie Muslime seien. So ist es. Daß die Gründe dafür auf der Hand liegen, wird seit „Köln“ und den jüngsten Statistiken über Sexualdelikte nicht mehr geleugnet, aber immer noch werden vor allem „Jugend“, „Männlichkeit“ und „Verrohung durch den Krieg“ als Ursache von Übergriffigkeit und Gewalt ins Feld geführt, weniger die Ideologie der Frauenverachtung, die dem Islam so inhärent ist wie dem Christentum und dem Judentum, allerdings in der modernen Welt mit für Frauen verheerenden Folgen einzig im islamischen Kulturkreis.

Die libanesische Schriftstellerin Joumana Haddad veröffentlichte zu diesem Thema ebenfalls in der ZEIT einen Text, der die Frauen ihrer Kultur auffordert, sich der Entmenschlichung durch diese Kultur bewußt zu werden und dagegen aufzustehen. Besonders demütigend für die Frau findet Haddad die Tatsache, daß in den meisten islamischen Ländern der Vergewaltiger straflos davonkommt, wenn er sein Opfer heiratet. In Saudi Arabien würden Vergewaltigungsopfer wegen „Hurerei“ ins Gefängnis gesteckt, wenn nicht sogar von Familienmitgliedern ermordet.  Der Ausdruck „Vergewaltigung in der Ehe“ sei für viele Araber – Männer wie Frauen – eine Tautologie, denn Geschlechtsverkehr sei eine Koran-affine eheliche Pflicht. Gegen die Unwilligen ist Gewalt explizit erlaubt. Fazit der Autorin: „Gesetze und Traditionen unserer Länder demütigen uns und weisen uns ‚unseren Platz‘ an: eine kleine dunkle Ecke im riesigen Universum des arabischen Mannes.“

Nach dem Schema auch der deutschen Islamversteher ist Joumana Haddad eindeutig islamophob, und man kann vermuten, daß man ihr, würde sie bei uns leben, in diesen willkommenskulturellen Kreisen raten würde, was sie auch Sahra Wagenknecht rieten: „Dann geh doch gleich zur AfD!“ Und das ist genau der Punkt, an dem Menschen, die das Wesen des Islam halbwegs verstanden haben, nämlich in seiner Geschlechter-Ideologie, den Weichspülern und Relativierern unter den Guten Menschen einen Denkzettel verpassen wollten. Für sie wäre ein Islam, der wirklich mit allen Konsequenzen seiner Dogmatik „zu Deutschland gehörte“, gelinde gesagt eine Katastrophe und eine Fluchtursache.

 

 

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