„Gehört der Islam zu Deutschland?“

Diese Frage schmückt als Titel ein neues Buch des Orientalisten Alfred Schlicht, und mancher mag denken: Nicht schon wieder! Was soll das? Was ist „der Islam“ und was meint „gehören“? Ob als Tatsachenbehauptung oder als Frage formuliert – in beiden Fällen ist der Satz bei kritischem Hinsehen inhaltslos, ein politisches Statement, das lediglich sagen soll: Seid nett zu den Türken. Sie sollen uns doch wählen und das Bruttosozialprodukt steigern helfen. Mit einer Religion im engeren Sinn, ihren Dogmen und Vorschriften hat der Satz nichts im Sinn. Würde er sich mit ihnen beschäftigen, kämen vielleicht Zweifel an der Kompatibilität der islamischen Form des Monotheismus mit der deutschen bzw. europäischen Kultur und Geschichte. Sie kämen sogar ziemlich sicher. Denn der Islam, nimmt man ihn ernst, duldet explizit keine Demokratie. Die einzige Regierungsform, die er akzeptiert und fordert, ist die Theokratie. Allein „Gott“ soll herrschen mit Hilfe seines Gesetzes – der Scharia. Alles andere ist unislamisch. Hätten die Muslime in Deutschland die Mehrheit, wären wir eine Theokratie. Auch wenn das AfD-Denke zu sein scheint, ist es nichtsdestoweniger wahr.

In Europa haben wir seit 250 Jahren gelernt, daß Religion dann kein Unglück für die Menschen ist, wenn wir sie von der Politik trennen und in die Privatsphäre absondern. Dort mag sich an ihr erfreuen wer will. Das nur kann Religionsfreiheit meinen. Wir sollten sie wertschätzen. Aber die Muslime, die zu uns kamen, um zu arbeiten und die dann blieben, haben natürlich die 250 Jahre Aufklärung nicht aufarbeiten können in 50 Jahren. Sie leben jetzt unter uns und gehören zu uns. Kein Zweifel. Aber ihre Religion, sofern sie sie pflegen, hat privat zu sein und kompatibel mit unseren Regeln und Gesetzen, die wirklich schwer erkämpft wurden. Dazu gehören die Umgangsformen der Geschlechter zuallererst.

Alfred Schlicht wurde zu seinem Buch vom Deutschlandfunk interviewt und stieß auf eine Redakteurin, die etwa auf seine Thesen und Zitate zur Gewalt im Koran das wenig durchdachte Stereotyp produzierte: „Aber gewaltverherrlichende Passagen kennen wir beispielsweise auch aus der Bibel.“ Aber ja! Dort werden im Namen des Herrn, den Jesus seinen „Vater“ nannte, ganze Völker ausgerottet. Nur liest heute weder ein Christ noch ein Jude das Alte Testament so, wie die Hardcore-Muslime ihr heiliges Buch lesen. Ihre unhistorische und immer wieder den Terror provozierende Lesart schottet sie in ihren Kommunities von den Ungläubigen ab, wie Schlicht schreibt. Parallelwelten sind entstanden, in denen Frauen glauben, sie müßten sich in der Nachfolge der Ehefrauen Mohammeds verschleiern und den Männern gehorchen, unmündig wie Kinder. Zwangsehen und Ehrenmorde gehören zur weiblichen Schicksalsgemeinschaft, selbst bei den vom IS drangsalierten Kurden und Jesiden, die (letztere keine Muslime) mit den arabischen Muslimen das archaische patriarchalische Gesellschaftsbild teilen. Sollte dies einmal zu Deutschland gehören, könnte Geschichte rückwärts laufen.

„Viele Muslime glauben,“ sagt Schlicht, „daß sie der hiesigen Gesellschaft weit überlegen sind. Es gibt ja auch im Koran (Sure 3,110) die Aussage ‚Ihr seid die beste Gemeinschaft‘. Und viele Muslime glauben auch, daß sie, egal wie die Realität um sie herum ist, eigentlich von uns nichts lernen können und daß die einzige Möglichkeit, Probleme unserer Zeit zu lösen, im Koran zu finden ist.“ Ganz sicher lernen sie, sofern gläubig, nicht, daß Demokratie auch für sie die angemessene Herrschaftsform ist. Für Schlicht ist es „traurige Realität, daß viele Muslime sich unter Berufung auf den Islam von unserer Gesellschaft abschotten“.

Wer das nicht wahrhaben will und wider besseres Wissen bei jeder meist traurigen Gelegenheit wiederholt „Das hat den Islam nichts zu tun“, verfolgt ein unlauteres, vernebelndes politisches Ziel. Letztlich steht die freie Gesellschaft vor dem Dilemma, den Muslimen, sofern sie „integriert“ werden sollen, ihre Religion wenigstens in der Gestalt zu nehmen, die im siebten Jahrhundert in Medina entstanden ist und sich in jüngster Zeit zunehmend verhärtet und radikalisiert. Zumindest die in Unmündigkeit gehaltenen und religionskompatibel zu Objekten degradierten Frauen würden langfristig dafür dankbar sein.

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