Planet der Schaben

Schon seit langem weiß man, daß nur die Schaben das nukleare Feuer überleben werden, welches ein Krieg der Großmächte und anderer Besitzer der Atombombe entfachen würde. Daraus ist der Schluß zu ziehen, daß die „Bombe“ keine Waffe ist – sondern die Metapher für die historisch erstmalige Situation. Die besteht seit 1945 darin, daß nur um dem Preis der Selbstvernichtung die menschliche Spezies Kriege auf dem höchsten Stand der Technologie führen kann, wie sie es bis zum August 1945 gewohnt war. Damals fielen die Bomben auf Hiroshima und Nagasaki und seit damals bewahrt die Bombe den Planeten in paradoxer Weise vor dem Dritten Weltkrieg. Seit 72 Jahren, länger als je in der Geschichte.

Es ist nicht davon auszugehen, daß Donald Trump weiß, was eine Metapher ist, gar was die „Bombe“ als Metapher ist. Vor seiner Wahl fragte er einmal einige ihn beratenden Militärs: Wir haben doch die Bombe. Warum setzen wir sie nie ein? Die Beratenden erstarrten. Dieser Mensch hält also die Bombe für eine Waffe, mit der man Krieg führen kann! Und jetzt ist er Präsident der atomaren Supermacht. Beten ist angesagt, aber das hilft nur noch den gläubigen Muslimen, wenn man es denn korrekt ausführt. Es ist nicht davon auszugehen, daß all die Trump-Wähler in den Overfly-States das atomare Feuer zur Vernichtung aller Feinde Amerikas wollten. Aber sie haben die Chance, daß es aufflammt, gehörig verstärkt.

Und jetzt? Mit Hitler bedrohte zuletzt ein vom Rassenwahn Besoffener die Welt, die ihn mühsam und mit hohen Kosten niederringen konnte. Der Wahn Trumps ist der überlebensgroße Narzißmus, die Besessenheit von einem Ego, das um seine eigene unendliche Beschränktheit nichts weiß und auf der Entwicklungsstufe eines Pubertierenden der Welt zeigen will, daß man vieles durchaus machen kann, was bisher undenkbar war. Hitlers Krieg war durchaus denkbar, und er hätte ihn fast gewonnen; Trumps Krieg wird mit der Menschheit als dem einzigen Verlierer der letzte sein. Er ist nicht zu gewinnen, und alle, die jenen Minimalverstand besitzen, an dem es dem Präsidenten mangelt, wissen es.

Die USA schenkten Europa einst den Frieden und die Demokratie, auch den Wohlstand. Jetzt schenken sie der Welt den ultimativen Wahnsinn in der Gestalt ihres Präsidenten. Sogar Kim Jong Un hat, was seine Aufrüstung betrifft, noch einige nachvollziehbare Motive vorzuweisen. Er will dem Schicksal Saddam Husseins und Gaddafis entgehen. Er will sich so teuer verkaufen wie möglich, damit niemand auf die Idee kommt, mit Nordkorea so zu verfahren wie mit dem Irak und Libyen. Seine Rhetorik ist genau so testosterongeschwängert und pubertär wie die Trumps, aber das ist seiner Kultur geschuldet und vor allem nach innen gerichtet. Daß Trump das nicht merkt, macht die Sache so gefährlich. All die Abwiegler, die sich jetzt wieder auf die Expertenstühle setzen und erklären, warum es keinen Atomkrieg geben könne, haben ihre Geschichtslektion nicht begriffen. Auch damals, als der Erste Weltkrieg ausbrach, hatte man ihn noch Tage zuvor für unmöglich gehalten. Trump ist zu dumm und ungebildet, um die Komplexität der politisch-militärischen Welt auch nur halbwegs zu begreifen. Also spielt er mit der Welt wie der Führer in Chaplins Hitler-Film mit seinem Ballon-Globus. Und wir sehen zu und scheinen keine Handhabe zu besitzen, diesen Psychopathen von der Macht zu entfernen.

Oder gibt es in Washington schon jene Verschwörung, die die Welt retten kann?

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