Gotteslästerung und Vettern-Wirtschaft

Der Islam, wie er sich der Welt heute darbietet, wäre spätestens seit dem Fall Rushdie nicht mehr als moralische Maßstäbe setzende und entsprechende Respektierung einfordernde Weltreligion zu rechtfertigen, wenn nicht Christen und Juden quasi verpflichtet wären, ihn als Enkel Abrahams und damit Verwandten, als Vetter also,  in Schutz zu nehmen gegen die Angriffe aus der säkularen Welt  Die kann nur den Darwinschen Affen als Stammvater vorweisen und somit eigentlich keinen Verwandtenstatus beanspruchen. 

Das Menschenrecht „Religionsfreiheit“ schützt in nicht-islamischen Ländern Menschen, die  „glauben“, davor also, „erwachsen“ werden zu müssen, wenn ihnen das als zu risikoreich erscheint. So wie die modernen Nesthocker mit 30 sich in den Wohnungen ihrer Eltern nach Jungvogelart atzen lassen, um schließlich erfahren zu müssen, daß sie den Anforderungen des feindlichen Draußen nicht gewachsen sind. Die säkularen permissiven Gesellschaften des Westens mit ihrem Toleranz-Dogma und gelebter Gottesferne  verhalten sich zum Islam wie „aufgeklärte“ 68er Eltern zu den unbedachten Drogen-Ausschweifungen ihrer Brut, hoffend, das Ausschweifende, über die Stränge Schlagende (IS etc. ) würde sich irgendwann auswachsen. Auch das religionsdurchdrungene, hexenbesessene, höllenfürchtende mittelalterlich-frühneuzeitliche Europa fand ja irgendwann heraus aus der heiligen Dunkelheit- und erfand für seine bedürftigen Massen ersatzweise Faschismus und Stalinismus.

Man kann offenbar Religionen temporär eliminieren, nicht aber das Religiöse. Diese Einsicht steht hinter dem Menschenrecht auf Religionsfreiheit. Jeder soll alles glauben dürfen, wenn er damit nicht anderen schadet. Dieser Vorbehalt wird immerhin heute gemacht und war ehemals alles andere als selbstverständlich. Der Islam schadet aber. Das ist zwar nicht sein Alleinstellungsmerkmal (auch Hindus und Buddhisten schaden Menschen, die keine Hindus oder Buddhisten sind, indem sie sie töten), aber die Konsequenz und Radikalität, womit der Islam, der auch zu Deutschland gehören soll, sein Schädigungswerk weltweit betreibt, verleiht ihm doch eine Sonderstellung unter den Gottesmächten. Er befindet sich, um auf die Familienmetapher zurückzukommen, gerade in einer spätpubertären Krise, worin er wie viele junge Männer zwischen 16 und 28 Gewalt für ein genuines Konfliktlösungsmittel hält. Er bunkert, so scheint es, gerade den Sprengstoff, den es braucht, das Elternhaus, das Haus Abrahams und Sarahs, in die Luft zu jagen.

Vielleicht kann nur ein unterkomplexes Gehirn wie das von Donald Trump mit seinem Muslim-Ban die Gefahr erspüren, indem es alle Skrupel und alle Selbstkritik hintanstellt. Instinktiv scheint es zu wittern, daß im 7. Jahrhundert der Menschheit jener finale Prophet, das Siegel der Propheten, geschenkt wurde, der ihr Ende als Konsequenz einer bedingungslosen Toleranz zumindest folgerichtig erscheinen läßt. Der Islam wäre dann die Endstufe in der  Evolution der Religionsformen, die entweder zum Ende der Religionen selbst führte oder zum Ende schlechthin. Dieses Ende würde ein weltweit siegreicher Islamischer Staat oder sonst eine Mutation des Kalifats repräsentieren. Und dies deshalb, weil wir sie gewähren lassen mußten, weil sie an einen Gott zu glauben vorgaben, der irgendwie derselbe war, der dem Selbstbild des Westens sein Fundament gegeben hatte. Der mit dem Bart auf Michelangelos Gemälde in der Sixtina.

Der Kulturtheoretiker Jean-Pierre Wils von der Universität Nijmegen legte, angeregt durch den Mord an Theo von Gogh, der eher eine rituelle, d.h. gottgefällige Opferung durch einen marokkanischen Gotteskrieger war, eine Studie zum Thema Gotteslästerung und ihre Konsequenzen in der modernen Welt vor. Darin stellt er fest, daß auch in dieser Welt die potestas dei noch immer das Herrschaftsprinzip ist, „ohne das man sich die Bestandserhaltung der Gesellschaft schlechterdings nicht vorzustellen vermag.“ Dabei sei an die Stelle der „theologischen Sorge“ um das jenseitige Heil die „soziologische Sorge getreten, die zwischen Religion und Gesellschaft unverblümt das Band der Nützlichkeit knüpft“. Deshalb, so ein uraltes Credo, müsse die Ausbreitung des Atheismus um jeden Preis verhindert werden.

Diese Position, das wissen wir, vertritt am konsequentesten der Islam. Nicht wenige Christen sind ihm dafür dankbar und werfen sich in die Bresche, wenn es um Schutz vor der islamophoben Flut geht. „Nicht die Wahrheit einer Religion ist wichtig,“ schreibt Wils, „sondern ihre Funktion als Stabilisator eines Kollektivs.“ Daß sie diese Funktion nicht erfüllen kann und wohl auch nicht will, davon zeugt die Geschichte, die – so Walter Benjamin – aus einer unendlichen Abfolge von Kriegen und Gewaltexzessen besteht. Modell hierfür ist die Eroberung des Landes Kanaan und die rigorose Ausrottung seiner Bewohner durch die von ihrem Gott angefeuerten Israeliten.

„Es ist niemals ein Dokument der Kultur (etwa das Alte Testament), ohne zugleich ein solches der Barbarei zu sein“ (Walter Benjamin).

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