Heim ins Reich?

Warum wollen die Türken, die hier in Europa, in Deutschland leben, lieber nicht so leben, wie man in Europa, in Deutschland lebt? Das fragen sich die Analysten nach dem Referendum. Und nicht wenige Deutsche klatschen der AfD Beifall, wenn sie diesen Mitbürgern, die jubelnd die Halbmondfahne schwenken, nahelegt, in den im Herkunftsland sich entwickelnden Gottesstaat zurückzusiedeln. Aber verstehen die Bio-Europäer überhaupt, was die Beweggründe für den Erdogan-Hype sind? Er war es, der den Auslands-Türken befahl, sich nicht zu assimilieren, sondern in Parallelgesellschaften sich einzurichten und das Türkentum als nicht zuletzt islamische Daseinsform zu bewahren inmitten des gottlosen Gast-Kontinents.

Das Plebiszit der europäischen Türken war nicht zuletzt eins für Allah. Dieser Aspekt wird kaum beachtet in den enttäuschten Kommentaren zum Ausgang des Referendums.  Der Islam garantiert den Muslimen jene Identität, die ihnen die Europäer mit ihrem Verlangen, sich zu assimilieren, verweigern. Sie ertragen das Fremdsein als Muslime, obwohl sie sich nicht wohl-, nicht akzeptiert fühlen, weil sie wissen, daß es in der Türkei, in der ganzen islamischen Welt noch viel schlimmer ist als im kalten Europa. Ein Sultanat scheint ihnen in der Heimat der Eltern und Großeltern den Gefahren der Gegenwart angemessen. Immerhin ist Erdogan nicht Khomeini. Denken die, die für „Ja“ stimmten. Sie werden sich noch wundern.

Zu beobachten ist, daß noch andere Völker dieser Welt. religiös befeuert, gerade durchdrehen – darunter das amerikanische. Die am heftigsten glauben, an welchen Gott auch immer, drehen am heftigsten durch. Indem sie alle Wahrheit für sich beanspruchen, entsteht um sie herum eine Welt aus Feinden. Die deutschen Muslime leben unter Feinden. Auch für sie ist ihr Gott ein‘ feste Burg. In der Moschee lernen sie, daß sie weniger Türken, Araber, Afghanen sind, sondern zuerst Muslime. Der ungläubige Beobachter findet eine Glaubens-Quelle der europäischen Muslime, wenn er den Wunsch nach einem neuen Sultanat, besser Kalifat, am Beispiel „Gottesreich“ erforscht.  Nur dort kann der Muslim der Macht der gottlosen Imperien des Westens, des altbösen Feinds, widerstehen. Auch er hat allmählich begriffen, daß Christen und Juden seine natürlichen Verbündeten im Kampf gegen die Ungläubigen sind. Der Same Abrahams auf einer wie auch immer gestalteten Fahne, wäre das Symbol (ein Tropfen?) für die Gemeinschaft seiner Ur-Ur-Enkel im Kampf. Zumal das Kreuz und seine Theologie wachsender Skepsis begegnet.

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