„Der Untergang des amerikanischen Imperiums“

Das Imperium wird seit 1776 demokratisch regiert. Es hat sein Modell seit dem 20. Jahrhundert mehr oder weniger erfolgreich exportiert, u.a. nach Deutschland. Jetzt ist Schluß damit. Es wird nicht mehr exportiert. Es wird abgeschafft.

Aus der halbwegs zivilisierten Demokratie und Vormacht der westlichen Welt entsteht vor unseren Augen eine Mobokratie, eine Herrschaft des Mobs. Die vornehme FAZ nennt Trump „Präsident des Mobs“. Das ist im höchsten Grade politisch inkorrekt und ganz nach dem Geschmack der hochnäsigen Eliten und ihrer Sprachrohre. Man denke an Gabriels Pegida-Beschimpfung („Pack“). Aber es hilft nichts. Mit Political correctness kommt die Welt gegen diesen Präsidenten und sein faschistoides Team mit einem Lenin-Klon im Hintergrund nicht mehr an. Wir wissen es jetzt schon und brauchen nicht mehr abzuwarten, was noch alles passiert. Steve Bannon hat angekündigt, das Land, das er aus dem Dunkel heraus regiert, nie wieder an jene zurückzugeben, die sich als Liberale und Demokraten verstehen und die aufgeklärten, rational argumentierenden  Medien für ihre Verbündeten halten. „Wenn ihr denkt, daß sie (das „Volk“) euch euer Land kampflos zurück geben, irrt ihr euch,“ sagte ein fröhlicher Darth Vader als Stargast einer Veranstaltung des erzreaktionären CPAC (Conservative Political Action Conference). In Trumps Reden, so Bannon, sei alles vorhanden gewesen, was der Präsident  jetzt umsetze  „Das müssen einfach alle mal klarkriegen“. Manche denken erschrocken an „Mein Kampf“, wo auch alles drinstand, was später umgesetzt wurde, und kaum einer hat es klargekriegt. Ein jüdischer US-Journalist, John Podhoretz, hat auch mit Blick auf den anschwellenden Antisemitismus in Gottes eigenem alttestamentarischen Land bemerkt: „Trumps Kampagne hat einen Stein hochgehoben, und alle diese Viecher sind herausgekrochen. Die Codes und versteckten Andeutungen haben den Anschein geweckt, daß die Leute mit etwas, das sie bisher nur im Verborgenen getan haben, nun vorwärtsmarschieren können.“ Bis alles in Scherben fällt, könnte man als Deutscher, der sich in seinem Liedgut auskennt, ergänzen.

Die seriösen Medien verschmelzen für Trump, Bannon und Konsorten mit dem politischen Gegner, den Demokraten, zur Opposition und sind damit, trotz der in der Verfassung an erster Stelle garantierten Pressefreiheit, nicht mehr Bestandteil des Systems der Checks and Balances. Sie sind folgerichtig mit aller Energie und Methoden der Unfairness und der „alternative Facts“ zu bekämpfen, weil sie „Feinde des Volkes“ geworden sind. Die Welt kann diesen Kampf jeden Tag beobachten. Wie auch in der Türkei, in Ungarn und Polen. Von Rußland ganz zu schweigen. Die Voraussetzung für den Erfolg dieses Kampfes ist das, was der DREYZACK den „funktionalen Analphabetismus“ breiter Massen genannt hat, auf die Medien wie NEW YORK TIMES, TIME oder CNN keinen Einfluß haben können, weil ihre Semantik einfach nicht verstanden wird. Ganz im Gegensatz zum Twitter-Sprech Trumps. Die Sprache macht jene Medien zu „Volksfeinden“ – eine Sprache, die analysefähig ist und differenzieren kann. Wer die Komplexität der Welt auf Vier-Wort-Sätze herunterbricht, mag zwar Erfolg haben und an die Mach kommen, den Untergang des Imperiums kann er letztlich nur beschleunigen. Wir werden es erleben.

Hinweis: Die Überschrift dieses Textes verdankt sich dem Titel eines kanadischen Films.

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