Trump, Ayaan und der Islam

Ayaan Hirsi Ali hat mal wieder quergeschossen. Trump begründete seinen Muslim Ban mit einer großen Gefahr für die USA durch den Islam, und die Somalierin, die als Politikwissenschaftlerin in den USA lebt und heute nicht mehr einreisen dürfte, ginge es nach dem Präsidenten, gibt ihm teilweise recht. Amerikanische Bürger müßten vor der Ideologie des Islam geschützt werden und vor der Gewalt, die sie propagiere. Daß allerdings Saudi-Arabien und Pakistan dem Bann nicht unterliegen, findet die prominente Islam-Kritikerin nicht plausibel. Die Maßnahme Trumps sei „tollpatschig“ zusammengeschustert und ein „Geschenk an seine Kritiker“.

Die ehemalige Muslima und spätere Atheistin, permanent mit dem Tod bedroht von den ehemaligen Glaubensgenossen, hat ein sehr spezifisches und sehr persönliches Verhältnis zur Religion ihrer Väter. Sie kritisiert den Glauben, aus dem sie sich mit bewundernswerter Energie und mit Todesverachtung nach langer Leidenszeit herauskämpfte, mit soviel Vehemenz und soviel Sachkenntnis, daß sie sich in der westlich-christlichen Welt nicht nur Freunde machte. Im Gegenteil: sie stört alle, die den Islam und die Muslime in die moderne säkulare Welt integrieren möchten, die Willkommenskulturellen jeglicher Couleur, indem sie apodiktisch feststellt: Der Islam ist nur reformierbar, wenn er Essentials seines Dogmas preisgibt. Wenn er, wie Kritiker der Kritikerin bemerkt haben, sich quasi selbst auflöst, wie mit dem Christentum geschehen. Auch der DREYZACK hält mit der Häretikerin, deren Islamkritik auch implizite Monotheismus-Kritik ist, solche radikalen Konsequenzen für unabdingbar. Sie betreffen jenen Jenseitsglauben, der mit der  daraus folgenden Lebensverachtung tausende von Suizid-Bombern produziert; betroffen ist auch das Geschlechter- und Frauenbild, das zu einer Entrechtung und Entpersonalisierung des weiblichen Menschen geführt hat mit allen bekannten Folgen für das männliche Selbstbild; und betroffen sind nicht zuletzt die Körperstrafen und die Todesstrafe für Apostasie. Daß in einigen dieser Punkte, vor allem im das Diesseits verachtenden  Jenseitsglauben, sich auch fundamentalistische Christen und Juden wiedererkennen, ist an dieser Stelle schon häufig konstatiert worden.

Dabei darf man auf keinen Fall übersehen, daß die in der islamischen Welt unter dem „Schirm“ ihrer Religion geborenen Menschen von ihrem ersten Schrei an Geiseln dieses Glaubens sind und, wenn weiblich, zusätzlich Sklavinnen ihrer männlichen Familienmitglieder. Die Kraft und den Mut, sich daraus zu befreien wie Ayaan haben naturgemäß nur wenige. Islamkritik, immer wieder mit Islamfeindlichkeit gleichgesetzt, ist kein „Rassismus“. Der Islam ist keine Rasse, der die Muslime angehören. Auch das ist trivial, muß aber angesichts der wuchernden gutmenschlichen Plastik-Sprache („Generalverdacht“, „Islamophobie“, „Fremdenfeindlichkeit“ etc.) immer wieder betont werden.

Jetzt werden sie wieder über die herfallen, die etwas Bedenkenswertes in einer Trump-Maßnahme gefunden hat, weil es nämlich in der Postfaktizität nicht darauf ankommt, ob der Inhalt einer Aussage oder Regelung richtig ist, sondern darum, von wem sie stammt. Wenn man sich danach richtet, kann man sich nämlich das eigene Denken ersparen. Das gilt übrigens auch für die Auseinandersetzung mit der AfD.

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Eine Antwort zu Trump, Ayaan und der Islam

  1. Donald Spicer schreibt:

    Ich gebe Dir und Hirsi Ali in vielem Recht. Bill Mahner sicher auch. Denn! Nicht jeder Wahnsinn von Trump ist Wahnsinn. Was er tat ist eine in erster Linie rein populistische Maßnahme. Sehr schlecht gestrickt. Was Hirsi vergisst: mit M. Pence hat die USA einen christlichen Taliban. Mit dem Rest des Kabinetts weiße, freuenfeindliche Männer. Wie Du richitg sagst, ist der Islam garnicht so weit weg von den konservativen weißen Trump Wählern. Deshalb wurde eine derart idiotische und leicht angreifbare Order erlassen. Klug wäre tatsächlich eine Debatte. Eine Debatte erfordert aber Auseinandersetzung. Das erfordert Denken. Dieses Denken ist nicht erwünscht. Denn sehr bald würden die Gemeinsamkeiten zwischen Islam und Pence klar. Soweit denken die wahrscheinlich garnicht. Es ging um Provokation und Schüren von Angst. Nichts weiter. Diese Aktion sollte vor allem spalten. Ich halte es für absolut sinnvoll die Grenzen gut zu schützen und zu wissen wer in das Land kommt. Ein pauschaler Bann ist absolut kontraproduktiv.

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