Gibt es ein Leben nach Trump?

Ein MENETEKEL

Die Gefahr, die den Planeten in seiner Existenz bedroht, kommt nicht mehr aus Rußland, aus China, Nordkorea oder vom Islamischen Staat bzw. dem Islam insgesamt – sie kommt aus der Mitte der westlichen Welt. Sie hat ein Gesicht und einen Namen. Der Mensch, der dieses Gesicht hat und diesen Namen trägt, kam zur Macht gemäß Regeln,  die wir „demokratisch“ nicht nur nennen, sondern  in einem höheren rechtlichen Sinn auch dafür halten. Diese Regeln erlauben es einer, auf die Erdbevölkerung bezogen, winzigen Gruppe wütender funktionaler Analphabeten, die Menschheit insgesamt als Geisel zu nehmen.

Ein Mann mit der Bildung, dem Verstand, der Moral eines aus einer asozialen Familie stammenden Fünfzehnjährigen ist der Geiselnehmer, den man nicht rechtzeitig aus dem Verkehr zog, weil die Regel dies nicht erlaubten. Sollten Individuen oder Gruppen der heute existierenden Spezies die Geiselnahme und den Showdown überleben und irgendwann wieder Historiker hervorbringen, werden die vor allem fragen, wie nach dem großen Tod der Saurier (Meterioriteneinschlag? Vulkanausbruch?) der Untergang einer Spezies von dieser selbst in die Tat umgesetzt werden konnte, nachdem sie so etwas wie „Aufklärung“ und „Demokratie“ hervorgebracht hatte. „Vernunft“ und ein „Gleichgewicht des Schreckens“ sollte den technisch machbaren Suizid Aller verhindern. Demokratie sollte dazu  Regeln bereitstellen. Letztere aber, eine Dialektik oder Paradoxie der Geschichte, öffnete eine Tür, die unbedingt verschlossen hätte bleiben sollen.Nicht die Diktaturen und autoritären Systeme, die es gleichzeitig gab und die ihre funktional analphabetischen Massen entrechteten, öffneten sie. Hinter der Tür blickte die entsetzte Menschheit auf den Wahnsinn in Gestalt eines Mannes mit blonder Haartolle, als sei er der Antichrist. Er war es nicht. Auch blieb die Wiederkunft des Erlösers wieder einmal aus, der zuvor als schwarzer Präsident verehrt worden war.

Niemand konnte, als es so weit war, den Einsatz der Bombe, der ebenfalls nach demokratischen Regeln erfolgte, verhindern. Unsere Vorfahren hatten nichts „falsch“ gemacht und gleichzeitig alles falsch gemacht, weil sie ihre eigenen Regeln (Verfassungen etc.) nicht durchschauten, sondern sie, uralten Gewohnheiten gehorchend, als Fetische verehrten. Einer dieser Fetische hieß „Checks and Balances“, in einer anderen Sprache „Gewaltenteilung“. Der mit der Tolle pflügte sie unter wie etwa 80 Jahre zuvor der mit dem Bärtchen alle Regeln, die sich die aufgeklärte Menschheit gegeben hatte, untergepflügt hatte.

Heute wissen wir, daß die versammelte Schwarmintelligenz des damaligen Homo sapiens nicht hinreichend entwickelt war, um den gesellschaftlich-ökonomischen Komplexitäten und den Massenvernichtungswaffen, die jene Intelligenz auch hervorgebracht hatte, gewachsen zu sein. Ein Mantra der damaligen Menschheit hatte gelautet, sie könne am Ende jedes Problem lösen, das sich ihr stelle. Dies erwies sich als tragisches Selbstmißverständnis.

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