Gibt es einen islamistischen Islam?

Oder einen islamischen Islamismus? Wir waren so schön eingespielt darauf, Islam und Islamismus fein säuberlich zu trennen – und jetzt?  Recep Donald Erdogan hat die deutsche Kanzlerin und mit ihr alle Deutschen belehrt, daß die türkische Sprache diese Unterscheidung nicht kennt und daß der Ausdruck „islamistischer Terror“ ungehörig sei. Er beleidige die Muslime, denn er meine eigentlich „islamischer Terror“. Der Islam aber könne gar nicht terroristisch sein, weil er nämlich eine Religion des Friedens sei.

Das leuchtet ein. Auch der DREYZACK hat immer wieder diese Trennung, die der political correctness entspricht (weil man nämlich keine Religion beleidigen darf) , für fragwürdig erklärt. Wir meinen, daß ein Muslim, der vor dem Louvre mit der Machete auf einen Soldaten losgeht und dabei „allahu akbar“ schreit, ein Muslim sein Leben lang bleibt, auch wenn die westlichen Islamversteher ihn einen „Islamisten“ nennen. Damit wollen sie sagen, daß er einen „falschen“ Islam, einen unfriedlichen, repräsentiert. Der richtige steinige zwar Ehebrecher, amputiere Dieben die Hand, verabreiche Bloggern Stockhiebe, verbiete Frauen das Autofahren und stecke sie bis zum Scheitel in schwarze Säcke – aber das sei alles mit Koran und Scharia vereinbar. Besucher aus Saudi-Arabien, wo diese wenig menschenfreundlichen Praktiken Alltag sind, läßt der Erdogan-Vetter Trump mit offenen Armen ins Land. Der Terror aber, der von Merkel im Disput mit Erdogan gemeinte, sei gar kein Terror, will nun dagegen Erdogan sagen, weil nämlich ein Muslim per definitionem gar kein Terrorist sein kann, sondern ein friedliebender Mensch sein muß. Oder weil er den Islam und den Propheten im Kampf gegen die Ungläubigen verteidigen muß. Was die Islamophobiker und Wortverdreher im Westen „Terror“ nennen, ist nämlich berechtigter heiliger Krieg gegen die Ungläubigen. Und den führen Muslime und keine „Islamisten“.

Genau so hat es Erdogan zwar nicht ausgedrückt, weil er nämlich gezwungen ist, sich gegen die Glaubensbrüder des Islamischen Staats und ihren „Terror“ zu verteidigen und ihnen das Islamische abzusprechen, nachdem er sie als guter Muslim lange unterstützt hatte. Aber in Anbetracht seiner Pläne für ein an ehemalige Macht und Pracht anknüpfendes neues osmanisches Reich stellt er sich jetzt schützend vor alle Muslime, auch die von Merkel &Co als „Islamisten“ diffamierten. Solange der Islam schwach ist, heißt es in einem Hadith, solle er seine Friedfertigkeit herausstellen; aus einer Position der Stärke heraus dürfe er aber die Ungläubigen in die Schranken weisen, auch mit Gewalt. Auf diese Stärke wartet mit Erdogan die ganze Umma, die muslimische Gemeinde. Dann endlich kann sie die Schmach der Unterwerfung unter den westlichen und zionistischen Imperialismus abwaschen.

Die Lehrstunde, die Merkel gratis vom Sultan erhielt und die die türkische Presse bejubelte, verdankte sie ihrer gutmenschlichen Ignoranz, die sie dazu drängte, jene Wulff-Phrase, „der Islam“ gehöre zu Deutschland , einst nachzubeten. Dies und das unreflektierte, ebenso phrasenhafte Reden über einen „islamistischen Terror“ machten sie in Ankara zur Schülerin, die ihre Hausarbeiten nicht gemacht hat und dafür gerügt werden mußte. Wer glaubt, „Islam“ sei das, was der türkische Genüsehändler um die Neuköllner Ecke ihm seit 30 Jahren friedlich-freundlich vorlebt, hat wahrlich Nachhilfestunden verdient. Der Gemüsehändler hat im Zweifel nie seinen Koran gelesen und weiß auch nichts von der auf Weltbeherrschung seit je ausgerichteten politischen Ideologie des Islam. Dies ist einer der wenigen Punkte, wo man der AfD zubilligen muß, die Wahrheit zu sagen. Die Muslime, die einige Ränge höher spielen als der Gemüsehändler, wissen um Allahs Anspruch auf alle Menschen, denn er hat sie alle geschaffen (alle, auch die noch nicht lebenden) und er hat sich nach der Schöpfung vor sie gestellt und sich gezeigt und sie verpflichtet, allein ihn zu bekennen. Solange sie das nicht tun, bleibt viel Arbeit.

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