Donald Tayyib Trump

oder: Auf dem Weg zur präsidialen Diktatur.

Ja, er ist der Größte je demokratisch Gewählte und vor einer alternativen größten Teilnehmermasse aller Zeiten inauguriert worden. Seine Bewunderer stehen schon überall Gewehr bei Fuß, um es ihm gleichzutun. Eine von ihnen, Marine, freut sich jetzt schon auf den Einzug ins Paradies (französisch „Elysée), um von dort aus gemeinsam mit Donald Tayyib und Viktor (dem Sieger) Orban und Jaroslaw Kaczynski und vielleicht auch Beppo, dem Clown, dem Spuk der Demokratie ein Ende zu machen. Die will das Volk nämlich nicht. Das Volk will väterlich-autoritäre Ordnung und jene konsequente Umsetzung von Wahlversprechen, die Donald Tayyib gerade beispielhaft vorführt. Was für ein Kerl! Jetzt präsentiert er den bibbernden Eliten seine imposanten Balls, und wer hm nicht folgt, wird gefeuert. Auf der Stelle.

Es scheint, als blieben dem tief erschrockenen Rest-Amerika nur noch der Bürgerkrieg, in welcher Form auch immer. Waffen sind ja genug im Land. Es könnte sich auch kampflos ergeben, wie die Deutschen sich 1933 ergaben. Seitdem aber müßte man für alle Zeiten begriffen haben, daß dem Volk die „Freiheit“ der Demokratie egal ist, wenn man ihm die anderen drei großen „F“ (Fußball, Fressen, Ficken) läßt. Deshalb erfand Putin die gelenkte und Orban die illiberale Demokratie. Was soll das Volk mit „Meinungsfreiheit“, wenn es keine eigene Meinung hat und auch nicht haben soll? Oder wenn es eine hat, dann die, daß es „das Volk“ ist. Freiheit ist anstrengend und überfordert in vieler Hinsicht. So auch Mündigkeit, die Voraussetzung für das Funktionieren von Demokratie.

So wie Marx sich irrte, daß das Proletariat als Vorhut der Revolution tauge, irren wir uns offensichtlich alle in der Auffassung, daß die Demokratie die ultimative Organisationsform für unsere Spezies ist. Sie ist es genau so wenig, wie der Monotheismus die ultimative Religion ist. Die Muslime (und die Christen lange Zeit mit ihnen) erleben seit Jahrhunderten, wie sie von ihrem Gott, ihrem Propheten und ihrem Buch so sehr jeder Mündigkeit beraubt wurden, daß die meisten von ihnen heute nicht einmal spüren, in welcher geistigen Zwangsanstalt sie leben müssen. Die Zwangsjacke ihrer Religion ist „Natur“. In Freiheit zu leben und zu denken bedeutet nachgerade die Sünde an sich mit anschließender Hölle..

Die Pointe der Trump’schen Revolution ist aber die geistige Nähe zu jener Zwangswelt des rigiden Monotheismus, die er spürt und die er als Islam vernichten will, wie sich immer die Nahen und Verwandten am ehesten als Feinde gegenseitig wahrnehmen. Niemand eignet sich eher zum Feind als der Nachbar. Deutsche und Franzosen können ein Lied davon singen. Früher, ehe das Wort verbraucht war, nannte man das, was Trump und die Repräsentanten des politischen Islam verbindet, das „Faschistoide“. . Aber auch hier ist Trump bedenkenlos opportunistisch: Die Steinzeit- Steinigungs-Muslime in Saudi-Arabien verschont er von der Einreisesperre, weil sie ihm als Geschäftspartner zu wichtig sind. Da ist ihm auch egal, ob sie Terroristen ideologisch und materiell unterstützen, geradezu die Brutstätte des faschistischen Islam sind.

Donald T. Trump, der Opportunist sui generis, hat keine kohärente Ideologie, aber er denkt in simplen Freund-Feind-Schablonen. Die Muslime denken in Gläubige-Ungläubige-Schablonen. Das eine wie das andere Denken ist primitiv, unreif, den Fähigkeiten durchschnittlicher Fünfzehnjähriger angemessen  – und deshalb erfolgreich. In der 15er Alterskohorte muß man das Trump’sche Gehirn verorten. Es gibt Menschen, die halten Trump für klug, weil er erfolgreich ist. Erfolgreich war Hitler auch. Nur hat er es mehr als unklug übertrieben. Trumps Erfolg verweist aber auf Schlimmeres als seine Person: auf den Niedergang der intellektuellen und moralischen Ressourcen in den Massen der westlichen Welt. Angesichts der Komplexität der Gefahren, die diese Welt bedrohen, könnte das mindestens das Ende der Zivilisation bedeuten, die diesen Namen verdient.

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