Pussy Hat versus Trump Thumb

Dies ist das erste eine Zeitenwende ankündigende Wunder des noch gar nicht so alten Jahrhunderts: Ein narzißtischer Penis ist Präsident geworden. Die beiden so signifikanten wie aggressiven Gesten des Chauvinist White Pig im Weißen Haus, der Uncle-Sam-Zeigefinger und der dauererigierte Daumen, belegen das.

Parallel zu seiner Inauguration demonstrierten die, die seine geborenen Erzfeinde sind, die Frauen Amerikas nämlich, massenhaft ihren Ekel und ihren Unwillen, mit dieser Kreatur eines moralisch disqualifizierten Amerika je Frieden zu schließen. Der amerikanisch-pakistanische Schriftsteller Ayad Akhtar nennt in der ZEIT Trump einen „wie von Thomas Hobbes entworfenen Charakter, der jeden moralischen Standard schlicht verneint“. Amerika und Millionen seiner Einwohner, so scheint es, haben sich moralisch von der westlichen Zivilisation verabschiedet. Sie wissen, wen sie gewählt haben – und deshalb haben sie ihn gewählt. Weil er der ist, der er ist: der Repräsentant einer Jeder-gegen-jeden-Mentalität, die all jene, der nicht nach oben kommen, als Looser verachtet. Sie werden trotz Trump oder wegen ihm Looser bleiben und sich wundern. Auch die Frauen jener wütenden weißen Rost-Belt-Männer waren solidarisch mit diesen. Selbst in der gegenwärtigen „aufgeklärten“ Gestalt des Patriarchats wollten sie – nachdem sie schon einen Nigger samt Nigger-Familie im Weißen Haus ertragen mußten – keine „Pussy“ dort, sondern jemand mit weißer Haut und mächtigen „Balls“.

Der Bürgerkrieg, der in den USA ausbrechen könnte, wäre auch und nicht in geringem Umfang ein Gender-Krieg, der an die Stelle des Rassenkriegs getreten wäre. Und ähnlich wie damals in Rußland die aufmüpfigen Pussy-Riot-Frauen erkoren die Organisatorinnen des „Women’s March on Washington DC“ am 21. Januar eben jene Pussy, nach der der Präsident so gerne ungefragt grapscht, zum Symbol ihrer Verneinung. Die hunderttausende Amerikanerinnen, die als Zeichen ihrer weiblichen Solidarität gestrickte rosa Wollmützen mit Katzenohren (Pussy-Hats) trugen oder sich in große ebenfalls rote Vulven („Lady’s Part Costumes“) hüllten, sind sich des neu entbrannten Kampfs um ihre Rechte und Freiheiten sehr bewußt. Sie protestieren weniger gegen eine schon lange reaktionäre Partei und ihren aus dem Ruder gelaufenen Repräsentanten, als gegen eine in ihm sich verkörpernde, in jenem Amt nie dagewesene  Haß- und Verachtungs-Mentalität, die sich gegen alles „Fremde“, also auch gegen Frauen richtet, die sich nicht unterwerfen und demütigen lassen.“Nasty women against Trump“ war eine ihrer Parolen, nachdem The Donald Hillary im Wahlkampf als „nasty woman“ beschimpft hatte.

Das sich hier artikulierende weibliche Selbstbewußtsein ist auch ein Körper-Selbstbewußtsein, das sich in der neuen Phase des Kampfes der geballten bösartig-kriegerischen Phallizität der Trump-Administration entgegenstellt: Viva la Vulva!  Die Trumpokratie ist auch eine Phallokratie. Die Frage, ob es im Geschlechterkrieg einen Backlash geben könnte, steht aber nicht erst sei dem 8. November im Raum.  In Europa ist es etwa die Afd, die auch in ihrem Parteiprogramm ein reaktionäres Frauen- und Familienbild pflegt. Und der auch zu Deutschland gehörende Islam ist nachgerade ein Religion bzw. eine Kultur, die die Männer mit der Erlaubnis ködert, im Diesseits sich ihrer Ehefrauen nach Gusto zu bedienen und im Jenseits, mit einer Trump’schen Dauer-Erektion ausgestattet, zweiundsiebzig Jungfrauen der Reihe nach und immer wieder von vorn zu deflorieren. Träte Trump einmal, etwa wenn er sein Ende nahen fühlte, zum Islam über, wüßte man, warum.

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Eine Antwort zu Pussy Hat versus Trump Thumb

  1. Kassandra schreibt:

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