Trumpokratie und Islam

Alle reden am Tag seiner Machtergreifung bleichen Gesichts und das Schlimmste erwartend von Trump, dem „demokratisch gewählten“ 45. Präsidenten der Supermacht. Wer waren aber seine Wähler, die der Welt diesen türmebauenden Pussygrapscher am roten Knopf der Atommacht zumuteten? Angeblich abgehängte ungebildete weiße Männer und Frauen aus dem Rost-Belt. Eine hirngewaschene, „Don’t-be-a-pussy“ kreischende Minderheit, der manche nicht ganz zu Unrecht den Ehrentitel „Canaille“ zugesprochen haben. Das Wahlmännersystem, das nach dem Willen der Väter der amerikanischen Verfassung radikale und „unvernünftige“ Entscheidungen der Massen eigentlich korrigieren sollte, erwies sich als traditionelles Formel-Ritual, das mit autonomen „vernünftigen“ Entscheidungen nichts zu tun hatte.

Der scheidende US-Botschafter in Berlin mahnte jetzt die europäischen Trump-Kritiker, der neue Präsident habe sich nicht an die Macht geputscht, sondern sei „demokratisch“ gewählt  Das gilt aber auch von Putin und Erdogan, galt für Berlusconi und in gewisser Weise auch für Hitler, dessen „Ermächtigung“ durch ein Gesetz formal parlamentarischen Regeln entsprach. Solche formal-demokratischen Prozesse können weder widervölkerrechtliche Kriege, wie die von Bush jr. angezettelten, noch den Untergang der Demokratie, wie in Rußland und in der Türkei, verhindern. Das Argument, Demokratie sei kein vollkommenes Modell, aber doch das beste unter den unvollkommenen, hat seine Schlagkraft im Zeitalter der möglichen Vernichtung der gesamten Spezies verloren.

Die Menschheit kann sich einen Trump und seine „Unvollkommenheit“ und Unberechenbarkeit schlicht nicht mehr leisten. Eine zum Fetisch gewordene „Demokratie“, die nicht dem Zusammenleben der Menschen dient, sondern ihrer Entzweiung und der Erfüllung alt gewordener und teilweise widersinniger Verfassungsvorschriften (Wahlmänner etc.), müßte sich um den Preis des Überlebens einem Erneuerungsprozeß aussetzen. Wer Demokratie à la Bush oder Trump gar als segensreiche Erfindung des Westens in den Rest des Globus exportieren will, sollte spätestens nach der Trump-Wahl seine europäisch-nordamerikanische Arroganz zügeln. Mit Trump hat sich das westliche Modell als ganz und gar unattraktiv erwiesen und als tendenziell selbstzerstörerisch. Anscheinend sind wir am Ende einer Entwicklung angekommen, ohne am Anfang einer neuen deren Ende ahnen zu können. Im Augenblick können wir uns nur fürchten.

Letztlich fürchten wir uns vor den Massen, die, in Teilen noch unentschieden oder schon „Wir-sind-das-Volk“ brüllend, den schrillen Sirenengesängen der Marines, Geerts, Beppos, Fraukes, Beatas und ihrer Hintermänner lauschen, hoffend, demnächst den hochnäsigen „Eliten“ endgültig den Garaus machen zu können. Sie sind ein Element der Zange, die die westliche Lebensform bedroht. Das andere Zangen-Element sind nicht die Muslime, sondern der Islam. Diese Differenz ist noch nicht ansatzweise begriffen. Die Menschen, die im islamischen Machtbereich leben (müssen), sind gewissermaßen Geiseln. Die Kern-Botschaft des Islam ist: Lebensverachtung. Er ist vom Fanatismus des Todes durchdrungen, und zwar nicht nur dort, wo wir ihn abwehrend „Islamismus“ nennen, sondern im theologischen Grundbestand seiner heiligen Überlieferungen selbst: „Und dieses irdische Leben ist nichts als ein Zeitvertreib und ein Spiel, und siehe, die jenseitige Wohnung ist wahrlich das Leben“ (Sure 29, 64). „Jede Seele soll den Tod schmecken, und ihr sollt nur euren Lohn empfangen am Tag der Auferstehung; und wer da dem Feuer entnommen und ins Paradies geführt wird, der soll glücklich sein. Und das irdische Leben ist nur ein trügerischer Nießbrauch“ (Sure 3, 185).

Wer sich angesichts solcher Verse an gewisse, inzwischen reichlich veraltet klingende christliche Botschaften erinnert, liegt wohl nicht ganz falsch. Immerhin haben Aufklärung und Säkularisierung dazu beigetragen, daß sich auch im christlichen Glaubensgebiet der Stellenwert des irdischen Lebens mitsamt seinen Glückmöglichkeiten vergrößert hat – nach den Schlachthäusern der Weltkriege. Von christlichen Selbstmordattentätern, die sich den direkten Weg ins Paradies wünschen, ohne zwischendurch im Grab auf den Jüngsten Tag warten zu müssen – so die islamische Vorstellung – also von Märtyrern alter Schule, war lange nicht mehr die Rede.

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Eine Antwort zu Trumpokratie und Islam

  1. Kassandra schreibt:

    Wenn man die Rede richtig liest, sieht man, dass Trump tatsächlich Nationalsozialist ist.
    Er benutzt 1:1 das Rezept von Hitler 1933. Autobahnen bauen, kauft bei Amerikaner, USA first. Alles schon da gewesen. Die Sprache: „Das Volk“
    Und:das Volk jubelt. Das Schlimme ist: Anfangs wird es wirtschaftlich „funktionieren“.
    Die Menschen und „das Volk“ sind/ist dumm.

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