Die offene Gesellschaft und ihre Terroristen

Für den Philosophen Karl Popper waren die Feinde der „offenen Gesellschaft“, also der modernen Demokratie, wie er sie 1945 verstand, neben den Faschisten die linken Dogmatiker aus der Nachkommenschaft von Marx und Lenin. Er hielt den zum Leninismus heruntergekommenen Marxismus mit einigem Recht für eine Religion ohne ewigen Schöpfer-Gott aber mit Erlöser: das Proletariat. Im sog. „Dialektischen Materialismus“ hatte sich diese materialistische Religion eine sakrosankte Dogmatik geschaffen.  Diese in ihren Machtbereich anzugreifen hatte das zur Folge , was man seit den Zeiten der iranischen Revolution von 1979 (Khomeini) eine Fatwa – oft  mit tödlichem Urteil- nannte. Der Fall Salman Rushdie ist hierfür exemplarisch. Mit solchen tödlichen Urteilssprüchen operierte auch Stalin, um Apostaten zu bestrafen.

Ob die westlichen Demokratien „offene“ Gesellschaften sind im Sinne zwangloser Diskurse, die kompromißförmig zu Entscheidungen kommen (Habermas), mag nach Brexit und Trump-Wahl fragwürdig geworden sein. Schon das kommende Jahr wird da einiges klären – ob nämlich Demokratie Herrschaft eines Mehrheits-Pöbels (heraufkommend schon in Ungarn, Polen, Türkei, USA) sein wird oder Republikanismus mit funktionierender Gewaltenteilung und Minderheiten-Schutz. Der islamische Terror, bisher von den Politikern und medialen Beobachtern sträflich vernachlässigt und als quasi „kriminell“ („islamistisch“) einsortiert, wird dabei entscheidende Impulse liefern. Herausgefordert ist die „jüdisch-christliche Leitkultur“ unter dem Ideal der Religionsfreiheit. Unter dem Schirm dieser Freiheit auch in Europa zu leben haben natürlich die Muslime ein Recht. Was aber, wenn dieser Schirm, Produkt der Aufklärung, in ihrer Kultur, wie sie sich heute darstellt,  kein zu verteidigender Wert ist? Im besten Fall „Duldung“, nicht aber Toleranz hat die muslimische Haltung gegenüber Konkurrenz-Religionen immer bestimmt. Ins Paradies kamen und kommen nur Muslime. Gegenwärtig werden die Ungläubigen zunehmend zum „Feind“, wie gerade in Indonesien zu beobachten, wo man lange einen „moderaten“ Islam vermutete.

Der Terrorismus der jüngsten Vergangenheit seit 9/11 ist vor allem eine Form sich ernstnehmender Religiosität. Die Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus des Westens, der die islamische Hemisphäre gnadenlos erniedrigt hatte, brachte ihn hervor. Wer je mit Muslimen zu diskutieren versucht, etwa über die Ursachen ihres historischen Niedergangs, stößt auf eine Mauer von jüdisch-christlichen Verschwörungstheorien, auf eine fast neurotische  Bereitschaft zum Beleidigtsein und vor allem auf  eine krankhaften Vermeidung von Selbstkritik. Alles Elend der Muslime kommt von den Anderen.  Pubertierende Jugendliche, auch Kinder, reagieren so auf eine als bedrängend, feindlich empfundene Umwelt. Und sie begreifen, daß sie offenkundig keine andere Möglichkeit der Gegenwehr haben als Gewalt – den Terror.

Wer heute die Reaktion vieler Westler beobachtet, erkennt eine riesige Hypothek an Schuld, die Europa und Amerika sich aufgeladen haben und die abgetragen werden muß. Ein Produkt solcher Einsicht in historische Schuld (vom Holocaust bis Libyen) ist die „Willkommenskultur“. Zur Opposition verurteilte Parteien zumindest des linken Spektrums müssen diese Kultur zu ihrem Markenzeichen machen, auch wenn eigene Einsicht in die wahre Struktur des islamischen Terrorismus dem entgegensteht. So entfalten sich bizarre Rituale etwa bei Fragen wie „sichere Herkunftsländer“ und „Zwangsabschiebung“. Nach Köln umarmten Feministinnen sogar die Täter und rechtfertigten ihr Tun mit schlechthinnigen männlichen Verhaltensweisen. Motto: Sind halt Männer, können nicht anders.

Daß solches gewissermaßen duldende und nachsichtige Verhalten  sogar bei den staatlichen Instanzen (Gerichte, Politik) zu beobachten ist, zeigt der Fall Anis Amri, des Truckers von Berlin. Dessen halbherzige Beobachtung und Verfolgung wirft Rätsel auf.  Ist, wer in die Moschee geht und sich mit frommen Leuten umgibt, nicht eher kein potentieller Mörder? Warum duldet man Moscheen, die als IS-Propaganda-Gemeinschaften bekannt sind? Wer auch immer hat Angst vor der Empörung der Muslime, die friedlich unter uns leben, wenn man sie schlösse? Man hat noch nicht gelernt, die friedlichen, harmlosen, bereichernden muslimischen Individuen und Familien vom System zu unterscheiden, das sie gewissermaßen täglich zwingt, sich ihm zugehörig zu fühlen, sogar seinen Exzessen klammheimlich zuzustimmen. Keiner, der seinen Verstand beisammen hat, generalverdächtigt alle Menschen muslimischen Glaubens, weil Anis Amri den Truck in den Weihnachtsmarkt steuerte. Kein Zurechnungsfähiger hält alle Flüchtlinge für Vergewaltiger, weil einer von ihnen sich in Freiburg als Vergewaltiger und Mörder betätigte. Aber wer immer sich die Mühe macht, den Islam näher kennenzulernen, kommt nicht umhin, zu erschrecken über das Ausmaß an Grausamkeit und Verachtung sowohl von Ungläubigen wie von Frauen, die der Koran offenbart. Ähnliches tut die Bibel – aber wer richtet sich heute noch nach den Gottes-Befehlen zum Massenmord, wie sie das Alte Testament enthält?

Solange der Islam den Wert seiner Überlieferungen und seiner Heiligen Schrift  für die Gegenwart nicht historisch-kritisch überprüft, ist er mit der „westlichen Wertegemeinschaft“, die eine säkulare ist, inkompatibel. Dadurch, daß die AfD dieser Einsicht zustimmen würde, wird sie nicht falscher. Wer behauptet, man dürfe nichts bestätigen, was von den sog. „Rechtspopulisten“ verbreitet werde, auch wenn es richtig sei, hat Demokratie nicht begriffen.

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