Freiburg – der Mord und die Relevanz

Das für die Verbreitung von Nachrichten wichtigste Medium ist immer noch das Fernsehen – präziser: die TAGESSCHAU. Es hat Zeiten gegeben, da hielten 20 Prozent der Deutschen den Tagesschau-Sprecher Köpke für den Regierungssprecher. Wieviel Prozent es heute sind, weiß man nicht. Dem Un-Informationsgrad der wahlberechtigten Bevölkerung scheint keine Grenze gesetzt. Viele dieser äußerst rudimentär informierten Vielgucker, die ihre Zeit vor der Glotze mit Pro7-Seifenopern verbringen, glauben sich seit einiger Zeit von dem, was sie „Lügenpresse“ nennen, systematisch in die Irre geführt. Und die diversen „Regierungssprecher“ des Mediums geben ihnen immer wieder Anlaß, an eine Verschwörung von politisch Herrschenden und Medien zur flächendeckenden Desinformation zu glauben. Etwa nach der Kölner Silvesternacht, als die „seriösen“ unter den Blättern und Sendern sich vornehme Zurückhaltung auferlegten, die sie später mit verstörend unlogischen Argumenten zu rechtfertigen versuchten. In den Folgemonaten schien sich einiges zu ändern. Marokkaner wurden Marokkaner genannt, auch wenn sie vergewaltigten, Muslime Muslime, auch wenn sie mordeten, und Terroristen, das war nicht mehr zu verschweigen, waren in nicht geringer Zahl als Flüchtlinge getarnt nach Europa gekommen, wo sie ihre blutigen Werke vollbrachten.

Und jetzt Freiburg. Lustmorde an zwei jungen Frauen. Einer ist geklärt. Der Täter: ein junger afghanischer Flüchtling. Lange vor der Aufklärung des Falls hatten seriöse Blätter wie die ZEIT ausführlich über die Verbrechen berichtet, und manch Leser mag sich über die mögliche Identität des Täters das gedacht haben, was sich jetzt bestätigt hat. Jetzt warnen wieder die einschlägig bekannten Experten für politisches Wohlverhalten und Gutmenschlichkeit vor „Generalverdacht“ und „Pauschalurteil“. Nicht alle Afghanen seien nämlich „Rapefugies“. Das wußten wir noch nicht. Danke für den Hinweis.

Im Ernst – wer soll sich die Unterstellungen hinter solchen Warnungen eigentlich zuschreiben, wenn doch alle inzwischen wissen, daß noch nicht einmal alle Deutschen vor 75 Jahren Nazis waren? Das Generalverdachts-Warnung-Geschwafel ist Ausdruck verzweifelter Hilflosigkeit. Ein anderer Ausdruck ist – das Schweigen. So war es nach Köln, wo auch die Ministerpräsidentin von NRW tapfer schwieg. Und dieses Schweigen führte die TAGESSCHAU am 3. Dezember noch einmal vor. Sie verschwieg den Freiburger Fall und seine Aufklärung. Aber das allein macht den Medien-Beobachter nicht so wütend wie die dazugehörende Erklärung des ARD-Aktuell -Chefs Kai Gniffke. Der hatte die Chuzpe, seinen Kunden folgendes als Rechtfertigung aufzutischen:

Wir berichten nur sehr selten über einzelne Kriminalfälle. Die Tagesschau berichtet über gesellschaftlich, national und international relevante Ereignisse. Da zählt ein regionaler Mordfall nicht dazu. 

Hätte Herr Gniffke wohl gern. Dieser Mordfall zählte dazu! Er war so relevant und politisch, daß jeder Provinzjournalist an Gniffkes Stelle sich daran erinnert hätte, wie der president elect der USA von einem Deutschland erzählt hatte, in dem Merkels Flüchtlingspolitik Frauen zu Opfern machte von vergewaltigungssüchtigen Horden aus islamischen Ländern.  US-Medien waren schon längst auf Freiburg aufmerksam geworden. Wer allerdings trotz journalistischer Ausbildung nicht in der Lage ist, solche Querverbindungen herzustellen, hat seinen Beruf verfehlt, und das beim wirkungsmächtigsten aller deutschen Medien. Der daraus erwachsende Schaden besteht zunächst in der Bestätigung der Pegida-Marschierer. Längerfristig steht er für ein sich ausbreitendes Klima der Duckmäuserei, worin das Motiv, man dürfe den „Rechten“ nicht die Leute zutreiben, alle sachlichen Argumente und möglichen Tiefen-Analysen abwürgt.

Herr Gniffke und seinesgleichen haben das Shampoo aus der langjährigen Gehirnwäsche noch nicht klargespült. Weder trauen sie sich ein eigenständiges Urteil zu, das vermeintlichen oder wirklich vorgegebenen Regeln (etwa des Presserats) widerspricht, oder sie können in einem Klima der Angst vor dem Rechtspopulismus gar nicht mehr um die Ecke denken: daß nämlich genau diese Schwanzeinzieherei den Rechtspopulisten die Leute in die Arme treibt. Das Gniffke-Zitat beweist zudem, daß der Mann seine Kunden für tendenziell urteilsunfähig hält. Dabei wissen die, die er aufklären will, durchaus um die Relevanz des vorliegenden Falls, wie man leicht den diversen Foren entnehmen kann.. Und sie durchschauen die schiere Angst vor einem politisch unkorrekten Verhalten, die nichts mit Wahrheitssuche zu tun hat, sondern mit einer wachsenden Geistesverwirrung in einer komplexer werdenden Welt. Was passiert, wenn ich die Wahrheit ausspreche? Kommen dann die Nazis an die Macht?

Die Gniffkes unter den Volksaufklärern erhöhen die Gefahr des Rechtspopulismus und seiner möglichen Weiterungen wie Fremdenhaß und Mißtrauen gegen den Rechtsstaat.. Sie wollen stets das Gute und schaffen, anders als Mephisto, das Böse – wenn man denn Pegida und die AfD so klassifizieren wollte. Wer etwas verschweigt, glaubt nicht an die Kraft der Wahrheit in der offenen Gesellschaft. Er glaubt auch nicht wirklich an die Demokratie und den angeblich mündigen Bürger. Er hält viele, wenn nicht die meisten Menschen für gewaltbereite Deppen. Möglicherweise hat er ja recht – aber dann soll er es offen aussprechen: Leuten, die Trump wählen und Frauke Petry hinterherlaufen, müßten nach der Gniffke-Ansicht von der Wahrheit ferngehalten werden. Sie würden mit ihr nur Schaden anrichten. Aber im Internet-Zeitalter kann nichts im Verborgenen gehalten werden, auch nicht die Lügen, wie Trump nachhaltig vorgeführt hat. Nur wenn man ihnen die Wahrheit entgegenhält, kann man sie entschärfen.

 

 

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3 Antworten zu Freiburg – der Mord und die Relevanz

  1. Alfred Schlicht schreibt:

    eine sehr gute kommentierung!
    ich darf auf mein buch ‚gehoert der islam zu deutschland?‘ verweisen

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  2. neptun16 schreibt:

    Der Hinweis ist, wie zu lesen war, schon angekommen.

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    • Alfred Schlicht schreibt:

      inzwischen gibt es staendig weitere vorfaelle , die in irgendeiner form sexualstraftaten sind – :
      in Hirschaid bei Bamberg, in Ottobrunn bei Muenchen usw – alles einzelfaelle!?

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