Darf man Trump beleidigen?

Mohammed darf man bekanntlich nicht beleidigen. Dann steht nämlich die moslemische Welt auf wie ein Mann, wirft mit Bomben und feuert mit Kalaschnikows, und wer nicht gerade, weil abwesend,  massakriert werden kann, bekommt eine Fatwa an den Hals. Und die christlichen Brüder singen hinter der Bühne den Choral: Wer sich in  Gefahr begibt und glaubt, Gottes Zorn nicht fürchten zu müssen, darf sich nicht wundern. – Erdogan darf man auch nicht beleidigen. Gott bewahre! Aber er wird damit leben müssen, daß jeder, der irgendwo eine Ziege meckern hört, sich seiner erinnert. Dabei ist die Ziegensache ganz ohne Zweifel ein gemeines Gerücht wie das über Obamas außeramerikanische Geburt, also typisch für das Zeitalter des Postfaktizität.

Damit sind wir bei dem seltsamen Phoenix, der am 9. November aus einem Riesenhaufen von Beschimpfungen, Kränkungen, Beleidigungen, üblen Nachreden.etc., die von neidischen und korrupten Medien verbreitet wurden. entstiegen ist als ein strahlender Sieger. Wie sehr gönnt man ihm den Sieg – außer in Europa, wo sie Krokodilstränen weinen, diese Pharisäer. Als sei nicht überall bekannt, daß Männer, ganz sicher auch Redakteure der WASHINGTON POST, ausnahmslos davon träumen, fremden Frauen so nebenbei auf einer Party in den Schritt zu greifen. Und daß Mexikaner vom Drogenhandel leben und bei jeder hellhäutigen Frau eine Erektion bekommen, weiß eh jeder. Welche Doppelmoral in den Leitartikeln dieser selbsternannten Welterklärer, die da in den Redaktionen sitzen !

Wir bewundern unseren Phoenix für seine Souveränität, mit der er den ganzen Schmutz von sich abperlen ließ. Da kann Erdogan und  können die anderen Muslime etwas lernen, wie ein Mann im (Shit-)Sturm der Verleumder steht und nicht fällt. Im Januar, wenn die Macht wirklich sein ist, werden die Tintenkleckser und impotenten Intellektuellen schon merken, mit wem sie es zu tun haben. Etwa der Schmierer Nicholson Baker, dessen Trump Porträt (in der SZ) dem Faß die Krone aufsetzt:

„Ein reicher, grinsender, höhnischer Hooligan hat sich zum Sieg geblufft, indem er 17 verschiedene Arten von Ressentiments und Häßlichkeit im Amerika der Truckstops geweckt hat.“ – Danke, Nicholson! Die Grenze zur Beleidigung ist überschritten, und das tat bitter Not!  Wer jetzt noch, da er bald an der Macht ist, glaubt, in diesem Menschen einen ernstzunehmenden Gesprächspartner vor sich zu haben, mit dem man anders umgehen müsse als mit einem Penner, der einem auf der Straße ans Bein gekotzt hat, hat den Ernst der Lage nicht erkannt. Auch Hitler wurde von Chamberlain und nicht nur von ihm wie ein Gentleman behandelt. Und wie hat er sich revanchiert!

Trump steht für die Katastrophe der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts. Angerichtet haben sie wütende weiße Männer. Wer Trump beleidigt wie Nicholson Baker oder auch der DREYZACK, beleidigt auch sie, die wir die „Canaille“ genannt haben. Und das geht nicht.. Die Ordnungsrufe und erhobenen Zeigefinger können nicht ausbleiben. Aber was soll man machen, wenn man diesem Menschen zusieht und zuhört und dabei den Mob schreien hört, den er aufstachelt:“In den Knast mit ihr!“ „Bringt sie um!“ Die Contenance bewahren?  Klaus Mann schildert in seinem „Lebensbericht“ eine Zufallsbegegnung mit Hitler in einem Café, und das schriftliche Porträt des späteren Führers kann einem durchaus einfallen, wenn man Trump im Fernsehen erlebt hat: „Dieser erschien von höchst unedler Substanz und Beschaffenheit, ein bösartiger Spießer mit hysterisch getrübtem Blick in der bleich gedunsenen Visage. Nichts, was auf Größe oder auch nur Begabung schließen lassen konnte.“

Man kann diese Parallelisierung für völlig unangemessen halten – in ihrer Radikalität entspricht sie dem Porträt Nicholson Bakers.  Die Massen mit ihrem haßerfüllten Gegröhle, die dieser seltsame System-Erlöser anstachelte, müssen es sich gefallen lassen, mit ihm in eine Kategorie tendenzieller Verrohung getan zu werden – um nicht Entmenschlichung zu sagen. Bei ihnen setzen sich, wie Judith Butler schreibt, „Frauenhaß und Rassismus über Urteilsvermögen und den Einsatz für demokratische, inklusive Ziele hinweg. Sadistische, ressentimentgeladene, destruktive Leidenschaften steuern unser Land.“

Wem das nicht Angst macht oder seine Wut erzeugt auf das System, dem das entkroch, dem ist nicht zu helfen.    . .

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Eine Antwort zu Darf man Trump beleidigen?

  1. Panama Fickificki Bar schreibt:

    53% der weißen Frauen für Trump! So läuft das!

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