Islamophobie=Xenophobie?

Der „Osten“, lesen und hören wir und glauben wir, wenn es wieder mal in Freital oder Bautzen zu Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte, zu Ausschreitungen und Pegida-Protestmärschen gegen die Überfremdung kommt, wenn die AfD in Meckpomm beängstigend Stimmen gewinnt bei der Wahl – der Osten sei „fremdenfeindlich“ oder, wie die Soziologen sagen, „xenophob“. Verglichen mit dem Westen. Und die Pointe dessen sei, daß es kaum Ausländer bzw. Muslime im den Neuen Ländern gebe – verglichen mit dem Westen.  Das gelte auch für die neuen EU-Mitglieder im Osten, etwa Polen und Ungarn. Oder in Tschechien, wo die wenigsten Menschen schon eine verschleierte Muslima gesehen hätten. „Was stimuliert diese Angst vor dem Fremden?“ sind Talkrunden überschrieben und unterstellen damit implizit Irratinalität bei denen, die glauben, sie seien „das Volk“, obwohl sie nur das „Pack“ sind.

Das Unscharfe, Pauschale ist das Kennzeichnende des medialen Betroffenheits-Sprech. Hat, wer vor muslimischen Männern Angst hat, vor ihnen als fremden Männern, etwa auch Asiaten,  Angst – oder vor ihnen als Muslimen? Muß frau in „Köln“ dabeigewesen sein, um sich ein Bild vom muslimischen Frauenbild zu machen? Müssen wir überhaupt, um etwas zu wissen oder zu verstehen, es vor Ort gesehen, erlebt haben? Wäre das so, wüßten wir alle herzlich wenig. Trotzdem wissen wir, wenn wir die Medien nutzen, was während des arabischen Frühlings auf dem Tahrir-Platz in Kairo passierte. Wir wissen auch über die Massenvergewaltigungen in den jesidischen Dörfern bescheid, ohne je dort gewesen zu sein. Oder über die Greuel des Dreißigjährigen Kriegs und des Holocaust können wir sehr viel wissen, ohne schon auf der Welt gewesen zu sein.

Der Islam inszeniert seine Exzesse zwar nicht alle so überwältigend medienwirksam wie 9/11, aber das Kopfabschneiden und Auspeitschen, das Versklaven, Kreuzigen und lebendig Verbrennen halten die Jungs vom IS nicht geheim. Im Gegenteil- sie wollen, daß wir uns fürchten. Und wir fürchten uns. Nicht nur in Meckpomm und Sachsen, also im „Osten“. Wir haben Grund, uns zu fürchten. Wie auch nicht? Auch die Politiker. Und sie fürchten sich, ohne es laut zu sagen. Diese Furcht entspringt nicht einer irrationalen, psychopathischen Xenophobie, wie Islamversteher , die das Wort „Islamophobie“ erfunden haben, um Kritiker des Islam zu pathologisieren, uns weismachen. Wer vor dem Islam Angst habe, sei wie ein Kind, das sich vor dem schwarzen Mann fürchte. Und wenn er das als Erwachsener tue, sei er behandlungsbedürftig. Die Bilder der bluttriefenden Köpfe in den Fäusten der vermummten Gotteskrieger sollen wir vergessen. Das seien Ausnahmesituationen, in denen Kriminelle, Verbrecher, Mörder, die nichts mit dem Islam zu tun hätten, ihren sadistischen Trieben gehorchten. Und wenn sie ähnliches in Paris, in Brüssel, in Nizza tun – tun sie es doch nicht bei uns. Höchstens fuchtelt ein traumatisierter syrischer Jüngling mal mit der Axt und schlägt auf ein paar Chinesen ein. Was ist uns schon passiert bisher? Gibt es wirklich Grund zu Angst?

Anders als die anderen Communities, die unter uns leben, hat der Islam in den letzten Jahren großen Aufwand getrieben, um seinen schlechten Ruf zu festigen. Der Erfolg ist nicht zu übersehen. Die islamischen Verbände schreien zwar die Phrase des Nichts-mit- dem-Islam-zu-tun-haben bei jedem neuen Massaker heraus, aber nur die, die um wirklich jeden Preis gute Menschen sein wollen, glauben ihnen noch. Auch die vor lauter Verstehenwollen etwas Langsameren haben inzwischen begriffen: Der Islam ist, ernst genommen und recht verstanden,  eine Kultur-Religion und Lebensweise, die aus der Perspektive des Westens (nicht unbedingt des Christentums) als mentale Massenerkrankung gesehen werden muß. Darin gleicht er zwar im Prinzip anderen Religionen, aber die verlieren bekanntlich stetig an Einfluß und Nachwuchs, während das Heer jener, die bei jedem fallenden  Hochhaus oder Kopf „Allahu Akbar“ tanzend schreien, stetig wächst. Das Kriterium seiner furchterregenden Rückständigkeit ist das Geschlechterbild des Islam, das ihm der Koran vorgibt. Wer nicht mit diesem Bild bei seinen Analysen operiert, wird den Islam nie „verstehen“. Denn es geht um das Bild vom Menschen im Ganzen und um seine Geschichte  und deren Ziel und Sinn. Es geht um den Gottesstaat, ein sakrales Patriarchat, wo der Mann als Sachwalter Gottes auf Erden (Sure 2, 30ff), dem sogar die Engel zu dienen haben, herrscht. Er bleibt das Ziel, und keine ungläubige Maus beißt da den Faden ab.

Also bitte: fürchten wir uns!

 

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