Den Islam verstehen (4)

Wie alle Religionen ist der Islam, will er im 21. Jahrhundert nicht als anachronistisch und hinterwäldlerisch erscheinen, darauf angewiesen, im Austausch mit seinen säkularen Umwelten wie Wissenschaft, Philosophie, Kommunikationsmedien seine Evolution zu befördern. Das Bildungssystem aber der meisten islamischen Länder beschränkt die breiten Massen auf eine gerade einmal die Stufe des Analphabetentums überschreitende „Bildung“, wenn überhaupt. Im wesentlichen lernen die Kinder ärmerer Schichten in den Madrasas nur den Koran auswendig, meist in einer Sprache, die sie nicht verstehen.

Beim Blick auf gelehrte Gutachten zu Fragen des modernen Weltbilds, wie es etwa als heliozentrisches seit Kopernikus und Galilei existiert, findet man etwa von zwei saudischen Gelehrten (Abdul Aziz Ibn Baz und Ibn Uthaimin) folgende erstaunliche Anmerkungen zur Kosmologie im Jahr 2005: „Wer behauptet, die Erde rotiere um die Sonne, während die Sonne fest stünde, sündigt und bricht das islamische Gesetz. Die Sonne ist nicht kugelförmig, sondern kuppelförmig. Sie ist eine Kuppel, die auf Säulen steht. Sie wird von Engeln getragen. Falls die Erde sich tatsächlich bewegt (rotiert), würde dies bedeuten, daß man sein Ziel durch Bewegung nie erreichen würde. Diejenigen, die ihre Schüler so etwas lehren, prägen damit atheistische Menschen.“

Solche Furcht vor wissenschaftlich inspirierter Gottlosigkeit grassierte bekanntlich vor Jahrhunderten auch in der christlichen Kirche. Es handelt sich immer um einen Abstand von mehreren Jahrhunderten, die die Muslime hinterherhecheln. Auch im Bereich der Anthropologie bzw. Biologie gibt es im Islam bemerkenswerte Abweichungen vom Rest der Welt. Unter Berufung auf Autoritäten der islamischen Frühzeit stimmen sunnitische Rechtsschulen darin überein, daß eine Schwangerschaft mehr als neun Monate dauern kann. Zitiert wird etwa Mohammeds Ehefrau  Aisha, derzufolge die längste Schwangerschaft nicht mehr als zwei Jahre dauern kann. Dagegen behauptete Imam Malik, er kenne eine Frau, die dreimal innerhalb von 12 Jahren schwanger war. Jede Schwangerschaft habe 4 Jahre gedauert.

Dem DREYZACK steht es nicht zu, in rassistisch-sarrazinitischer Manier Spekulationen über die Intelligenz der Muslime insgesamt angesichts der oben gennannten Abstrusitäten anzustellen. Zwar sind wir der Meinung, daß jede Religion ein Opfer des Intellekts (sacrificium intellectus) verlangt und mit dem Ziel Unmündigkeit auch die Entwicklung moralischer Kompetenz der Individuen schwer behindert. Daß dies wie im Fall des gegenwärtigen Islam immer häufiger umschlägt in zerstörerische Formen der Irrationalität (Erwartung der Jungfrauen im Paradies für „Märtyrer“) und des Hasses auf die, deren Überlegenheit gespürt wird (klassisches Ressentiment), entspricht im politischen Bereich der Unfähigkeit, stabile demokratische Gesellschaften zu errichten (die würden ein Mindestmaß an Mündigkeit voraussetzen). So sieht die Kehrseite des religiösen Bedürfnisses aus, das vor allem Autokraten wie Erdogan und auch Putin instrumentalisieren. Angesichts der sich stetig vergrößernden muslimischen Gemeinden in der europäischen Diaspora, angesichts auch der Uninformiertheit und Unfähigkeit der medialen und politischen Eliten der Gastländer, die jede Kritik als rechtspopulistische „Islamophobie“ diskreditieren, droht mittelfristig ein Verlust der Werte, die seit der Aufklärung mühsam installiert worden. Die Türkei demonstriert gerade, wie die Richtung um 180 Grad innerhalb weniger Jahre verändert werden kann, getragen von den Massen, die sich demokratischer Instrumente bedienen, um die ungeliebte Demokratie abzuschaffen und anstelle des Souveräns Volk am Ende den guten Kalifen bzw. König herbeizuzwingen.

Es braucht keine Islamophobie, um die Formel „Der Islam gehört zu Deutschland“ als Beleg für eine verheerende Uninformiertheit westlicher politischer Eliten zu halten. Man kann die Muslime im Land als brave, ordnungstreue Bürger wahrnehmen, als angepaßte, arbeitsame, auch bereichernde Elemente unserer vielfältig ausdifferenzierten Kultur – aber all dies sind sie aber nicht, weil sie Muslime sind. Im Gegenteil. Sie zusätzlich mit systematischem Islamunterricht zu „richtigen“ Muslimen zu erziehen, würde die Etablierung von Parallelgesellschaften bedeuten. Es gibt im Mainstream-Islam, wie ihn die Verbände repräsentieren, kein versöhnliches Miteinander mit „Ungläubigen“. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG  hat einmal Ayaan Hirsi Ali in einer Rezension ihres Buches „Heretic“ (deutsch; „Reformiert euch“) vorgeworfen,  sie wolle den Muslimen ihre ganze Religion rauben, wenn sie sie zu einer Reformation aufrufe. Das Blatt fand eine solche Aufforderung unzumutbar, aber vielleicht ist sie die einzig angemessene, die nicht-muslimische Welt schließlich vor einem blutigen Angriff der Vergangenheit auf die Gegenwart zu bewahren. Wir befinden uns  – so scheint es – gegenwärtig in der zweiten Phase dieses Angriffs. Die erste fand im September 2001 statt.

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