Mütterlicher Schatten

Systeme wie Kulturen und Religionen erzeugen, ermöglichen und entwickeln sich selbst, „autopoietisch“, wie der Systemtheoretiker Niklas Luhmann es nannte. Um ihre Selbsterhaltung zu gewährleisten, entwickeln sie Mechanismen, die als Subsysteme etwa das Religions-System funktionsfähig halten. Nicht Individuen wie Päpste oder  Theologen sorgen für den Fortbestand des Glaubens, sondern anonyme Agenten wie Familien und Kommunikationssysteme wie soziale Netzwerke oder Moscheevereine.

Die bosnische Muslimin Safeta Obhodjas, seit über 20 Jahren als Autorin in Deutschland lebend, hat eine Instanz besonders ins kritische Auge genommen, die für die fortschrittshemmenden Elemente auch im europäischen oder deutschen Islam verantwortlich ist: die Mütter. Die erzögen immer noch ihre Söhne zu Paschas und ihre Töchter zur Gehorsamkeit. „Die jungen Männer erfahren von ihren Müttern und Großmüttern, daß Frauen, die kein Kopftuch tragen, die sich nicht anständig anziehen, Freiwild sind.“ In „Köln“ waren die Mütter der jungen Spaß-Sucher und Vergewaltiger quasi unsichtbar anwesend. Man könne von den Kopftuchträgerinnen mit den Rollenbildern ihrer Heimat, die bis zu fünf Kinder hätten, keinen anderen Erziehungsstil, auch keine Integration erwarten, sagt Obhodjas. Die Älteren über vierzig seien verloren für ein selbstbestimmtes Leben in der Freiheit es Westens. Um die Jüngeren müsse man sich kümmern. Die könnten vielleicht lernen, in ihrer sozialen Umgebung zu agieren und ihren Eltern zu widersprechen. Die Mädchen und Jungen müßten die Chance bekommen, dem mütterlichen Schatten zu entkommen. Safeta Obhodjas beklagt aber die fehlende Unterstützung für ihre Positionen in Deutschland, auch von feministischer Seite.

Frauenunterdrückende Systeme haben meist weibliche Agenten. In Afrika, und dort vor allem in islamischen Ländern, sind es Großmütter und Tanten, die die Genitalien kleiner Mädchen zerfleischen und millionenfaches Leid produzieren. Sie erziehen nicht nur ihr eigenes Geschlecht zur Selbstversklavung und Selbstverstümmelung, sondern die Söhne zu Sklavenhaltern und Tyrannen. Nach dem Sinn ihres Tuns gefragt, antworten sie in der Regel, das seien sie ihrer Tradition und Kultur schuldig. Und sie haben recht, auch wenn Safeta Obhodjas heftig protestieren würde. Die von ihr angeklagten Mütter haben nicht die Chance, etwa durch Selbstreflexion dem Wahnsystem ihrer religiösen Gesetze und Riten zu entkommen. Von keinem Individuum – von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen – kann das erwartet werden, weder im Islam noch im Katholizismus. Es sind nicht „die Muslime“, die nicht zu Deutschland gehören, es ist ihre Religion, der der Philosoph Schopenhauer einst bescheinigte, „die traurigste und ärmlichste Gestalt des Theismus“ zu sein. Das war vor 150 Jahren. Seitdem ist zu „Traurigkeit“ und „Armut“ noch eine Martyrium-verbrämte Grausamkeit hinzugekommen. Ganz in unserer Nähe brütet sie, von „Toleranz“ und Ignoranz geschützt, ihre Pläne von einer muslimischen Weltherrschaft aus. Es sind diesmal nicht die „Weisen von Mekka“, keine Fälschung im Dienste des westlichen Imperialismus, die vom Welt-Kalifat träumen. Auch die Schlächter des IS sind Agenten des Groß-Systems Islam. Sie sind weder kriminell noch Mörder. Sie sind Gläubige und als solche noch immer vom Schatten ihrer Mütter verdunkelt..

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Eine Antwort zu Mütterlicher Schatten

  1. Früh trinkt der Schoppen Bauer schreibt:

    Phantastisch.

    Hitler hat sich u.a. auf die Fahne schreiben lassen sinngemäß:

    „Des Führers Kampf ist der Kampf für den Frieden in der Welt!“

    Heute heißt es: „Der Islam ist die Religion des Friedens“

    Das Problem ist hier exakt benannt: das komplexe System. Wie bei Frederic Vester beschrieben. Religionen sind so „groß“, bzw. haben eine solche ( biomassemäßige) Größe erreicht, dass diese Systeme quasi autark funktionieren. Nach den Prämissen fragt da niemand mehr. Das System sieht eine Reflektion auch garnicht vor, weil die Prämisse selber der Glauben ist. Und der Glaube ist ein „Geschenk“, eine Gnade! Wessen Gnade? Genau! Gottes Gnade. Und schon sind wir am Ausgangspunkt angelangt. Ein Engelskreis der durch Ketten der Sakramente zusammengehalten wird. Da die Hölle seit einigen Jahren „abgeschafft“ wurde sind die Sanktionen recht dürftig geworden.

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