Die kurze Kindheit

„Sind Kinderehen jetzt auch in Deutschland erlaubt?“ fragen Zeitungs-Schlagzeilen anläßlich eines Urteils in Bayern über ein syrisches Flüchtlingspaar. Das Mädchen war bei der Scharia-Eheschließung in Syrien vierzehn Jahre alt. In Flüchtlingsunterkünften heiraten weltweit immer mehr Kinder unter Zwang, teilte die Organisation SOS-Kinderdörfer mit. In der islamischen Welt braucht es aber keine Flüchtlingslager, um Mädchenkinder an dreifach ältere Männer als „Ehefrauen“ zu verkaufen, damit sie sich als „Äcker“ männlicher Lust-Pflüger bewähren können. Der Prophet selbst heiratete die sechsjährige Aischa und führte sie als Neunjährige in die Geheimnisse der körperlichen Liebe ein. Sie wurde sein Lieblings-Saatfeld. Seitdem sind Mädchen für gläubige Muslime mit neun Jahren geschlechtsreif.

Die Entdeckung der Kindheit als einer eigenständigen, wichtigen und schützenwerten Lebensphase vor etwa 300 Jahren in Europa ist ein Kulturfortschritt, der nicht unterschätzt werden darf. Noch in der frühen Neuzeit war die Kindheit kurz und endete mit einem Übergang in die Erwachsenenwelr schon mit etwa 6 bis 8 Jahren. Der Wechsel von der kurzen in die lange Kindheit (Philippe Ariès) , wie wir sie heute in der westlichen Welt kennen, hat mit der schulischen Bildung der Kinder zu tun, die zunächst auf die Jungen beschränkt war. Die Kindheit verlängerte sich um die Schulzeit. Entsprechend dehnten sich Reifungs- und Bildungsprozesse. Für Mädchen endete die Kindheit jedoch spätestens mit der Verheiratung. Um 1700 war es durchaus noch üblich, 13 bis 14jährige Mädchen mit erwachsenen Männern zu verheiraten. Bildung war für sie nicht vorgesehen. So etwa wie im gegenwärtigen Afghanistan der Taliban.

Diese 300 Jahre zwischen 1700 und heute sind es auch in manch anderer Hinsicht, die den Islam von Europa und anderen Kulturen der Welt, etwa ostasiatischen, trennen. Die meisten Muslime leben als Ungleichzeitige mit uns in einer Welt, die zu verstehen für die muslimischen Massen kaum möglich ist. Auch dafür liefert „Köln“ einen Beleg. Die enthemmten jungen Männer hatten ein Deutungsproblem. Sie verstanden die Codes nicht, die von weiblichen Körpern ausgehen. Gesellschaftliche Systeme funktionieren über Codierungen, die ihre Mitglieder verinnerlicht haben. Diese Codierungen haben sich über viele Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte ausgebildet. Im Umgang der Geschlechter miteinander spielen sie eine entscheidende Rolle. Zivilisierte Völker wie die Franzosen wußten früher als andere, daß der respektvolle Umgang mit Frauen ein Gradmesser für die Entwicklung einer Zivilisation ist. Emanzipation ist mit „Respekt“ zwar noch lange nicht gemeint, wenn auch gewissermaßen vorbereitet. Ohne ihn – und der Islam sieht ihn nicht vor, Respekt gebührt dem Mann – gibt es keine Emanzipation.

Den mit Zwang frühverheirateten Mädchen in der islamischen Welt (und nicht nur in ihr) raubt man ihre Kindheit und damit elementare Lebens- bzw.Bildungschancen. Dies geschieht auch gegen ihren Willen und widerspricht entschieden unserer Vorstellung von Menschenrechten. Daß man den Kinderehen den Ehe-Status zuerkennt (vielleicht bald auch bei uns), verweist auf den heuchlerischen Kern einer Ehe-„Moral“, die Sex nur akzeptiert im „ehelichen“ Rahmen und die Mädchen verheiratet, um sie einerseits für den Mann zur Verfügung zu stellen, andererseits ihre eigene Sexualität zu unterdrücken. Diese Ehen sind Sex-Sklaven-Verhältnisse, angereichert mit Gefahren, die frühe Schwangerschaften für die Mädchen-Kinder mit sich bringen. Sie innerhalb unserer Rechts- und Gesellschafsordnung zu  dulden, etwa weil der Islam zu Deutschland gehört und Deutschland anderen Kulturen gegenüber tolerant ist, bedeutete einen Backlash für eine Zivilisierung, deren mühsamen Prozeß wir nach abgründigen Zwischenphasen 1945 eingeleitet haben. Er kam nicht zuletzt den Frauen zugute.

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