Der Glaube und die Anderen

Vorsicht: Dieser Beitrag enthält zwar nicht schmähende, aber satirische Elemente.

Menschen, die an den wahren und einzigen Gott glauben und daran, daß der wie sie ins Paradies kommt, der diesen Glauben übernimmt und  teilt, dürfen nicht verdächtigt werden, ihren Mitmenschen Böses zu tun, wenn sie deren Konversion oder Rück-Konversion auch mit Gewalt bewirken. Jesus, der Menschenfreund, hat wahrscheinlich nicht an Gewalt gedacht, aber an das Heil der Menschheit, als er sich verabschiedete von den Jüngern mit den Worten: „Darum geht zu allen Völkern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“ (Matthäus 28, 19). Daraufhin eroberten die Christen Afrika und Amerika und tauften tausendfach Schwarze und Indianer, bevor sie sie umbrachten, damit sie ins Himmelreich kämen. Dies ist zwar nur eine besonders bizarre wenn auch historisch belegte Variante des Verständnisses des Missionsbefehls, aber ein Muster wird sichtbar: der Fremde soll zu seinem Heil und um jeden Preis, auch den seines Todes, gleichgemacht werden durch eine symbolisch-magische Handlung – eben die Taufe.

Muslime werden zwar nicht getauft, um in den Kreis der Gläubigen zu kommen (sie sind mit ihrer Geburt Muslime) , aber sie können dem Muslim-Sein später auch nicht entrinnen, wenn ihnen das Leben lieb ist. Das magische Denken der „Primitiven“ überlebt vielfach in den „Hochreligionen“, obwohl deren Fortschritt doch eigentlich darin bestehen sollte, den Aberglauben zu überwinden. Es zeigt sich aber, daß Glaube und Aberglaube identisch sind und in ihrer  ursprünglich „reinen“ Form Kinderglaube. Den trugen nun viele Flüchtlinge als ihre kulturelle Haut mit sich auf der Balkanroute und den anderen Wegen. Sie zogen aus den Ländern der Gläubigen, wo sie mit Folter und Bomben traktiert wurden, in Länder der Kufr, der Ungläubigen, wo jeder ein Haus und ein Auto bekommen und herzlich willkommen geheißen würde. Treffen diese irregeleiteten und irritierten Menschen nun statt auf Eigenheime auf Flugzeughangars, wo sie vor Bomben sicher wie in Berlin zusammengepfercht werden mit Menschen, die in der Bibel lesen und sich Kreuze auf die Brust tätowiert haben, sind Empörung und Sorge gleichermaßen groß. Diese Menschen mit Kreuz und Bibel kommen unvermeidlich in die Hölle, wenn sie nicht zur Umkehr bewegt werden, denn viele sind neue Ungläubige, Konvertiten. Eigentlich müßte man sie töten, aber hier, unter den Kufr, gibt es da einige Probleme mit dem Töten. Es ist verboten.

Also bedrängt man  im Heim die vom rechten Weg Abgekommenen: „Du bist Perser. Du mußt Moslem sein. Ihr müßt mit Kopftücher sein. Ihr seid nicht Menschen“ (Originalton DLF). Oder: Du darfst nicht in Küche, du bist haram. Koranrezitationen aus dem Lautsprecher können vielleicht auch helfen, die Widerspenstigen zu zermürben. Einer von ihnen sucht daraufhin eine neue Unterkunft und erfährt vom muslimischen Heimleiter: „Solange du Muslim bist, kannst du hier unterkommen.“ Wahrscheinlich wegen der Sprachprobleme stellen die deutschen Behörden gern arabischstämmige Security-Mitarbeiter ein, die sich dann mitunter am Christen-Bashing beteiligen.  Eben diese Behörden in ihrer Integrationsnot schildern die Verfolgungen innerhalb der Heime gern als „Einzelfälle“ ohne Generalverdachts-Anspruch. Sie haben noch nichts begriffen von der kulturellen Prägung ihrer Schäfchen, die sie als ähnlich lax einschätzen wie ihre steuer-christlichen Nachbarn im Wedding. Vertreter der christlichen Kirchen andererseits beneiden ihre muslimischen Brüder in den Verbänden um die gar nicht laxen Gläubigen, die sich ganz handfest für ihren Glauben einsetzen. So hätten sie ihre Christen auch gern. Deshalb spielen auch die Amtskirchen die Statistiken des Vereins „Open Doors“, der sich für verfolgte Christen einsetzt,  gern herunter. Eine interessengeleitete Solidarität mit den Brüdern in Abraham, die sich noch rächen könnte.

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