Werdet islamophob!

Der deutsche Schriftsteller Reinhard Jirgl http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/themen/reinhard-jirgl-whert-sich-gegen-rafik-schamis-vorwuerfe-14142320.html wehrt sich gegen den deutsch-syrischen Schriftsteller Rafik Schami. Er fühlt sich verleumdet. Schami hatte ihm und anderen Intellektuellen „Antisemitismus“ einer ganz neuen Spielart vorgeworfen. Islamophobie sei der „salonfähige Antisemitismus“. Jirgl ist wütend. Warum eigentlich? Muß man wegen einer solch haarsträubenden, gewissermaßen hilflos um sich schlagenden (vor allem nach „Brüssel“) Wortkonstruktion beleidigt sein, wie die Muslime es täglich vorführen? Deren Beleidigtsein verdeckt das Unbehagen, das die Taten ihrer Brüder in Allah auch bei ihnen hervorrufen. Wir wiederholen es: Nicht alle Muslime sind Terroristen. Breivik ist kein Muslim. Zufrieden?

Worum geht es? Es geht um die Entleerung und gleichzeitige ideologische Munitionierung von Sprache. Mit dem inflationär und besinnungslos  gegen „Feinde“, „Ungläubige“ verwendeten Begriff „islamophob“ soll der Gegner pathologisiert werden. Der Islam-Kritiker, wird insinuiert, ist seelisch krank wie ein Agoraphobiker (Mensch mit Platzangst), ein Akrophobiker (Mensch mit Höhenangst), Archnophobiker (Mensch mit Angst vor Spinnen) etc. – denn diese Ängste seien völlig irrational, ihre Ursache einzig in der kranken Seele des Phobikers zu suchen. Der Islam habe damit nichts zu tun. Von dem habe der Phobiker eh keine Ahnung.

In der Regel wird Islamophobie mit Islamkritik gleichgesetzt. Die darf um des Friedens willen nicht sein. Auch hier gibt es dann wieder beleidigte Muslime, die um sich schießen wie nach den dänischen Karikaturen. Lassen wir es lieber! Wir hängen am Leben und keiner Religion des Todes an. Oder sollten wir uns doch lieber zu unserer Islamophobie qua Kritik bekennen? – Herr Jirgl! Müssen Sie sich das antun! Wer all die Scheußlichkeiten von New York, Madrid, London, Boston, Paris, Brüssel zum Anlaß nahm, sich zu fürchten: den als pathologischen Fall zu verunglimpfen – müssen wir die Verunglimpfer auch noch ernst nehmen als Diskursteilnehmer? Nein. Wir müssen sie aber fürchten, ganz realistisch, ganz im Besitzt funktionierender Hirne, als die, die uns demnächst eine Bombe unter den Hintern legen.

Wer immer in diesen Tagen eine Talkshow mit muslimischen Teilnehmern verfolgt, verzweifelt an deren Verzweiflung, sich nur mit Worthülsen wie eben „Islamophobie“ oder „Rassismus“ oder „das (den Terror) verurteilt der Islam“ verteidigen zu können. Der Gerechtigkeit halber muß gesagt werden, daß keine Religion rationale  „Argumente“ für ihre Dogmen hat, aber die braucht sie auch nicht, wenn sie sich der modernen Welt als tolerabel präsentiert, sich ins private Leben zurückzieht. Die Säkularen nehmen den Religiösen den guten Willen durchaus ab. Jesus ist auch eingefleischten Atheisten ein Idol.

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