Krankheit des Islam oder Krankheit Islam?

Am Morgen des 22. März.

Der Islam, der nichts mit dem Islam zu tun hat und dessen Generalverdächtigung nicht sein darf, weil, was mal gesagt werden muß, nicht alle Muslime Terroristen sind, sondern friedliche Anhänger einer friedliebenden Religion und eines barmherzigen Gottes – dieser Islam, welcher auch immer, erscheint in diesen Zeiten zunehmend wie ein Schneller Brüter eines religiösen Wahnsinns, der die Welt bedroht. Wir trauen uns das bisher nicht zu denken geschweige denn auszusprechen, weil wir jeder Religion zugestehen möchten, irgendetwas mit Vernunft und Menschlichkeit zu tun zu haben. Daß alle Religionen aber auch viel mit intoleranten Wahrheitsansprüchen, tödlicher Gewalt, Irrationalität und Wahn zu tun haben, muß mit Blick auf Geschichte und Würde der jeweiligen Glaubensformen unterdrückt werden im Namen der Kultur! Seht doch all die großartigen Kathedralen! Hört die wunderbaren Bach-Passionen!  Was käme denn nach den religiösen Wahnsinnigen? Die säkularen – die Hitlers, Stalins, Maos, Pol Pots? Wahrscheinlich.

Der metaphysische Pessimismus eines Philosophen wie Schopenhauer scheint eine angemessene Reaktion auf die Unvermeidlichkeit des Homo religiosus zu sein, dem die religiösen Dogmen, so Schopenhauer, „mit dem Gehirn verwachsen und fast die Natur angeborener Gedanken“ zu haben scheinen. Er ist von seinem Schöpfer anscheinend auch geschaffen, um sich, wenn er diesem Schöpfer besonders ergeben ist, im Namen und zur Ehre dieses Gottes („Allahu akbar!“) mitsamt seinen Mitgeschöpfen in die Luft zu sprengen. Märtyrertum ist ein verbreitetes Krankheitssyndrom aller Religionen. Es folgt logisch aus dem Jenseitsglauben. Voltaires Einschätzung, daß Christentum und Optimismus unvereinbar seien, gilt für alle Religionen. Sie glauben, insofern sie „Volksreligionen“ sind,  weniger an das Leben hier („Jammertal“) als an eins danach. Für einen großen Teil der Menschheit, etwa in Afrika und Asien, gibt es eigentlich kein Leben vor dem Tod. Es gibt nur den Trost der Religion (das berüchtiogte Opium), den man leicht als „falschen“ denunzieren kann, wenn man in Freiheit und Wohlstand lebt. Opium bleibt zwar Opium, aber es dämpft den Schmerz. „Religionen“, um noch einmal Schopenhauer zu zitieren, „sind dem Volke notwendig und sind ihm eine unschätzbare Wohltat. Wenn sie sich jedoch den Fortschritten der Menschheit in der Erkenntnis der Wahrheit entgegenstellen wollen; so müssen sie mit möglichster Schonung beiseite geschoben werden.“

Die Krankheit Islam ist gleichzeitig ein Mittel gegen die Verheerungen, die sie anrichtet. Der Islam ist nur die markanteste und historisch rückständigste Form einer Reaktion auf den unvermeidlichen Tod und deshalb so schwer mit Medizinen wie „Aufklärung“ zu bekämpfen, weil eine Milliarde Menschen infiziert sind insofern, als sie gegen jede Aufklärung (Vernunft) immun sind. Jeder Suizid Bomber repräsentiert Tausende, die sich wie er nach dem Paradies sehnen. Ob hier gegenwärtig „möglichste Schonung“ angemessen ist, wäre nachdenkenswert. „Schonung“ für den Terror?

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Eine Antwort zu Krankheit des Islam oder Krankheit Islam?

  1. Saulus schreibt:

    Tja, die reflexhafte Reaktion des Mainstreams sieht anders aus. Bei Facebook werden Kommentare geLiked, welche alla: das hat-nichts-mit-dem-Islam-zu-tun schreien. Immer schneller, Immer lauter. Die Armen Muslime.
    Bärte ab, Kopftücher weg. Ich wundere mich, warum diese Art der Abgrenzung immer noch betrieben wird. Ich persönlich würde mich schämen.
    Ich selber habe lange bis in mein junges Erwachsensein vermieden im Ausland als Deutscher aufzufallen, weil ich mich, trotz jüdischer Abstammung, dafür geschämt hatte was meine Vorgenerationen angerichtet hatte. Daher würde ich persönlich in der selben Scham als Muslimin mir mein Kopftuch wegreißen und aus Solidarität zum Ausdruck bringen, dass ich damit nichts zu tun habe. Ich würde mich schämen.
    Ich vermisse seit 9/11 die Massendemonstrationen gegen Islamterror in der Arabischen Welt. Ich vermisse die Massendemonstrationen in Frankreich und Belgien und in Europa. Ich VERLANGE von den Kopftuchmädchen sich OFFEN und massiv gegen den Terror zu bekennen. Auf der Straße und JETZT.
    Ich kann mich langsam des Eindrucks nicht erwehren, dass klammheimlicher Beifall geklatscht wird.
    Und JA, wenn man Religion in unserer westlichen Gesellschaft nach wie vor so einen wöchigen Raum einräumt, wundert es nicht, dass man bis zu Selbstverleugnung schreit: „Sie Relogion ist nicht schuld“, alles nur Verrückte. Ja, das ist korrekt: „benebelt und verrückt durch die Religion“.

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