Ein Nein ist ein Nein ist ein Nein…

Kürzlich gab es mal wieder eine Radio-Reportage mit Christian Wulff, der eine Moschee besuchte und dort wiederholte, daß „der Islam“ zu Deutschland gehört. Immerhin: der Mann ist seinen Überzeugungen so treu wie die Kanzlerin den Ihren. Chapeau! Jetzt wird aber nach „Köln“, wenn auch nicht wegen „Köln“ das Sexualstrafrecht verschärft, wobei das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung noch einmal präzisiert werden soll. Natürlich will man nicht gleich wieder übertreiben und den feministischen Hysterikerinnen zu weit entgegenkommen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Ein einfaches klares „Nein“ soll nicht reichen, denn mann weiß ja seit je, daß, wenn frau „nein“ sagt…  

Wie soll ein frommer  Muslim in Deutschland heimisch werden, wenn er nicht mehr den Geboten seines Gottes folgen und sein Weib, wann immer es ihn gelüstet, zum Beischlaf bitten darf? Er darf sie auch, seinem Glauben entsprechend, wenn sie zickig ist, ein wenig züchtigen – aber nicht zu hart, nicht ins Gesicht schlagen! Wenn sie „nein“ sagte, würde er nur lachen und ihr den Koran vorlesen. So käme er sicher zum Ziel. Wunderbare Männer-Welt, in der Frauen mir gehören wie ein Haus, in das ich ein- und ausgehen darf, wie mir beliebt. Und ich darf sogar vier Häuser gleichzeitig haben. Klar, der Prophet war ein Mann, besaß noch mehr als vier Häuser und konnte sich darauf berufen, daß Allah dem Mann die Frau vor allem geschenkt habe, damit er sie „bewohne“ – streng ehelich, versteht sich. „Vergewaltigung in der Ehe“ ist der größte Widerspruch in sich, der sich für einen Muslim denken läßt. Und was macht er mit dem deutschen StGB, das ihm solch albernen Widerspruch zu akzeptieren vorschreibt? Er nimmt es nicht zur Kenntnis. Die Frau wird schon nicht vor Gericht ziehen. Sie ist gläubig.

Fragen wir, sollten wir ihn zufällig wieder mal in einer Moschee treffen, wie Christian Wulff diesem Dilemma entkommen will. Er könnte etwa sagen, daß wir Christen uns nicht moralisch überlegen fühlen sollten, denn auch in der Bibel stehe, der Herr sagte zum Weibe: „Du hast Verlangen nach deinem Mann, aber er wird über dich herrschen.“ (Genesis 3,16). Genauer ist das „herrschen“ nicht ausgeführt, aber der Koran, der die halbe Bibel abgekupfert und vereinfacht hat, ist nicht nur hier eindeutiger: in der Welt der Patriarchen „gehörte“ dem  Mann die Frau wie irgendein Haustier und hatte wie dieses zu parieren. Sie galt als unmündig wie ein Kind, gleich unter welcher Religion sie fromm war. Heute können wir den christlichen Geist unserer Urgroßväter in den islamischen Parallelgesellschaften der Gegenwart studieren. Fast jedes der berüchtigten „Kopftuch-Mädchen“ belegt dies. Was heute das Kopftuch-Gebot ist, war einst das Hosen-Verbot. So wie die christlichen Männer noch im 19. Jahrhundert ihre Ehefrauen und Töchter als völlig von ihnen Abhängige behandelten, so tun es heute die Mainstream-Muslime überall in der Welt, auch in Europa.

Aber es handelt sich nicht nur um einen zeitlichen Gap, der mit Geduld aufgeboben werden könnte, worauf die Integrations-Romantiker hoffen. Eine Gesellschaft wie die islamische ist statisch – wie es der christliche und jüdische Fundamentalismus auch ist. Letztere sind in der modernen Welt Minderheiten-Phänomene. Der konservative Volks-Islam ist dagegen der Mehrheits-Islam, ein Männer-Islam. Jüngst war das in Ägypten zu studieren. Inmitten der Arabellion, die dann schließlich den Islamisten Mursi an die Macht spülte, tobten auf dem Tahrir-Platz in Kairo Vergewaltigungs-Orgien. Wer wegsah, weil sie ihm imkompatibel erschienen, konnte groteskerweise von der „Zärtlichkeit des Massen auf dem Tahrir-Platz“ (Navid Kermani) schwärmen. Vergewaltigung als Form der Zärtlichkeit! Der Glaube des Menschen lebt von seinen blinden Flecken.

Nun könnte man, was die Muslime in Europa betrifft, davon ausgehen. daß sie im Laufe der Zeit, wie ihre christlichen Vettern, immer säkularer werden, vor allem die gebildeten unter ihnen. Das mag Herrn Wulff auch trösten. Denn „die meisten Muslime sind friedlich, aber sie sind nicht friedlich, weil sie Muslime sind“ (Hamed Abdel-Samad). Man könnte also das Wulff/Merkel-Mantra so paraphrasieren: Die muslimischen Menschen in Deutschland gehören zu Deutschland, und sie werden um so mehr zu Deutschland gehören, je weniger sie Muslime sind. Dann öffnen wir alle, auch die Atheisten, gern unsere Arme.

 

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