Stammtisch-Intellektuelle

Stammtische haben heutzutage bei links-christlich aufgeklärten Zeitgenossen einen so schlechten Ruf wie Pegida-Anhänger und AfD-Wähler. An ihnen, so wird unterstellt, hocken Schmuddelkinder und brüten Verschwörungstheorien, Haßparolen, Rattenfängermelodien und dergleichen aus. Sie sind eine Art Igitt-Kaste, von anständigen Menschen (ehemals Gutmenschen) möglichst nicht zu berühren. Der um Gerechtigkeit und Empathie stets bemühte DREYZACK möchte an dieser Stelle eine Lanze für die Stammtische brechen und darum bitten, diese möglichst nicht zu generalverdächtigen. Es gibt nämlich solche und solche auf den unterschiedlichsten intellektuellen und moralischen Niveaus. Viele stehen in diesen beiden Hinsichten durchaus über Partei- und Kirchentagen, über den TV-Talkshows und den darin zu vernehmenden Statements von Politikern im Zweifel auch.

Wie kommen wir zu solcher Einschätzung? Nun – kürzlich sind am Stammtisch so hochgeachtete Intellektuelle wie Peter Sloterdijk, Rüdiger Safranski und Reinhard Jirgl ausgemacht worden, die angeblich alle mit dem Geheimauftrag versehen sind, den Stammtisch „salonfähig“ zu machen. Als Gärtner verkleidet wurden also diese Böcke in den Garten der christlich-abendländischen Diskussionskultur geschickt, deren Plan Jürgen Habermas entworfen hat. Blinder Haß auf Muslime, Flüchtlinge, Ausländer, ja auf die Kanzlerin sollte in jenem Garten wachsen und gedeihen, sprich: intellektuell hoffähig werden. Sloterdijk etwa konstatierte als Folge der Merkelschen Politik einen „Souveränitätsverzicht der Überrollung“ und verwahrte sich gegen eine „moralische Pflicht zur Selbstzerstörung“. Medienscheltend stellte er sich direkt neben Pegida, indem er zwar keine „Lügenpresse“ anprangerte, aber in den Medien so etwas wie einen „Lügenäther“ roch. Ähnlich Safranski, der davor warnte, daß die Politik der Kanzlerin Deutschland „flutet“. Wir seien moralisch „hoch motiviert“, aber eigentlich ahnungslos.

Ist das nicht eine knackige Charakterisierung der Merkelschen Politik!  Und beschreibt sie nicht deren gesinnungsethisches Dilemma zutreffend? Sie will, ihrem Gewissen folgend, das Gute tun, und schafft – um es sehr zugespitzt auszudrücken – die Kölner Domplatte. Die Ahnungslosigkeit zeigt sich darin, daß Merkel und mit ihr viele andere Verantwortungsträger nicht den entscheidenden gegenwärtigen Unterschied zwischen Islam und – wieder überpointiert gesagt – dem „Rest der Welt“ begreifen. Wir haben es bei Menschen aus der islamischen Kultur mit den am schwersten zu integrierenden Ethnien zu tun, weil Kernelemente ihrer gegenwärtigen Gesellschaften die größte Distanz zu den Leitwerten unserer Gesellschaftskultur aufweisen. „Integration“ wäre unter dieser Voraussetzung Distanzierung von der Heimatkultur, Entwurzelung, Haltlosigkeit. Am Geschlechterverhältnis zeigt sich das drastischer als am Gottesbild und am religiösen Dogma. Wer will, daß der Islam zu Deutschland gehört, will auch die Verfestigung des Patriarchats in seiner archaischen Gestalt. Die Opfer einer solchen Regression wären überwiegend weiblich.

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