Sakraler Terrorismus

Eine neue anspruchsvolle sozialwissenschaftliche Studie zu Wertvorstellungen und Zukunftswünschen der Deutschen kommt mit Blick auf die Religion zum durchaus erstaunlichen Fazit: Religion habe „einen so niedrigen Stellenwert, daß sie als Band zwischen den Menschen nicht mehr viel leisten kann“. Dies ist deshalb bemerkenswert, weil seit längerem von einer „Wiederkehr der Religionen“ besonders in der westlichen Welt die Rede ist und der Blick auf beide Amerikas und Afrika, von der islamischen Welt zu schweigen, den Eindruck unabweisbar erscheinen läßt, Religion besonders in evangelikalen, fundamentalistischen Spielarten bediene einen riesigen Sinnstiftungsmarkt. In den USA tobt gerade ein Wahlkampf als Religionskrieg (oder umgekehrt), dessen Exzesse des Irrationalismus für die westliche Vormacht und also auch für Europa den Rückfall vor die Zeit der Aufklärung befürchten lassen. Dem Leser der deutschen Studie dämmert, daß es eine deutsche Studie ist – und nicht mehr. Für die Befindlichkeit der übrigen westlichen und auch der erst kürzlich befreiten Welt (Polen) besagt sie herzlich wenig. Der Blick nach Rußland, wo das Brüderpaar Wladimir (Putin) und Kirill ein Bündnis gegen den moralisch verkommenen ungläubigen Westen schmieden und dabei den Atomschlag nicht ausschließen, mag am Horizont apokalyptische Reiterei schon schemenhaft gewahren.

Global gesehen haben wohl, so ist zu fürchten, jene recht, denen zufolge Religiosität und Irrationalismus im Verein mit Radikalisierung und Bestialisierung den Rest der Weltgeschichte bestimmen könnten. Peter Sloterdijk ist es gelungen, diese universelle Tendenz als „sakralen Terrorismus“ zutreffend zu charakterisieren. „Sakrale Terroristen“ sind nicht allein jene bärtigen Halsabschneider, die etwa die Amerikaner davor zurückschrecken lassen, ihre Marines in den Bodenkampf zu schicken. Sie waren (und sind) auch auf dem Kairoer Tahrir und in Köln zu Silvester in spezieller Mission gegen die Hurenpest tätig (gewesen), auch wenn die große Fraktion der sakralen Berufs-Beschwichtiger(innen) ihnen eifrig das „Sakrale“ absprechen und nur noch das „Kriminelle“ zugestehen will. Es ist den Beschwichtigern unerträglich zu ver- bzw. gestehen, daß die patriarchalischen Religionen und  ihre Stifter (Jesus ausgenommen, aber der ist auch kein „Stifter“, geschweige denn „Christ“) immer Frauenverachtung und -haß gepredigt haben, von der Konstruktion der Verderberin und Todbringerin Eva ausgehend. In den Funden von Nag Hammadi in Ägypten, gnostischen Schriften aus frühchristlicher Zeit, findet sich im „Philippusevangelium“ ein Absatz über das Verhältnis Jesu zu Maria Magdalena, das heute wie ein Vorschein neuer Zeiten verstanden werden kann und darauf hinweist, daß die Kirchenväter anscheinend viel Geschick und Leidenschaft darauf verwandten, das revolutionäre Leben und Denken ihres „Erlösers“ von allem Anrüchigen, also vor allem Weiblichen, so gründlich wie möglich zu reinigen.

Der Philippus-Absatz lautet: „Die Gefährtin von Christus ist Maria Magdalena. Der Herr liebte sie mehr als alle anderen Jünger, und er küßte sie oftmals auf ihren Mund. Die übrigen Jünger sagten zu ihm: „Warum liebst du sie mehr als uns alle?“ Das fragten die Väter (Patriarchen) später auch. Ihnen mußte solche Intimität mit einer Frau, die sie zudem als „Sünderin“ diskreditierten, unerträglich sein, zumal das Küssen auf weitergehende Zärtlichkeiten verweist. Sie hatten den Haß auf das Geschlecht und die Frau verinnerlicht und sich gewissermaßen als Vorbereiter auch einer islamischen Gynophobie um das allumfassende Patriarchat verdient gemacht. In den Vergewaltigungs-Kesseln, die regelmäßig um Frauen im arabischen Raum gebildet werden – der Tahrir wurde nur der bekannteste Ort solcher regelmäßigen Übungen (-> DREYZACK Sex-Folklore ) –  darf der Haß dann zur Tat und schließlich nach Europa ausgeführt werden.

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