Sakrosankt

Die Islam-Debatte ist seit Wulffs von Merkel wiederholter Einladung an den Islam, doch bitte zu Deutschland zu gehören, um es kulturell zu bereichern oder gar zu ernsthafteren Formen von Frömmigkeit zu ermahnen, nie wirklich abgeebbt. Wir hätten doch inzwischen eine sehr laxe Form der Gottesverehrung entwickelt, Gotteslästerung werde nicht mehr bestraft (worüber sich etwa der Kleist-Preisträger Mosebach ärgert), war immer wieder von traditionellen Christen und Gleichgesinnten zu vernehmen. Da wäre doch von den Muslimen einiges zu lernen. Zwar nicht gleich Auspeitschung und Kerker, aber Bestrafung für die Lästerer, wie sie in früheren Zeiten durchaus und wenn nur als gesellschaftliche Ächtung üblich war.

Dann kam nach der Ouvertüre von 9/11 u.a. IS, Boko Haram, Frankreich I und II, „Köln“ – und der Spruch machte die Runde, nicht alle Muslime seien Terroristen, aber alle Terroristen seien Muslime (was natürlich nicht stimmt, denn Breivik etwa ist kein Muslim, und die „Uwes“ waren es auch nicht). Aber gut – „Köln“ scheint zu einer Konzentrierung des Focus geführt zu haben: die muslimische Kultur ist die eigentlich fremde, angstmachende, an ihren Rändern (IS) unvorstellbar grausame, und die muslimischen Männer im sexuell aktivsten Alter zwischen 15 und 35 seien die gefährlichsten Raubtiere des Planeten. Man hat sie in einem Käfig lange hungern und dann auf die europäische Weiblichkeit losgelassen.

So inhuman, „rassistisch“ dieses Bild erscheinen mag – es enthält einen wahren Kern. Ideologien und auch Religionen sind Brutstätten der Regression, in denen die wächsernen Schichten von Zivilisation und Humanität je nach Situation schnell abschmelzen können. Die allen „Hoch“-Religionen inhärente Frauen- und Sexualfeindlichkeit wartet nachgerade auf den Moment der Enthemmung. Das war dann zu Silvester in Köln der Fall. Es waren diesmal Muslime und keine Hindus, wie sie in Indien Frauen grausam vergewaltigen, oder Afrikaner, die dies im Gefolge ihrer Stammessitten tun, weil die muslimische Welt ihre Männer, denen sie nichts anzubieten hat, nach Europa schickt, um sie loszuwerden. Im ideologischen Gepäck haben die den Islam und Mohammeds und Allahs Einschätzung der Frauen als Sklavinnen, falls diese sich nicht wie „ehrbare“(d.h. unsichtbare) Frauen verhalten.

Der DREYZACK wiederholt seine Einschätzung, daß die Vergewaltiger von Köln „unschuldig“ sind im Sinne einer Schuld-Unmündigkeit. Wer immer sie ermahnt, sich den westlichen Regeln anzupassen, übersieht jene religiös vermittelte Tiefenschicht, die unsere Regeln als unnatürlich und als gegen Allahs Gesetz gerichtet begreift. Wollen wir sie ihrem Gott entfremden? Nein! rufen die Verantwortlichen und Meinungsmacher mit erhobenen Händen.  Wir müssen vielmehr, betonen sie, das religiöse Motiv ausklammern. Täten wir es nicht, nähmen wir jede Religion in Sippenhaft, auch die eigene. Religion als solche darf für nichts verantwortlich gemacht werden, sie muß sakrosankt bleiben. –  Dies ist das eigentliche Tabu, das in der gegenwärtigen Debatte sich am mächtigsten entfaltet.

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Eine Antwort zu Sakrosankt

  1. Kassandra schreibt:

    Heute in der NZZ und grundlegend zu empfehlen und weiter zu verbreiten – besonders an Politiker der schwarzrotgrünlinkgelben gleichermaßen. Die haben die Kanone noch nicht gehört, die gerade um uns herum überall einschlägt. Vorauseilender Gehorsam statt Konfrontation! Sind die denn alle von Sinnen:
    Der Islam als Ganzes braucht eine Reform
    Falscher Kulturalismus – Wörtlich genommen, wie es im Islam Vorschrift ist, verletzt das Buch Mohammeds 14 der 30 Menschenrechte. Westliche Liberale dürfen sich nicht um die Kritik an diesem Missstand herumdrücken.
    http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/der-islam-als-ganzes-braucht-eine-reform-falscher-kulturalismus-ld.4681

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