Pogromstimmung

Henryk M. Broder hat jüngst in der WELT eine steile These gewagt: die Kölner Silvesterereignisse seien nichts weniger gewesen als ein Pogrom. Weitergedacht, über Broder hinaus, könnte man es einen  Anschlag auf die Selbstbestimmung der Frau nennen, auf die Frauen als quasi qualitative Minderheit, welche (durchaus nicht bewußt geplant) eingeschüchtert wurde und werden sollte durch eine zwar zahlenmäßige Minderheit muslimischer Männer, die aber so etwas repräsentierten wie den Herrschaftsanspruch des Mannes im Patriarchat, von dessen „Gesetzen“ gedeckt. Daher das vielfach vermerkte fehlende Schuldbewußtsein der Täter („Was wollt ihr, es gab doch keine Toten“). Ob der „pogromatische“ Vergleich von Frauen und Juden, wie Broder ihn anstellt, zwingend ist, mag dahingestellt sein. Bedenkenswert scheint immerhin der Blick auf überindividuelle Strukturen.

Hinter diesen Strukturen ist vermutlich die von erschütternder Uninformiertheit zeugende Wulff-Merkel’sche Einladung an „den Islam“ auszumachen, doch bitte zu Deutschland zu „gehören“ – den Islam, dessen innerster Kern die Scharia ist. Der Mainstream-Islam, in seiner gesellschaftlichen Entwicklung seit Jahrhunderten stark verlangsamt gegenüber seinen Umwelten, repräsentiert aber eben noch ein reines, unverstelltes Patriarchat, eine übersichtliche Einteilung in Gläubige und Ungläubige, in klar definierte Männer- und Frauenrollen, wie sie wohl in den Träumen und unbewußten Erwartungen auch konservativer Europäer ihr Unwesen bis heute treibt.

Zum Menschenbild solcher Konservativer  gehört etwa zentral das „gottgewollte“ Geschlechterbild nach Genesis 2 (Die „Rippe“). Daß aus einer Rippe hervorgegangene Frauen ihre unverschuldete Unmündigkeit und Abhängigkeit von Männern eines Tages ganz abstreifen, ihre gesellschaftliche Rolle gemäß ihrer Zahl wahrnehmen könnten, steht als Menetekel an der Wand sowohl katholischer Institutionen wie der Arbeitszimmer reaktionärer Autoren und Politiker. Mit der Verschaffung lang anhaltender Traumata im Kölner „Pogrom“ wenigstens bei einer größeren Zahl weiblicher Opfer Grenzen der „Freiheit“aufgezeigt zu haben, würde zum heimlichen Erziehungsprogramm aller Patriarchen der Welt passen, denn:

„Gott schaut eine Frau nicht an, die ihrem Mann nicht dankt und nicht zufrieden mit ihm ist“ (Der Prophet Mohammed lt. einem Hadith).

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