Männerprobleme

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau, bekennender Feminist, erkennt in der europäischen Flüchtlingsproblematik vor allem ein Männer-Problem – wegen der überwiegenden Zahl junger, sexuell frustrierter Männer. Er möchte in sein Land nur Familien bzw. Frauen und Kinder aus Syrien einwandern lassen. Dieser Ansatz hat viel für sich.

Pauschal von „den Flüchtlingen“ zu reden, deren Zahl auf welche Weise auch immer zu begrenzen sei, trifft das eigentliche Problem nicht, das nach der Schreckensnacht von Köln ein Männergesicht bekommen hat. Dieses Gesicht haben Frauen vor Augen, die sich jetzt mit Pfefferspray und Schreckschußpistolen bewaffnen oder Selbstverteidigungskurse besuchen. Nichts haben sie hingegen zu befürchten von ihren arabischen Geschlechtsgenossinnen, die, wie ihre Kinder, selbst häufig genug Opfer ihrer mitflüchtenden männlichen Landsleute werden (-> DREYZACK „Hass“), von Männnern, welche in der Regel ohne familiären Anhang (Freundinnen dürfen sie als ehelose prinzipiell nicht haben) als Lonely Wolves oder als männliches Rudel (sog. „rapefugees“) durch die Städte streifen, in Bars und Clubs auffällig werden (Freiburg und anderswo) und nicht in der Lage sind, die  ihnen vor allem durch ihre Mütter (!) eingeimpften Geschlechterrollen zu modifizieren, zumal Allah ihnen mit seinen Herablassungen im Koran zustimmt. Der ist wahrlich ein starker Bundesgenosse in einer Welt voller Ungläubiger, die sowieso am Ende der Zeiten ewig in der Hölle brennen werden. So etwas zu glauben, erzeugt moralische Überlegenheit, gegen die schwer anzukommen ist.

Jeder Katholik weiß, wie nachhaltig, ja lebenslang solche Impfungen wirksam sind (sog. „Gottesvergiftung“/ Tilman Moser). Nur lebt der Katholik bei uns in einer bunten und vielfältigen Welt, umgeben von Lebens- und Glaubensformen der gegensätzlichsten Art – und er hat gelernt, diese Welt zu akzeptieren mitsamt ihren Schwulen, Lesben, Kondombenutzern, Promisken, Fremdreligiösen und sogar Atheisten. Es ist diese Toleranzfähigkeit zwar noch nicht sehr alt, aber sie hat sich etabliert, weil die Macht der sich leerenden Kirchen beschnitten wurde und der Glaube zur Privatsache schrumpfte. In den Flüchtlingsheimen ist Glaube und sexuelle Orientierung aber keineswegs selbstverständliche Privatsache. Frauen ohne Kopftuch und Andersgläubige werden tätlich angegriffen, die Wachleute, selbst in der Regel Araber, denken nicht daran, den Bedrängten zu helfen, und so kommen die geflohenen Frauen, Schwule und Christen vielfach in Situationen, die statt Schutz vor heimatlicher Verfolgung neue und nicht weniger haßerfüllte Verfolgung im säkularen und toleranten Deutschland zur Folge haben.

Die Verfolger meinen, dies ihrem Glauben schuldig zu sein. Sie haben kein Schuldbewußtsein. Wir, die Gastrecht gewähren (liebe Frau Merkel, Frau Kraft, Herr Jäger), müßten es aber haben, wenn wir den versprochenen Schutz nicht bieten (können). Haben Sie es?

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Männerprobleme

  1. Said schreibt:

    Es ist nicht wegzuleugnen: Das Berufen auf eine höhere Macht als Legitimation zur Unterdrückung von Frauen oder anderer Personengruppen ist seit Beginn der Kultur überhaupt ein unausrottbares Übel, also vielleicht die wahre Erbsünde.

    Doch was hilft alles Meckern und Mäkeln? Die Welt um uns wird sich ändern, das ist eine Tatsache insofern es Tatsachen gibt, aber die gute Nachricht ist: Sie hat es schon immer getan. Deutschland bekommt diesen Migrationsstrom, ob es will oder nicht und nur ein lächerlicher Teil derer, die das Gesetz nicht längerfristig hierzulande vorsieht, werden jemals wieder heimkehren oder heimgekehrt werden. Darauf war niemand vorbereitet, schon gar nicht die Legislative oder die Exekutive.

    Die Frau am Steuer dieser Nation ist mit Sicherheit genauso von den Ereignissen im In- und Ausland überwältigt, wie sich nun echauffierende Intellektuelle. Wie kann sie sagen, wir schafften das? Die Antwort ist so einfach wie trivial: Nicht-Schaffen ist keine Option. Um das zu verstehen, benötigt man lediglich etwas Erfahrung oder Empathie in der Lehre der Personenführung. Den Druck auszuhalten und in schwierigen Zeiten den Optimismus zu bewahren ist ein wesentlicher Teil davon.

    Der Psychoanalytiker Maazen unterstellt ihr hingegen eine „emotionale Entscheidung“ und „vollkommen irrationales“ Verhalten und prophezeit eine Alkoholsucht und einen psychischen Zusammenbruch. Eine anmaßende und vor blinden Flecken strotzende Analyse.
    http://www.huffingtonpost.de/2016/01/24/psychoanalytiker-hans-joachim-maaz-angela-merkel-_n_9064278.html

    Die Problematik der Männer aus dem Titel des Blog-Beitrags sieht die Autorin und Journalistin Shereen El Feki hingegen weniger drastisch und vielleicht auch etwas differenzierter als der Blog-Autor.
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sexualitaet-im-islam-interview-mit-shereen-el-feki-a-1072533.html
    Was mir an ihrem Weltbild gefällt, ist die Hoffnung, die sie in neue Entwicklungen legt. Hoffnung, nach Nietzsche bekanntermaßen das „übelste aller Übel“, trägt auch die Kraft der Veränderung in sich. Um genau die muss es jetzt gehen. Der Diskurs über Straftaten von Migranten, denen mit der Härte des Gesetztes begegnet werden müsse, ist zur Genüge geführt worden. Niemand hat widersprochen. Der Konsens ist da, Gesetze müssen verschärft und Überwachung erhöht werden. Diesen Preis müssen wir zahlen. Was wir jetzt brauchen sind konstruktive Vorschläge zur Eingliederung von uns sehr fremden Kulturen für ein friedliches Zusammenleben. Wer weiss, vielleicht gewinnen wir sogar was dabei?

    ps. Gut, dass Nietzsche immer zugleich für das Pro als auch für das Kontra zitiert werden kann.

    Gefällt mir

  2. neptun16 schreibt:

    Die These von Shereen El Feki, daß Mohammed so etwas wie ein Feminist war, auch wenn er Aisha als Neunjährige penetrierte (was El Feki vielleicht vergessen hat), wird immer wieder vorgebracht und begründet damit, daß es im vorislamischen Arabien den Frauen noch viel schlechter ging. Es ist richtig: Mohammed ermahnte z.B. seine Araber immer wieder, neugeborene Mädchen nicht zu töten, wie es bei den Wüstenbewohnern üblich war.Wir wissen, daß es diese Form des Gynozids noch heute z.B.in der größten Demokratie der Welt, in Indien, gibt. Also war Mohammed für seine Zeit fortschrittlich, vielleicht sogar fortschrittlicher als die griechischen und römischen Hochkulturen. Das Athen des Perikles etwa läßt sich, die Stellung der Frau betreffend, etwa mit dem Kabul unter den Taliban vergleichen. Im alten Rom war der Pater familias Herr über Leben und Tod, und er nahm dieses Recht, vor allem was „überflüssige“ Töchter betraf, nicht selten wahr.

    Nun ist aber die Offenbarung, das Leben und die Moral, die Mohammed verkündete und lebte, den gegenwärtigen gläubigen Muslimen viel näher als uns die Alltagsmoral der Griechen und Römer, die wir, „geläutert“ auch durch das christliche Erbe, eher befremdlich finden. Es geht mir also (und nicht nur mir) um eine moderne historisch-kritische Interpretation von Koran und Hadithen mit der Anschlußfrage: Was bliebe vom Islam, wenn diese Methode angewendet würde? Das Schicksal des Christentums im Gefolge der Aufklärung ist den Muslimen eine Warnung. Eine auf den Islam bezogene Analyse wie Kants „Die Religion innerhalb des Grenzen der blossen Vernunft“ würde noch nicht einmal so etwas wie Ansätze einer philosophischen Interpretation übrig lassen, In meinen Augen ist der Islam auf eine konservative Auslegung seiner Überlieferungen noch angewiesener als das Christentum auf seine Dogmen. Das wissen seine theologischen Repräsentanten, und deshalb wehren sie sich zu recht mehrheitlich immer noch gegen so etwas wie eine islamische Reformation. Die Rolle der Frau ist von dieser bewahrenden Sicht nicht ausgenommen.

    Hier nun setzt meine Skepsis hinsichtlich der Integrationsmöglichkeit des Islams arabischer Provenienz in Europa an. Zu integrieren hätte er sich in eine säkulare Gesellschaft, die einen göttlichen Gesetzgeber um keinen Preis anerkennen kann. Jesus hat bekanntlich gefordert, dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Eine gute Vorlage für ein modernes Staatsverständnis. Muslime, die sich dem beugten, ließen die Scharia hinter sich und begnügten sich mit einem Islam light. Das kann ihr harter Kern nicht wollen, und wir werden sehen, wie sie sich dagegen wehren.
    neptun16
    ..

    Gefällt mir

  3. Kassandra schreibt:

    @Said: überlegen Sie sich, wie lange Sie sich noch vor die erste Vorsitzende stellen wollen! Alternativlos ist und war niemals etwas, auch wenn es so von der Uckermärkerin verlautbart wird, die eigene Fehler nun mal penetranter Weise nicht zugeben und berichtigen will.
    Hier eine durchdachte Analyse mit möglicher Lösung:
    http://www.welt.de/wirtschaft/article151603912/Ist-Merkel-schuld-an-Fluechtlingskrise-Wer-sonst.html
    Ich finde, Maaz liegt nicht falsch, das endgültige Ausmaß der Verwirrtheit und der Gralstreue der Claqueure um sie herum wird sich noch zeigen – und ich glaube, es wird vor Gericht enden.
    Integrieren wird sich nur, wer es will – und hart daran arbeitet. Es ist eine Bringschuld der Gäste dieses Landes, die unterstützt wird, so sie gute Gründe vorbringen, weshalb sie nicht schon unterwegs um friedliches Dach und Bett gebeten haben.
    PS: Ihren Kommentar beginnen Sie mit einer harten Behauptung, die durch nichts begründet wird.
    Fällt Ihnen dies auch auf? Mir jetzt schon zum 2. Mal!
    Also denn, auf ein Neues: der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung ändern kann!

    Gefällt mir

  4. Said schreibt:

    Wollen wir die Kirche mal im Dorf lassen. Zum einen wird der Handlungsspielraum und damit die Macht eines Spitzenpolitikers gerne überschätzt und zum anderen hat Merkel nicht jeden Flüchtling persönlich eingeladen. Das Recht, einen Asylantrag stellen zu dürfen, ist in Deutschland nun mal gesetzlich verankert und wird auch nicht dadurch ausgehebelt, dass sich der Asylsuchende nicht in Anrainerstaaten verblieben ist. Der überwältigende Flüchtlingsstrom ist m.E. primär als Konsequenz einer zunehmend vernetzten und globalisierten Welt zu sehen. Facebook und Konsorten tragen die Mär vom paradiesischen Westen mit (halb-)nackten Frauen und dicken Autos in alle Welt. Das beeindruckt dezent stärker als ein Selfie mit uns Angela.

    PS: Meine „harte Behauptung“ möchte ich nicht als Fakt verstanden wissen sondern als mögliche Hypothese im Geiste Freuds und Nietzsches.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s