Sekundärer Islamophobismus

Hä? Was is’n das?                                                                                                                    Der DREYZACK fühlt sich durchschaut von einem Medium, das viel schlauer ist als er: dem Wochenblatt für Intelligenzler, der ZEIT. Als wir bei unserer Selbstbeschreibung uns noch als islamophob bezeichneten, was viele Leute nicht verstanden (Was, bist du jetzt Pegida? Warum nennst du dich nicht „islamkritisch“?), weil sie sich nicht auf die DREYZACK-Sprachspiele einlassen wollten oder konnten, war uns irgendwie bewußt gewesen, daß Irritationen (die es ja auch geben sollte) nicht zu vermeiden wären. Waren sie auch nicht. Aber als „sekundärer Islamophobiker“ kann man gut leben, sogar mit Irritationen: Wo stehen die eigentlich? Rechts? Links? Irgendwo muß man ja stehen – vielleicht „drüber“.

Wir zitieren Ijoma Mangold von der ZEIT: „Der sekundäre Islamophobismus hat gewissermaßen nichts gegen Ausländer, aber sehr viel gegen Scheuklappen. Und weil er das Gefühl hat, daß der Blick auf den Islam mit Scheuklappen arbeitet, zählt er am Ende mit unüberhörbarem Triumphalismus alle Sünden des Islams auf – einfach weil er die Typen mit Scheuklappen, die nicht hingucken, endlich schwitzen sehen will.“ So weit, so überzeugend. Nur die Scheuklappen sind uns zu harmlos. Gefärbte Brillen, wie sie der Dichter Hoffmann in Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“ trägt, um sich die profane Wirklichkeit zurechtzuschönen, träfen das, was gemeint ist, präziser.

Jeder kann sich heute umfassend über den Islam als Religion, deren Entstehungsgeschichte, deren diverse Konfessionen, über die islamische Geschichte und Leben und Taten des Propheten unterrichten: er kann versuchen, den Koran zu lesen (Warnung! der ist nicht zum stillen Lesen in Übersetzungen gemacht), die Hadithe (im Internet) mit einigem Staunen zur Kenntnis nehmen und nicht zuletzt studieren, was kluge Wissenschaftler und Philosophen, auch Dichter gesagt haben zur letzten und endgültigen Offenbarung des einen Gottes. All dies zu tun, haben aber Politiker und Journalisten keine Zeit, vermutlich auch wenig Lust. Sie setzen sich lieber die Brille des Hoffmann auf und bramabasieren eifrig und mit autoritärer Geste nach jedem Massaker, dies habe mit „dem Islam“ oder mit „Religion“ nichts zu tun.

Immer weniger glauben ihnen, denn nicht viel Nachdenken gehört dazu, einem Selbstmordattentäter als Motiv nicht „kriminelle Energie“, sondern den Glauben an ein auch sexuell erfülltes Jenseits zu unterstellen. Die Jungs, die in die Türme flogen und 3000 Menschen massakrierten, waren sehr fromm und wahrscheinlich auch sehr scharf. Daß sie im Paradies sind, glauben noch nicht einmal ihre Auftraggeber.

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