Sex-Folklore

Ein Begriff aus der Subkultur arabischer Länder macht gerade Karriere: taharrush gamea, was soviel heißt wie gruppenmäßiger Überfall auf einzelne oder wenige weibliche Personen mit dem Ziel einer wie auch immer gearteten sexuellen Befriedigung bis hin zur Vergewaltigung. Ein etabliertes Freizeitvergnügen für junge Männer. Aufmerksame Beobachter der zeitgenössischen patriarchalen Welt erinnern sich an Berichte über tägliche, teilweise grausame Vergewaltigungen in Indien und im Zusammenhang damit an den niedlichen Ausdruck eve teasing (etwa: Eva ärgern) , der das gleiche meint wie taharrush gamea. Derartige Lustbarkeiten haben Tradition in der muslimisch-hinduistischen Welt (arabische Länder, Indien, Pakistan, Bangladesh). Man könnte von etabliertem, geduldetem Terror gegen eine Hälfte der jeweiligen Gesellschaften sprechen, der seine „Rechtfertigung“ findet in ebenfalls etablierte und religiös begründeter Frauenverachtung.

Angesichts der Einführung von taharrush gamea in Deutschland zum Jahreswechsel hat nun der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Mazyek, den Versuch einer Erklärung unternommen derart, daß die Täter, die in ihrer Heimat streng bestraft würden für solche Untaten, die der Islam verbiete, in Deutschland auf einmal glaubten, hemmungslos ihren sonst rigoros unterdrückten Trieben folgen zu dürfen. Nicht ausgesprochen war dabei: eine repressive Gesellschaft würde ganz anders reagieren als eine permissive und das Umfeld würde die Frauen allein deshalb besser schützen, daß sie ihnen „anständige“ Kleidung vorschriebe bzw. ihre Freiheit im öffentlichen Raum einschränke. Die Tatsache aber, daß Gruppenvergewaltigung gerade im arabischen Raum alltäglich und verbreitet ist (Tahrir!) widerlegt Mazyeks simples Schema, nicht zu vergessen, daß im Hintergrund solcher Äußerungen immer die Mahnung steht: Frauen, schränkt eure sog. „Freiheit“ im Interesse eurer Sicherheit ein, benehmt euch nicht wie Huren! Dann werden unsere Jungs euch auch nicht anfassen!

Natürlich wird so etwas von einem islamischen Funktionär in Deutschland nicht ausgesprochen, aber der Beobachter der Szene muß das Geschlechterbild dieser Kultur immer vor Augen haben, wenn er Äußerungen wie die Mazyeks recht verstehen will. Mit der schlichten Frage nach den Tahrir-Ereignissen wäre er zu widerlegen gewesen, aber die Gesprächspartner waren, wie meist, ahnungslos.

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Eine Antwort zu Sex-Folklore

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