„Ausnahmslos“ Schweine

In einem ist den Initiatorinnen von #ausnahmslos recht zu geben: In jedem Mann steckt -unabhängig von Ethnie und Hautfarbe, Religion (katholische Geistliche!, Kardinäle), Beruf (Lehrer an der Odenwaldschule und sonstwo) – ein Schwein. Männer, die ehrlich nach Innen blicken und ihre Tagesträume und -phantasien kritisch beobachten, müssen dem zustimmen. Ernsthafte Wissenschaftler haben das männliche Schweinsein sogar konkreter gefaßt: jeder Mann ist ein potentieller Vergewaltiger. An jeder genitalen Penetration erlebt der Mann lustvoll auch ein Stück ausgeübter Gewalt. Soweit der trivial-biologistische Tatbestand.

Die Pointe der menschlichen Sexualität besteht aber darin, daß wir Männer uns nicht generell benehmen wie die Erpel im Teich, weil unsere biologische testosterongesteuerte Sexualität seit Jahrtausenden von kulturellen und zivilisatorischen Prozessen überformt wird. Deshalb regeln die Heiligen Schriften neben der Verehrungspraxis der Götter vor allem das Zusammenleben der Geschlechter (Ehenorm, Inzesttabu etc.). In der Ära des Patriarchats steht aber seit Jahrtausenden der Vorbehalt der männlichen Überlegenheit und Dominanzberechtigung hinter diesen Regelungen. Das war im Athen des Perikles so, das war im Christentum der Kirchenväter so und das war in Europa so bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

Seitdem (Stichworte: Frauenbewegung, feministische Theologie) ist dieses Dominanzverhältnis weithin fragwürdig geworden. Das Male Chauvinist Pig steht am Pranger. Außer im Bereich des Islam. Der Prophet selbst (dessen Biographie etwa dem IS zum Vorbild dient, im stärkeren Maße als Koran und Hadithe), sein zeit- und herkunftsgemäßer Chauvinismus steht allen muslimischen Männern vor Augen, wenn sie in der Jugend ihr Selbstbild entwerfen  (Hierzu lehrreich zu lesen das Mohammed-Buch von Hamed Abdel Samad). Wenigen muslimischen Männern gelingt es, dieser Prägung zu entkommen, weil in der quasi geschichtslosen islamischen Welt seit der Entstehung des Koran sich wenig verändert hat. Allah hat keine Geschichte. Sein Buch auch nicht.

Wer unter dieser Prämisse die Ereignisse von Köln analysiert, begreift nicht nur das Ausmaß des Ignoranz unserer Politiker und Leitartikelschreiber, sondern unter der Oberfläche scheinbar „krimineller“ Gewalt die stark tabuisierte Grund-Schicht von Kultur und Religion.

Diese in der letzten Hart-aber-fair-Sendung als einzige angesprochen zu haben, dafür gebührt Kristina Schröder Dank auch des DREYZACK.

 

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Eine Antwort zu „Ausnahmslos“ Schweine

  1. Steven H. schreibt:

    Köln ist täglich überall

    http://m.spiegel.de/netzwelt/web/a-1071607.html

    Gefällt mir

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